Das Schweizer Comedy-Duo Loredana und Kilian feiert nach zehn Jahren Ehe am Montag, 25. Mai 2026, eine zweite Hochzeit – diesmal als Familie mit ihren beiden gemeinsamen Kindern im Mittelpunkt. Die Feier, die rund 50 Gäste an einem romantischen Seestandort versammeln soll, ist bewusst anders geplant als die erste Zeremonie: Keine Wiederholung der alten Traditionen, sondern eine neue Erinnerung in einer Zeit, in der gesellschaftliche Normen überdacht werden.
Warum jetzt? Die Philosophie hinter der zweiten Hochzeit
„Damals waren wir verliebt. Heute wissen wir, worauf wir uns eingelassen haben“, sagt Loredana mit einem Lachen, das mehr als nur Humor verrät. Die zehn Jahre seit ihrer ersten Hochzeit haben das Paar nicht nur in die Vaterschaft geführt, sondern auch vor die Vergänglichkeit des Lebens gestellt. „Wir müssen jeden Moment feiern, den wir zusammen haben“, erklärt sie – ein Gedanke, der in einer Zeit, in der Scheidungsraten und gesellschaftlicher Druck hoch sind, besonders mutig wirkt.
Die Idee zu einer zweiten Hochzeit kam von Loredana selbst. Kilian erzählt, dass in ihrer Beziehung eine „Ja-Regel“ gelte: Auf die Ideen des anderen sage man zuerst einmal Ja – selbst wenn sie verrückt klingen. Diese Regel habe ihre Beziehung schon oft bereichert, und diesmal galt sie auch für eine Hochzeit, die nicht nur eine Formalität, sondern eine bewusste Feier des gemeinsamen Weges sein soll. „Wir wollen eine neue Erinnerung schaffen“, betont Loredana. Die Liebe sei gereift – „die Party wird es nicht sein“, fügt sie scherzend hinzu.
Die Entscheidung, noch einmal zu heiraten, ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine gesellschaftliche Provokation. Während ältere Generationen oft kritisch reagieren – mit Sprüchen wie „Eine Hochzeit reicht doch“ oder Hinweisen auf ein „richtiges Jubiläum erst nach 50 Jahren“ –, sehen Loredana und Kilian darin eine bewusste Abkehr von starren Normen. „Aber wir wissen doch nicht, ob wir in 50 Jahren noch leben“, sagt Loredana.
Kilian nimmt die Kritik mit Gelassenheit: „Wer hat bitte schon etwas gegen eine gute Party?“ Doch hinter der Lockerheit steckt eine klare Haltung. „Uns nervt die Missgunst, die in der Schweiz leider sehr schnell ausgelebt wird und oft gesellschaftlich anerkannter ist als das Fördern positiver Gefühle und gegenseitiges Bestärken“, so Loredana. Die zweite Hochzeit ist für sie auch eine Absage an eine Kultur, die nur das Feiern von Jubiläen kennt – und nicht das Feiern des Hier und Jetzt.
Gesellschaftlicher Widerstand: Zwischen Spott und Solidarität
Die Reaktionen auf die Ankündigung der zweiten Hochzeit sind gespalten. Während viele Nutzer:innen im Netz ihre Glückwünsche übermitteln, gibt es auch spöttische Kommentare – besonders von älteren Generationen. „Eine Hochzeit reicht doch“ oder „Das ist doch nur ein Marketing-Gag“ sind nur einige der Kritikpunkte, die das Duo erreicht haben. Doch Loredana und Kilian lassen sich davon nicht beeindrucken. „Wir haben uns bewusst gegen gesellschaftliche Erwartungen entschieden“, sagt Kilian.

Interessant ist, dass die Kritik oft aus einer bestimmten Perspektive kommt: der der Tradition. In einer Zeit, in der viele Paare ihre Beziehungen flexibler gestalten – sei es durch Patchwork-Ehen, offene Partnerschaften oder bewusst getrennte Lebensentwürfe –, wirkt die Idee einer zweiten Hochzeit fast wie ein Akt der Rebellion. Doch für Loredana und Kilian geht es nicht um Rebellion, sondern um Authentizität. „Wir heiraten nicht, um etwas zu beweisen, sondern weil wir es wollen“, erklärt Kilian.
Die Podcast-Folge des Duos, in der sie über ihre Entscheidung sprechen, zeigt, wie tiefgreifend die Diskussion ist. Themen wie Scheidungsraten, gesellschaftlicher Druck und die Frage, was eine Hochzeit heute überhaupt noch bedeutet, werden dabei nicht nur persönlich, sondern auch gesellschaftlich relevant. „Warum heiraten Menschen trotz hoher Scheidungsraten?“, fragen sie sich selbst – und finden keine einfache Antwort. Doch für sie steht fest: Es geht nicht um die Formalität, sondern um die gemeinsame Entscheidung, das Leben zu feiern.
Die Feier: Romantik, Familie und ein Hauch von Rebellion
Die Hochzeitsfeier selbst soll alles andere als eine klassische Hochzeit werden. Rund 50 Gäste werden an einem See erwartet, wo es keine Nachbarn gibt, die sich über Lärm beschweren könnten. „Keine Einschränkungen bei der Party“, sagt Kilian lachend. Doch hinter dem Spaß steckt ein tieferer Sinn: Es geht darum, die Familie ins Zentrum zu stellen. „Diesmal heiraten wir nicht nur zu zweit – sondern als Familie“, betont Loredana.
Die Location am See ist bewusst gewählt: ein Ort der Ruhe und des Zusammenseins, fernab von gesellschaftlichen Blicken und Erwartungen. Die Einladungen tragen den Spruch „Oops, we’ll do it again“ – eine Anspielung auf die erste Hochzeit, die diesmal aber nicht wiederholt, sondern neu interpretiert wird. „Wir wollen keine Kopie, sondern eine Fortsetzung“, sagt Kilian.
Die Feier wird auch ein Statement sein: gegen die starren Normen, die viele Paare einengen. „Wir leben in einer Zeit, in der Beziehungen vielfältiger werden“, sagt Loredana.
Was kommt als Nächstes? Hochzeiten im Wandel
Loredana und Kilian sind kein Einzelfall. Immer mehr Paare entscheiden sich für ungewöhnliche Wege, ihre Liebe zu feiern – sei es durch zweite Hochzeiten, Patchwork-Zeremonien oder bewusst unkonventionelle Feiern. Doch ihre Geschichte wirft Fragen auf: Wie verändert sich das Bild der Ehe in einer Zeit, in der Scheidungsraten hoch und Beziehungen flexibler werden? Und was bedeutet es, wenn Paare ihre Hochzeit nicht als einmaliges Ereignis, sondern als lebendigen Prozess sehen?

Die Antworten darauf sind so vielfältig wie die Paare selbst. Doch eines ist klar: Loredana und Kilian zeigen, dass Traditionen nicht in Stein gemeißelt sind. „Wir heiraten nicht, weil es erwartet wird, sondern weil wir es brauchen“, sagt Kilian. Und genau das macht ihre Geschichte so besonders.
Für viele wird diese zweite Hochzeit ein Symbol sein – nicht nur für ihre Liebe, sondern auch für den Mut, gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. In einer Zeit, in der Individualität und Authentizität immer wichtiger werden, ist ihre Entscheidung vielleicht mehr als nur eine private Feier: Sie ist ein Statement für eine neue Art von Ehe – eine, die Raum für Veränderung, Familie und persönliche Freiheit lässt.
Ob andere Paare ihnen folgen werden? Das bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Diskussion über Hochzeiten, Liebe und gesellschaftliche Erwartungen wird damit noch lange nicht enden.