85 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz unzufrieden, wie eine am 14. Juli 2026 veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv zeigt. Die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD verzeichnet ein massives Stimmungstief, während die AfD in der Sonntagsfrage mit 26 Prozent die stärkste Kraft bleibt.
Negativrekord für Friedrich Merz und Lars Klingbeil

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht einen neuen Tiefpunkt in der öffentlichen Wahrnehmung. Laut dem aktuellen Trendbarometer von RTL und ntv äußern sich lediglich 14 Prozent der Befragten zufrieden mit seiner Arbeit. Dieser Wert entspricht dem bisherigen Negativrekord aus dem Mai.
Die Ablehnung ist sogar innerhalb der eigenen Reihen bemerkenswert hoch. 51 Prozent der Unionsanhänger beurteilen den Kanzler negativ, während nur 48 Prozent zufrieden sind. Bei den Anhängern der Koalitionspartner SPD liegt die Unzufriedenheit mit Merz bei 83 Prozent.
Auch Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil schneidet schlecht ab. Seine Arbeit bewerten 74 Prozent der Befragten negativ, positive Stimmen gibt es nur zu 18 Prozent. Besonders deutlich ist der Vertrauensverlust in der eigenen Partei: Nur 36 Prozent der SPD-Anhänger bewerten Klingbeils Arbeit positiv, während 59 Prozent unzufrieden sind.
Die schwarz-rote Koalition im Umfragetief

Die gesamte Bundesregierung kämpft mit einer massiven Ablehnung. Insgesamt 82 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit der Koalition unzufrieden. Ein regionaler Blick zeigt, dass die Unzufriedenheit in Ostdeutschland mit 87 Prozent noch ausgeprägter ist als im Westen, wo sie bei 81 Prozent liegt.
Die Frustration reicht tief in die Wählerschaft der Regierungsparteien. Bei den SPD-Anhängern sind 72 Prozent unzufrieden, bei den CDU/CSU-Sympathisanten sind es 54 Prozent. Im Vergleich zum Juli 2025, als die Zustimmung noch bei 38 Prozent lag, ist die Beliebtheit der Regierung laut Berliner Zeitung auf einen Tiefstwert von nur noch 11 Prozent eingebrochen.
Besonders kritisch bewerten die Bürger spezifische Politikfelder. Zwischen 80 und 90 Prozent der Befragten zeigen sich unzufrieden mit:
Einzig bei der Begrenzung illegaler Zuwanderung schneidet die Regierung etwas besser ab; hier sind 32 Prozent zufrieden, während 60 Prozent kritisch bleiben.
Verschiebung der Machtverhältnisse in der Sonntagsfrage
Die politische Landschaft verschiebt sich zugunsten der Opposition. Die AfD bleibt mit 26 Prozent die stärkste Kraft, gefolgt von der CDU/CSU mit 22 Prozent. Laut n-tv hat die AfD erstmals einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten gegenüber der Union erreicht.
Die SPD und die Linkspartei liegen mit jeweils 12 Prozent gleichauf. Die Grünen konnten sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf 16 Prozent verbessern. Dies ist laut Tagesspiegel ihr höchster Wert seit Mitte 2023 und platziert sie nun vier Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten.
Die aktuelle Verteilung der Wählerpräferenzen zeigt, dass eine schwarz-rote Koalition rechnerisch keine Mehrheit mehr hätte. Ein mögliches Dreierbündnis aus Union, Grünen und SPD wäre hingegen denkbar.
| Partei | Zustimmung (Sonntagsfrage) |
|---|---|
| AfD | 26% |
| CDU/CSU | 22% |
| Grüne | 16% |
| SPD | 12% |
| Linke | 12% |
Fehlende Kompetenz und wirtschaftliche Pessimismen
Neben den Popularitätswerten sinkt das Vertrauen in die politische Problemlösungskompetenz. Auf die Frage, welche Partei die Probleme Deutschlands am besten lösen könne, nennen nur noch 13 Prozent die CDU/CSU. Die AfD liegt hier mit 14 Prozent knapp vorne. Die Grünen folgen mit 7 Prozent, während SPD und Linke jeweils nur 6 Prozent erreichen.
Insgesamt halten 55 Prozent der Deutschen keine der existierenden Parteien für kompetent genug, um die nationalen Herausforderungen zu bewältigen. Diese Einschätzung korreliert mit einer düsteren wirtschaftlichen Erwartung: 67 Prozent der Befragten gehen von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage aus, während nur 14 Prozent eine Verbesserung erwarten.
Kritik an der Führung und Reformstau
Die Kritik an Kanzler Merz ist substanziell. Laut Welt werden vor allem „vollmundige Ankündigungen ohne Folge“ (23 Prozent) und „gebrochene Wahlversprechen“ (22 Prozent) bemängelt. Weitere Kritikpunkte sind eine fehlende klare Linie (14 Prozent) sowie mangelnde Führungsstärke (13 Prozent).
Die Regierung versucht derzeit, durch eine Reihe von Reformen gegenzusteuern. Dazu gehören ein Spargesetz für Krankenkassen, das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie die Umsetzung von Empfehlungen der Rentenkommission. Zudem ist ein Reformpaket für steuerliche Entlastungen ab 2027 sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung geplant.
Dennoch stößt die Rhetorik der Regierung auf Widerstand. Eine große Mehrheit lehnt die Formulierung ab, die gesetzliche Rentenversicherung könne künftig nur noch eine
„Basisabsicherung“
sein, wie n-tv berichtet. Zudem herrscht die Erwartung vor, dass die anstehende Gesundheitsreform primär zulasten der Versicherten gehen wird.
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