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Welt

Kreml-Chef verspricht Moskau

In einem einstündigen Telefonat hat Russlands Präsident Wladimir Putin (73) dem US-Präsidenten Donald Trump (80) versichert, Moskau habe keine aggressiven Pläne gegenüber Europa. Das teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow (79) am Dienstag mit. Das Gespräch, das während einer neuen diplomatischen Offensive der USA stattfand, berührte auch die Lage an der Front und Russlands militärische Ziele in der Ukraine.

Nach Gesprächen von US-Vermittlern in Moskau und Kiew kam es zu einem direkten Austausch zwischen Washington und dem Kreml. Der außenpolitische Berater des russischen Staatschefs, Juri Uschakow (79), teilte am Dienstag mit, dass das Staatsoberhaupt in dem Gespräch auf die Diskussion über angebliche feindliche Absichten Russlands gegenüber europäischen Staaten eingegangen sei. Das Thema war offenbar von Trump angesprochen worden, da in Europa zuletzt die Angst vor russischen Sabotage- und Hybridaktionen gewachsen war, wie aus Berichten hervorgeht. Dabei betonte der Kreml nach Angaben der Nachrichtenagentur AP, dass Moskau „keine aggressiven Pläne gegenüber Europa“ habe.”

Diplomatische Offensive der USA und Gespräche in Kiew und Moskau

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges, den Russland seit Februar 2022 gegen die Ukraine führt, hatten am vergangenen Wochenende an Fahrt aufgenommen. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (45) und US-Sondervermittler Steve Witkoff (69) reisten zu Verhandlungen nach Moskau und anschließend weiter nach Kiew, wo sie den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) trafen. Einen sofortigen Durchbruch brachten diese Begegnungen zwar nicht, doch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) äußerte sich am Dienstag positiv über die Vorschläge der US-Unterhändler und sprach davon, dass diese einige „sehr gute, lohnenswerte Ideenfür ein Ende des Krieges präsentiert hätten, während Details dazu zunächst noch nicht genannt wurden.

Moskau wurde im Falle eines Endes des Ukraine-Konflikts von dem US-amerikanischen Präsidenten eine komplette Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und den USA in Aussicht gestellt. Zudem besprachen die Seiten weitere Austausche von Gefangenen. Das Telefonat zwischen den beiden Staatschefs dauerte laut Uschakow etwa eine Stunde.

Kriegsverlauf, Frontlage und Reaktionen aus der Ukraine

Trotz der diplomatischen Kontakte machte Putin gegenüber dem US-Präsidenten keinen Zweifel daran, dass Russland seine militärischen Ziele weiterverfolge. Der Kremlchef gab eine „objektive und ausführliche Analyse der Vorgänge auf dem Schlachtfeld“ ab und informierte Trump über die Lage an der Front sowie Russlands Pläne, weitere Geländegewinne zu erzielen und seine militärischen Ziele zu erreichen. Dabei führte Putin auch aus, was die USA „real für ein baldiges Ende der Kampfhandlungen tun können“. Zudem gab man sich im Kreml siegessicher; Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58) erklärte am Dienstag, Russland sei von seinem militärischen Potenzial „sehr überzeugt“, und ein Moskauer Regierungsvertreter sagte laut AP sogar, der „Sieg ist sehr nah“.””””

Kreml-Chef verspricht Moskau
Photo: heute.at
Kreml-Chef verspricht Moskau
Photo: BILD

Dieser optimistischen Darstellung aus Moskau steht die Einschätzung internationaler Beobachter gegenüber. Ukrainische und westliche Beobachter sehen derzeit keine bedeutenden russischen Fortschritte. Das Institute for the Study of War (ISW) schätzt das derzeitige Vormarschtempo als so langsam ein, dass Russland beim derzeitigen Vormarschtempo die noch nicht besetzten Teile der Region Donezk erst 2032 einnehmen würde – falls dies überhaupt gelingt.

Unterdessen überzog Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit nächtlichen Angriffen. Dabei wurden nach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha mindestens 25 Menschen verletzt und über 50 Orte der Stadt beschädigt, wobei auch Wohnhäuser, Schulen und Geschäfte getroffen wurden. Laut dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha würde Putin die amerikanischen Friedensbemühungen durch diese Angriffe untergraben.

Ausblick auf kommende internationale Treffen

Die diplomatischen Kanäle bleiben trotz der anhaltenden Kampfhandlungen geöffnet. Selenskyj äußerte die Hoffnung auf ein Treffen mit Trump um den 20. September herum, rund um die UN-Generalversammlung in New York. Darüber hinaus könnten nach seinen Angaben noch im Herbst Delegationen der Ukraine, Russlands und der USA zu neuen Gesprächen zusammenkommen. Auch der Kreml äußerte sich positiv über die Gespräche mit Kushner und Witkoff in Moskau.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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