Der 46-jährige Manuel Hernandez wurde nach einem Bootsunglück im New Yorker Hafen, bei dem die 27-jährige Sara Sanchez und ihre fünf Monate alte Tochter Antonella Garcia starben, angeklagt. Hernandez wird beschuldigt, das Boot überladen und ohne erforderliche Sicherheitsausrüstung sowie Lizenzen betrieben zu haben, was zu den Todesfällen führte.
Ein geplanter Familienausflug endete am Samstagabend in einer Katastrophe, als ein Speedboot in der Nähe der Liberty Island kenterte. Insgesamt 14 Personen befanden sich an Bord, als das Fahrzeug in den dunklen Gewässern des New Yorker Hafens umschlug. Während zwölf Personen gerettet werden konnten, starben Sara Sanchez und ihr Säugling Antonella Garcia, die nach ihrer Bergung im NYU Langone Hospital für tot erklärt wurden.
Bundesanklage gegen Manuel Hernandez
Manuel Hernandez, der Pilot des Bootes, steht nun im Zentrum eines Bundesverfahrens. Nachdem zunächst staatliche Anklagen erhoben worden waren, übernahmen die Bundesstaatsanwälte den Fall. Hernandez wurde am Montag vor einem Bundesgericht in Manhattan vorgeladen und ist wegen zwei Straftaten angeklagt: Fehlverhalten und Vernachlässigung eines Schiffsoffiziers, die zum Tod führten. Er wurde gegen eine Kaution in Höhe von 50.000 US-Dollar auf Bewährung freigelassen.
Die Anklageschrift offenbart schwerwiegende Sicherheitsmängel. Laut den Dokumenten überstieg die Zahl der Passagiere mit 14 Personen die maximal zulässige Kapazität von 10 Personen. Besonders belastend ist der Vorwurf, dass Hernandez wusste, dass für das Baby an Bord keine passende Rettungsweste vorhanden war. Er habe die Mutter daher angewiesen, das Kind während der gesamten Tour festzuhalten.
Ein illegales Chartergeschäft ohne Lizenzen
Die Ermittlungen der US-Küstenwache und der Polizei konzentrieren sich auf den Verdacht eines illegalen Charterbetriebs. Ein solcher Betrieb liegt vor, wenn ein Passagierdienst ohne die notwendigen Zertifikate der Küstenwache, fehlende Sicherheitsausrüstung oder ohne Inspektionsbescheinigung (Certificate of Inspection, COI) betrieben wird. Hernandez verfügte weder über eine Merchant Mariner Credential noch über ein COI.
Die Details der Fahrt zeigen eine Kette von Improvisationen. Hernandez, der ursprünglich als Limousinenfahrer tätig war und später gelegentlich als Freelancer für Tourbetreiber arbeitete, nutzte am Samstagabend das Boot eines Freundes, da sein eigenes Fahrzeug in der Werkstatt war. Er verschwieg dem Eigentümer, dass er das Boot für eine bezahlte Tour einsetzte, und unterschätzte zudem die Größe des Schiffes, das etwa 1,2 Meter kleiner war als sein eigenes, berichtet ABC7 New York.
Rekonstruktion des Unglückshergangs
Die Tour dauerte etwa drei Stunden und zwanzig Minuten an. Kurz vor 22:30 Uhr, während der Fahrt in Richtung der Freiheitsstatue, vollführte Hernandez eine U-Turns-Wendung. Dabei geriet das Boot in eine Dünung, die möglicherweise durch das Kielwasser eines größeren vorbeifahrenden Schiffes verursacht wurde.

In einem Versuch, die Welle zu überwinden, erhöhte Hernandez die Gaszufuhr. Dies führte jedoch dazu, dass die Welle über den Bug schlug und das Boot sofort kenterte. Die Rettungsaktion war ein massiver Einsatz des NYPD, der FDNY und der US-Küstenwache. Ein privates Tourboot der Firma Sea the City war als erstes am Unfallort und rettete elf Personen aus dem Wasser.
Die Hinterbliebenen und die Auswirkungen
Die Opfer, Sara Sanchez und Antonella Garcia, stammten aus College Point, Queens. Der Vater des Kindes, Andres Garcia, überlebte das Unglück. Er ist Mitarbeiter des italienischen Restaurants Il Punto Ristorante in Midtown Manhattan. Das Restaurant äußerte sich über soziale Medien zu dem Verlust.

Das Paar hinterlässt einen sechsjährigen Sohn, der zum Zeitpunkt des Unglücks bei einer Betreuungsperson war, wie Antonio Russo, Generalmanager des Restaurants, gegenüber CNN bestätigte. Bürgermeister Zohran Mamdani drückte ebenfalls sein Beileid aus und betonte, dass viele New Yorker den Schmerz der Familie teilen.
Rechtliche Auflagen und nächste Schritte
Als Bedingung für seine Freilassung auf Kaution unterliegt Manuel Hernandez strengen Auflagen. Er darf keinerlei Boote oder Schiffe bedienen, muss alle Reisedokumente abgeben und hat ein Kontaktverbot gegenüber den Passagieren sowie Personen, die für den Tourbetreiber arbeiten.
Die Ermittlungen dauern an, insbesondere zur genauen Ursache des Kenterns..
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