Das Drama „Mila/Marija von Regisseurin Andrina Mračnikar ist beim Zurich Film Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet worden. Der vom ORF im Rahmen des Film- und Fernsehabkommens kofinanzierte Spielfilm beleuchtet den bewaffneten Widerstand der kärntnerslowenischen Partisaninnen und Partisanen gegen den Nationalsozialismus im Jahr 1942.
Publikumspreis für „Mila/Marija“ im Opernhaus Zürich
Bei der Award Night im Opernhaus Zürich am Samstag, dem 3. Oktober 2026, setzte sich das historische Drama unter 28 konkurrierenden Filmen im Spielfilmwettbewerb durch.
Der Erfolg folgt auf die Weltpremiere des Films in der Sektion des Spielfilmwettbewerbs, wo das Werk als einziger österreichischer Beitrag lief.
Widerstand im Südkärntner Bergdorf im Jahr 1942
Die Handlung des Films setzt im Jahr 1942 ein und führt in ein slowenischsprachiges Bergdorf in Südkärnten. Im Mittelpunkt stehen die junge Mila und ihr Bruder Hansi, die sich dem bewaffneten Widerstand gegen die Nationalsozialisten anschließen. Die Titelrolle der Mila, die im Verlauf der Erzählung unter dem Decknamen Marija zur Befehlshaberin ihrer Einheit aufsteigt, wird von Doroteja Nadrah verkörpert.

Zum weiteren Schauspielensemble gehören Oskar Haag als Bruder Hansi, Marko Mandić sowie Edita Malovčić. Für Mračnikar, die in Keutschach am See und in Slowenien aufwuchs, berührt das Projekt tiefgreifende historische und persönliche Themen.
Es ist das erste Mal, dass die Geschichte der slowenischen Minderheit in Österreich und ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus in einem Spielfilm erzählt wird. Die Geschichte des Films ist eng verbunden mit den Erfahrungen meiner eigenen Familie und beschäftigt mich, seit ich denken kann.

Finanzierung durch den ORF und Einbindung in die Sektion Signatures
Entstanden ist das Werk als vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Produktion.
Nach der erfolgreichen Erstaufführung in der Schweiz ist für den kommenden Dezember eine erste Aufführung des Films in Kärnten geplant. Produzent Alexander Dumreicher-Ivanceanu hob hervor, dass das ZFF eine außergewöhnliche Brücke schlägt, um Publikum in Österreich, Deutschland und darüber hinaus zu erreichen.
Weitere Hauptpreise und Jurientscheidungen des ZFF 2026
Den Hauptpreis im Spielfilmwettbewerb des Zurich Film Festivals gewann der französische Filmemacher Pierre Le Gall für sein Debütwerk „Flesh & Fuel.
Die Jury begründete die Auszeichnung für den Film über zwei Lkw-Fahrer mit einer zutiefst filmische Auseinandersetzung mit dem grundlegenden menschlichen Bedürfnis nach Verbundenheit
. Der filmische Kalender des Festivals schloss damit eine Ausgabe ab, bei der sowohl historische Aufarbeitung als auch europäische Gegenwartsgeschichten im Fokus standen.