Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

Keswick: Rechenzentrum-Pläne sorgen für heftige Proteste

Ein geplantes 150-Megawatt-Rechenzentrum in Keswick am Südrand von Norwich sorgt für heftige Proteste wegen enormer Lärmemissionen, Wasserfragen und möglicher Umweltschäden an geschützten Schutzgebieten. Tausende Bürger unterzeichneten eine Petition, während die Lokalpolitik offiziellen Widerstand ankündigt.

Pläne für ein 150-Megawatt-Rechenzentrum in Keswick

Am Südrand von Norwich auf einem Gelände in Keswick plant die Norwich Apex Data Centre die Errichtung eines großflächigen Rechenzentrums. Die entsprechenden Unterlagen liegen dem South Norfolk Council vor. Ursprünglich besaß das Areal bereits eine Genehmigung für einen Gewerbepark, doch der Investor möchte stattdessen die Rechenkapazitäten ausbauen.

Die Anlage soll nahe an einem bestehenden Umspannwerk für Offshore-Windparks in der Nordsee entstehen, von wo aus die nötige Energie bezogen werden könnte. Laut den Betreibern könnte das Projekt bis zu 150 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen. Durch gezielte Begrünung und Bepflanzung will das Unternehmen die optische Beeinträchtigung der Landschaft abmildern.

Lärmbelastung und der Einsatz von 72 Dach-Chiller-Einheiten

Einer der zentralen Streitpunkte sind die prognostizierten Schallemissionen der geplanten Anlage. Die eingereichten Umweltprüfungen zeigen, dass das Projekt potential to generate very high levels of noise to the surrounding area aufweist und umfangreiche Schutzmaßnahmen erfordert, wie die BBC berichtet. Der Großteil dieses Lärms ginge demnach von den 72 auf dem Dach installierten Kühlaggregaten aus.

Das Unternehmen hält dagegen und betont, dass die operative Lautstärke an sensiblen Orten in der Umgebung in line with existing background levels liegen werde. Bezüglich des Wasserverbrauchs versichert der Betreiber, dass eine Luftkühlung zum Einsatz kommt. Wasser soll demnach ausschließlich für alltägliche Einrichtungen wie Toiletten benötigt werden, ohne dass Flüsse oder Sümpfe in der Region angezapft werden.

Proteste gegen die Bedrohung von Marston Marshes

Neben dem Lärm stehen auch die potenziellen Folgen für das Ökologie-Gleichgewicht in der Kritik. Anwohner und Umweltschützer befürchten negative Auswirkungen auf geschützte Naturräume wie die nahen Marston Marshes. Eine Petition gegen das Vorhaben fand bereits den Zuspruch von mehrerentausend Unterzeichnern.

„Unsere Umweltverträglichkeitsprüfungen kommen zu dem Schluss, dass das Rechenzentrum nahegelegene ausgewiesene Naturschutzgebiete nicht schädigen wird.“

Sprecher der Norwich Apex Data Centre, via BBC

Kommunalpolitiker kündigen formellen Widerstand an

Der politische Druck auf die Kommunalbehörden wächst spürbar. Daniel Elmer, der konservative Chef des South Norfolk Council sowie Kreistagsabgeordnete für Keswick, kündigte an, offiziell Einspruch gegen den Bauantrag einzulegen. Er betonte gegenüber dem Local Democracy Reporting Service seine Bedenken hinsichtlich der Dimensionen des Projekts.

„Meiner persönlichen Ansicht nach ist es einfach verdammt noch mal zu groß für das Gelände, auf dem es entstehen soll.“

Daniel Elmer, Vorsitzender des South Norfolk Council, via Yahoo

Elmer verwies zudem auf die sensiblen Blickachsen am südlichen Stadteingang von Norwich und eine nahegelegene denkmalgeschützte Kirche. Besucher, die über diese Straße in die Stadt reisen, würden als Erstes das massive Bauwerk sehen, was dem Markenbild der Region widersprechen könnte.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.