Moser Michael dominiert das Oberländische Schwingfest in Gstaad am 14. Juni 2026 und erreicht nach fünf Siegen den Schlussgang. Der junge Emmentaler bezwingt unter anderem Mitfavorit Fabian Staudenmann und trifft im Finale auf Matthieu Burger. Das Fest findet erstmals seit 2013 wieder in Gstaad statt.
Moser Michaels Dominanz im Sägemehl
Moser Michael aus Biglen, Jahrgang 2005, hat sich als der Mann der Stunde im Kanton Bern etabliert. Mit einer makellosen Bilanz von fünf Siegen in fünf Gängen führt er die Rangliste an. Besonders deutlich wurde seine Form im Anschwingen, als er den Mitfavoriten Fabian Staudenmann vom Bein holte. Laut Plattform J gilt Moser aufgrund dieser Leistungen für viele Beobachter als potenzieller Königsanwärter. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Ambition, beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESF), dem wichtigsten Turnier des Sports, den Titel des Schwingerkönigs zu erringen.
Seine Überlegenheit zeigte sich auch in der Punktewertung. Im vierten Gang sicherte er sich gegen Lukas Renfer die Maximalpunktzahl von 10,00, womit er eine Gesamtwertung von 40 Punkten erreichte. In der Bewertung des Schwingens vergeben die Kampfrichter Noten, wobei die 10,00 einen absolut dominanten Sieg markiert. Im fünften Gang bestätigte er diesen Lauf mit einem Sieg gegen Melchior Huber, für den er 9,75 Punkte erhielt.
Der Weg zum Schlussgang gegen Matthieu Burger
Im finalen Duell trifft Moser Michael auf Matthieu Burger aus Lüscherz. Burger sicherte sich seinen Platz im Schlussgang durch eine starke Serie, darunter Siege gegen Adrian Reichenbach und Remo Zürcher. Gegen Zürcher holte Burger im fünften Gang die Bestnote von 10,00. Wie der Nau-Ticker berichtet, steht diese Paarung nun als Entscheidung des Festes fest.
Der Schlussgang ist das prestigeträchtigste Duell eines Schwingfestes und wird zwischen den beiden bestplatzierten Ringern ausgetragen. Der Weg zum Finale war für beide Athleten von hoher Intensität geprägt, wobei Moser die konstantesten Leistungen abrief. Für Burger bedeutet der Einzug in den Schlussgang den Erfolg gegen mehrere hochkarätige Gegner, was ihn zur gefährlichsten Herausforderung für den ungeschlagenen Moser macht.
Formkurven der Berner Eidgenossen
Neben den Finalisten zeigten auch andere Top-Schwinger eine starke Performance, wenngleich sie den Anschluss an die Spitze verloren. Unter den Teilnehmern befinden sich mehrere sogenannte Eidgenossen – Schwinger, die sich auf dem Eidgenössischen Fest bereits in der Endrunde bewiesen haben und zur Elite des Sports gehören. Fabian Staudenmann aus Guggisberg musste sich zwar gegen Moser geschlagen geben, rehabilitierte sich jedoch in den folgenden Gängen. Er gewann unter anderem gegen Simon Röthlisberger, Lars Zaugg und Fabian Schärz.
Bernhard Kämpf aus Sigriswil (Jahrgang 1988) blieb ebenfalls über weite Strecken konkurrenzlos. Er bilanziert nach fünf Gängen mit vier Siegen und einem Gestellten. Ein „Gestellter“ Gang bezeichnet ein Unentschieden, bei dem kein Ringer den anderen innerhalb der Zeitlimitierung bezwingen konnte. Besonders hervorzuheben ist sein Sieg gegen Jonas Wüthrich, für den er eine glatte 10 erhielt, sowie sein Erfolg gegen Marco Eggimann im sechsten Gang.
| Schwinger | Bilanz / Status | Besondere Leistungen |
|---|---|---|
| Moser Michael | 5 Siege | 40 Punkte vor dem Schlussgang |
| Burger Matthieu | Finalist | Bestnote 10,00 gegen Remo Zürcher |
| Kämpf Bernhard | 4 Siege, 1 Gestellt | Bestnote 10,00 gegen Jonas Wüthrich |
| Staudenmann Fabian | 4 Siege, 1 Niederlage | Sieg gegen Fabian Schärz im letzten Gang |
Ein herber Rückschlag traf Adrian Walther. Nachdem er zwei Gestellte und einen Sieg verbuchen konnte, verletzte er sich im dritten Gang. Er konnte am Nachmittag nicht mehr antreten, was seine Chancen auf eine Spitzenplatzierung beendete.
Hitze und Zuschauerandrang in Gstaad
Die äußeren Bedingungen waren durch extreme Hitze und strahlenden Sonnenschein geprägt, was sowohl die Athleten und das Publikum forderte. Das Fest wurde dieses Mal nicht im Dorfzentrum, sondern leicht außerhalb von Gstaad ausgetragen.
Interessanterweise waren in diesem Jahr nicht alle Tribünenplätze besetzt, insbesondere im östlichsten Teil des Oberlands. Laut Plattform J wurde dies von den Anwesenden eher pragmatisch betrachtet, da es mehr Platz für die Fans und einen leichteren Zugang zu den Verpflegungsständen bedeutete. Die Stimmung blieb trotz der Lücken in den Zuschauerreihen positiv.
Die Anreise der Fans war vielfältig. Besucher reisten aus verschiedenen Regionen an, darunter aus Bern, Kirchdorf und Obergösgen, um das erste Oberländische Schwingfest in Gstaad seit 2013 zu verfolgen. Die Kombination aus Traditionssport und der Atmosphäre des Nobelortes Gstaad zog ein breites Publikum an, das trotz der Temperaturen die Duelle im Sägemehl verfolgte.
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