Huthi-Rebellen im Jemen nutzen den KI-Dienst Claude von Anthropic, um ballistische Daten und Echtzeitflugwerte für Raketenangriffe auf Saudi-Arabien zusammenzutragen.
Die radikalislamischen Huthi-Rebellen setzen bei ihren Angriffen auf Saudi-Arabien nach Medienberichten auf Künstliche Intelligenz. Wie unter anderem die britische Zeitung Daily Mail
berichtete, steuert ein KI-Agent die Raketen der Miliz gezielt ins Ziel, wie t-online, afp und reuters meldeten. Im Fokus der Angriffe stand zuletzt unter anderem der Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad, wobei die Attacken bereits mehrere Menschenleben forderten.
Einsatz des KI-Dienstes Claude bei Raketenforschung
Grundlage für den Technologieeinsatz ist laut den Berichten eine eigene Analyse des US-Unternehmens Anthropic. Das Unternehmen untersuchte demnach in einer Studie mit dem Titel Zerschlagung einer im Jemen ansässigen Zelle für die Entwicklung gelenkter Waffensysteme
den Missbrauch ihres Dienstes Claude. Die Software, die primär Textanalysen erstellt, wurde von den Rebellen genutzt, um Forschungsdaten für ihre Waffensysteme zu bündeln.
Aus der Analyse von Anthropic geht hervor, dass die Huthi-Kämpfer Daten zur Ballistik, öffentlich zugängliche Flugsimulatoren sowie Echtzeitdaten der Raketen während des Fluges miteinander verknüpften. Selbst nach Erkennung des Missbrauchs durch den Konzern zeigten sich die Angreifer demnach in der Lage, das bereits Gelernte weiterzuverwenden und entsprechende Anpassungen vorzunehmen.
Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Bündnis am Golf
Die anhaltenden Angriffe treffen Saudi-Arabien zu einer Zeit, in der das Königreich seine Wirtschaft von der Abhängigkeit des Ölbooms befreien will. So mussten hochrangige Businessvertreter ihre Teilnahme am geplanten Wirtschaftstreffen Davos am Golf absagen, das in jener Woche in der Region stattfinden sollte. Medienberichten zufolge zieht sich sogar der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman vornehmlich in unterirdische Bunker zurück.
International blickt Riad auf zögerliche Verbündete. Erst im August hatten Saudi-Arabien, die Türkei und die Atommacht Pakistan den sogenannten Mekka-Pakt besiegelt, der gegenseitige Beistandsverpflichtungen vorsieht und oft als eine Art Mini-Nato am Golf bezeichnet wird. Zwar verlegten die Türkei und Pakistan in der Vorwoche nach längerem Zögern Truppen nach Saudi-Arabien, an den direkten Angriffen auf die Huthis im Nachbarland Jemen beteiligen sie sich jedoch nicht. Die Türkei sorgt sich um ihre Beziehungen zum Iran sowie um eine mögliche Vermittlerrolle im Konflikt zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Teheran. Pakistan, das seit Jahren saudische Militärs schult, steht laut dem pakistanischen Außenpolitikexperten Ejaz Haider in der Financial Times
vor der Herausforderung, zwei gegensätzliche Optionen gegeneinander abzuwägen
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