Das Jahr 2024 hat laut einer im Oktober 2024 in Science Advances veröffentlichten Studie der UCLA einen globalen Rekord für extreme Niederschläge aufgestellt, der die historische Baseline um 20 Prozent übertraf. Forschende führen diesen Anstieg zu 40 Prozent auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurück und warnen vor Bedingungen, die im Jahr 2027 zu neuen Extremen führen könnten.
Im Herbst 2024 sorgten extreme Regenmengen international für Schlagzeilen und hinterließen im Nordosten Österreichs verheerende Spuren sowie überflutete Haushalte. Wie Analysen zeigen, fielen solche Wassermassen nicht zufällig. Klimatische Bedingungen wie die Erderwärmung haben die Hochwasserspitzen in der Region laut Forschern überraschend stark angehoben.
Rekordniederschläge und der Einfluss des Klimawandels im Jahr 2024
Die von Wissenschaftlern der UCLA untersuchten Klimadaten belegen, dass das Jahr 2024 im Vergleich zur historischen Baseline eine um 20 Prozent höhere Häufigkeit globaler Niederschlagsextreme verzeichnete. Damit wurden frühere starke El-Niño-Jahre wie 1983, 1998 und 2016 übertroffen. Während in früheren Zyklen der Hauptanteil des starken Regens in der ersten Jahreshälfte fiel und nach der Abkühlung des tropischen Pazifiks abebbte, hielten die extremen Regenfälle 2024 an. Selbst nach dem Abkühlen des Ozeans kam es im August zu neuen Höchstständen.
Zwischen El Niño und dem Klimawandel hat das Jahr 2024 einen weltweiten Rekord bei der Anzahl der Tage mit Starkregen aufgestellt.
Chad Thackeray, Klimawissenschaftler und Erstautor an der UCLA
Die Untersuchungen zeigen, dass menschgemachte Erwärmung rund 40 Prozent dieses Anstiegs erklärt. Ein wärmerer Ozean und eine wärmere Atmosphäre können deutlich mehr Feuchtigkeit speichern, was die Wahrscheinlichkeit für heftige Regenstürme kontinuierlich erhöht.
Zusammentreffen seltener Ozean-Erwärmungen und Prognosen für 2027
Neben dem Klimawandel und dem Wetterphänomen El Niño trug ein seltenes naturgegebenes Zusammentreffen zu den Regenmengen des Jahres 2024 bei. Breite Regionen des tropischen Atlantiks und des Indischen Ozeans erwärmten sich zeitgleich mit dem Pazifik. Ein vergleichbares Muster aus dreifacher Ozeanerwärmung gab es zuvor nur im Jahr 1998, das bis dahin den Rekord für extreme Niederschläge gehalten hatte.
Die UCLA-Forschenden sehen in diesen Mustern Parallelen für die kommenden Jahre. Ein sich anbahnender El Niño könnte laut Frühschätzungen der Wissenschaftler dazu beitragen, dass das Jahr 2027 das bisherige Rekordjahr ablöst. Ob die dreifache Ozeanerwärmung erneut auftritt, bleibt vorerst offen, da die Analysen der Wissenschaftler auf Wassertemperaturen von Dezember bis Februar gestützt sind.
Wir bewegen uns in unbekanntes Terrain, was die Wärme des kommenden El Niño angeht, aber die Voraussetzungen für einen weiteren Rekord im Jahr 2027 sind gegeben.
Chad Thackeray, Klimawissenschaftler an der UCLA
Die Finanzierung der Forschungsarbeit erfolgte unter anderem durch die National Science Foundation sowie das US-Energieministerium. Ob die sich formierenden Bedingungen tatsächlich zu neuen globalen Extremen führen, wird vom Verlauf des kommenden Winters abhängen.
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