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Sport

Lächerlich“, „unsportlich“: RWE-Verteidiger teilt gegen Fürth-Stürmer Futkeu aus – WAZ

Die SpVgg Greuther Fürth sicherte sich am 27. Mai 2026 durch einen 2:0-Sieg im Rückspiel gegen Rot-Weiss Essen den Verbleib in der 2. Bundesliga. Während Essen den Aufstieg nach 19 Jahren verpasst, entbrannte zwischen dem Torschützen Noel Futkeu und Verteidiger Ben Hüning ein heftiger Streit über die sportliche Fairness.

Es war ein Spiel mit maximalen Gegensätzen. Auf der einen Seite stand die Hoffnung eines Traditionsklubs, der seit der Saison 2006/07 nicht mehr in der zweiten Liga gespielt hat. Auf der anderen Seite die nackte Existenzangst eines Zweitliga-Urgesteins, das kurz vor dem Absturz in die dritte Liga stand. Am Ende triumphierte die Erfahrung der Franken, doch der Preis war eine Atmosphäre, die weit über den sportlichen Wettkampf hinausging.

Das Fürth-Drama: Ein Aufstiegstraum platzt

Nach einem 1:0 aus dem Hinspiel schien die Rückkehr von Rot-Weiss Essen in die 2. Bundesliga greifbar. Doch im Rückspiel drehte Greuther Fürth die Situation mit kühler Effizienz. In der 29. Minute brachte der Torschützenkönig Noel Futkeu, der in dieser Saison 19 Treffer erzielte, die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Kurz nach dem Seitenwechsel, in der 47. Minute, besiegelte Kapitän Branimir Hrgota mit einem starken Abschluss den 2:0-Sieg.

Das Fürth-Drama: Ein Aufstiegstraum platzt
cluster (priority): Ntv

Für Essen war dieser Abend ein emotionaler Tiefschlag. Torhüter Jakob Golz beschrieb die Situation schlicht als unfassbar schmerzhaft. Trainer Uwe Koschninat versuchte zwar, Stolz in die Mannschaft zu bringen, und betonte, dass RWE in Deutschland einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe, doch der Schmerz über das verpasste Ziel überwiegt derzeit.

Provokationen und Vorwürfe: Der Clash zwischen Futkeu und Hüning

Besonders brisant verlief die Dynamik zwischen dem gebürtigen Essener Noel Futkeu und dem RWE-Verteidiger Ben Hüning. Wie SPORT BILD berichtete, sorgte Futkeus Jubel nach seinem Treffer für massiven Ärger. Der Stürmer soll an der Essener Bank entlanggelaufen sein und Hüning dabei provoziert haben.

Provokationen und Vorwürfe: Der Clash zwischen Futkeu und Hüning
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„Für mich komplett daneben, komplett lächerlich, das geht einfach nicht. Es ist einfach unsportlich.“

Hüning betonte zudem, dass gegenseitiger Respekt im Fußball immer nötig und wichtig sei. Futkeu hingegen weigerte sich, auf die Vorwürfe einzugehen, und verwies auf die Ereignisse des Hinspiels, in dem es bereits zu intensiven Zweikämpfen gekommen war. Für ihn zählte am Ende nur das Ergebnis: Klassenerhalt, fertig.

Chaos nach dem Abpfiff: Rudelbildung und Emotionen

Die aufgestauten Emotionen entluden sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Es kam zu einer sogenannten Rudelbildung, in die sich unter anderem Ruben Reisig von Essen stürzte. In diesem Chaos stieß der ehemalige Fürth-Spieler Dickson Abiama den Fürther Paul Will zu Boden. Die Szene verdeutlichte, wie hoch der Druck in dieser Relegation gewachsen war.

Chaos nach dem Abpfiff: Rudelbildung und Emotionen
cluster (priority): SPORT BILD

Die WAZ beschreibt die Stimmung im RWE-Lager als eine Mischung aus Wut und Leere. Während die Fürther Spieler in der Nacht noch feiern wollten, blieb in Essen nur die Erkenntnis, dass der Weg zurück in den Profifußball erneut länger dauern wird.

Die Paradoxie des Klassenerhalts: Wut trotz Rettung

Obwohl Greuther Fürth die Rettung geschafft hat, ist die Stimmung im Verein alles andere als euphorisch. Die Fans der Franken haben eine klare Botschaft an die Vereinsführung gesendet. Ein Banner vor der Kurve forderte drastisch: „Auf dem Platz und in den Gremien: Versager raus! Neuanfang jetzt!“

Die Paradoxie des Klassenerhalts: Wut trotz Rettung
cluster (priority): shz.de

Die Kritik richtet sich insbesondere gegen Geschäftsführer Holger Schwiewagner, dessen Abschied laut Berichten von n-tv lautstark gefordert wurde. Die Anhänger wollen keine weitere Saison erleben, in der der Verein bis zum letzten Moment um den Verbleib in der 2. Bundesliga zittern muss.

„Ich kann den Frust von Fans nachvollziehen. Ich glaube, dass der Verein das schon im Vorfeld wahrgenommen hat. Wir wissen, dass wir Hausaufgaben haben. Es bedarf viel Arbeit und Analyse. Man kann sich sicher sein, dass wir das auch machen.“

Vogel, der nach gescheiterten Experimenten mit Trainern wie Jan Siewert oder Thomas Kleine nun langfristig arbeiten soll, räumte ein, dass die Saison missraten war. Trotz der Erleichterung über den Klassenerhalt ist die Erkenntnis gereift, dass ein tiefgreifender Umbau notwendig ist.

Personalien: Ein schmerzhafter Abschied der Torjäger

Für Greuther Fürth bedeutet die Rettung gleichzeitig den Verlust seiner gefährlichsten Offensivwaffen.

  • Noel Futkeu: Der 23-Jährige kehrt nach zwei Jahren über eine Rückkaufoption zu Eintracht Frankfurt zurück.
  • Branimir Hrgota: Der 33-jährige Kapitän sucht nach sieben Jahren im Trikot des Kleeblatt-Vereins eine neue Herausforderung.

Trainer Heiko Vogel beschrieb die Situation als eine Mischung aus Freude über die Tore und Wehmut, da dies die letzten Treffer waren, die das Duo für Fürth erzielen würde. Die Aufgabe für die Sommerpause ist gewaltig: Der Kader muss umgebaut werden, während die Führungsebene unter massivem Druck der eigenen Anhänger steht.

Während die Spieler die Rettung erst einmal „krachen lassen“ sollen, beginnt für beide Vereine nun eine Phase der harten Analyse. Für Rot-Weiss Essen bedeutet dies die schmerzhafte Akzeptanz, dass der Traum vom Aufstieg vorerst geplatzt ist. Für Greuther Fürth ist der Klassenerhalt lediglich ein Aufschub – ohne einen radikalen Neuanfang droht die nächste Saison in dieselbe Abwärtsspirale zu führen.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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