US-First-Lady Melania Trump hat eine lokale Waffenruhe für die russisch besetzte ukrainische Frontstadt Oleschky angekündigt. Die Feuerpause soll am 29. Oktober 2026 beginnen, um humanitäre Hilslieferungen und die Evakuierung von verbleibenden Zivilisten zu ermöglichen.
Die humanitäre Lage in der am Dnipro gelegenen Kleinstadt ist nach Angaben von Hilfsorganisationen dramatisch. Vor dem Angriff russischer Truppen im Februar 2022 lebten etwa 24.000 Menschen in dem Ort. Mittlerweile halten sich nach Angaben aus dem Weißen Haus nur noch rund 1.700 bis 2.000 Bewohner in der eingekesselten Zone auf, vor allem ältere Menschen und etwa 50 Kinder.
Humanitäre Notlage und Zerstörung am Dnipro
Oleschky leidet unter einer akuten Versorgungskrise. Die Stadt hat weder Strom noch fließendes Wasser oder eine funktionierende Wärmeversorgung. Zufahrtsstraßen sind vermint, und über dem Gebiet kreisen Drohnen. Die letzte größere Nahrungsmittellieferung erfolgte im Mai 2026, während Lebensmittelgeschäfte bereits seit Januar geschlossen sind. Verschärft wurde die Situation im Juni 2023 durch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms, die zu schweren Überflutungen und dem Tod hunderter Bewohner führte.
Die Menschen in Oleschky haben nur eingeschränkten Strom, leben inmitten verminter Straßen und müssen regelmäßige Militärangriffe ertragen
, sagte die First Lady laut Mitteilung. Oleschky ist eine Frontstadt, die am Rande einer Katastrophe steht
, erklärte Dawyd Arachamija, ein Vertrauter des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Details zur vereinbarten Feuerpause ab 29. Oktober
Nach Angaben der US-Regierung nutzte die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump bestehende Kommunikationskanäle zum Kreml, um die Vereinbarung zu treffen. Beide Konfliktparteien haben demnach zugesagt, alle Kampfhandlungen in dem Gebiet vorübergehend einzustellen.

- Der Waffenstillstand soll am 29. Oktober 2026 in Kraft treten, wobei ukrainische und russische Teams die Einwohner gemeinsam in ihren Häusern besuchen sollen.
- Ein unabhängiges amerikanisches Team soll die beteiligten Parteien vor Ort beobachten und den Ablauf überwachen.
- Zivilisten, die das Gebiet verlassen wollen, sollen koordinierte Unterstützung erhalten und an ihren Wunschort gebracht werden.
Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass allen ausreisewilligen Zivilisten die Ausreise gestattet werde. Die Evakuierungsaktion wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Internationale Vermittlungsschritte und Reaktionen
Die Initiative reiht sich in diplomatische Bemühungen ein. Mitte Oktober hatte sich bereits Papst Leo XIV. bei einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Waffenruhe in Oleschky starkgemacht, um Lebensmittel- und Hilfslieferungen zu ermöglichen. Dawyd Arachamija, ein Vertrauter des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hob im Nachrichtendienst Telegram die Rolle des Papstes und der US-First-Lady hervor.
Im ukrainischen Oleschky droht eine humanitäre Katastrophe. Nun teilt das Weiße Haus mit, dass Melania Trump eine lokale Waffenruhe vermittelt habe. Es solle eine Evakuierung der Zivilbevölkerung ermöglicht werden. Link in X-Bio. pic.twitter.com/ZtyS7o7zi9
Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Melania Trump schriftlich an Putin gewandt, um sich für ukrainische Kinder einzusetzen, die durch den Krieg von ihren Familien getrennt wurden. Für die kommende Zeit zeichnen sich zudem weitere diplomatische Kontakte ab: Unterhändler der Ukraine, Russlands und der USA planen für die erste Novemberhälfte technische Gespräche in Abu Dhabi, wie der ukrainische Präsident mitteilte.
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