Spaniens WM-Auftakt gegen Kap Verde endete am Montag, 15. Juni 2026, mit einer historischen 0:0-Niederlage in Atlanta – ein Ergebnis, das den Titelanwärter als WM-Neuling Kap Verde (Weltrang 67) in die Schlagzeilen katapultierte und die Fußballwelt vor eine der größten Überraschungen der jüngeren Turniergeschichte stellt.
Der Mann des Spiels: Warum der 40-jährige Vozinha zum Helden wurde
Kap Verdes Torhüter Vozinha, ein 40-Jähriger, der in der zweiten portugiesischen Liga für Chaves spielt, hielt sein Tor 90 Minuten lang sauber und wurde zum unbestrittenen Star des Spiels laut SRF. Mit sieben Paraden und einer fast schon übermenschlichen Präsenz im Strafraum machte er selbst die besten spanischen Angreifer wie Ferran Torres und Mikel Oyarzabal zur Zielscheibe. „Er hat das Spiel seines Lebens gespielt“, heißt es in der Analyse von 20 Minuten. Besonders bemerkenswert: Vozinha hatte bereits vor dem Spiel seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft angekündigt – doch an diesem Tag wurde er zum Retter in der Not.

Die Spanier, ohne ihre verletzten Superstars Lamine Yamal und Nico Williams, zeigten sich in der ersten Halbzeit völlig orientierungslos. Erst in der 15. Minute gelang ihnen der erste Torschuss, und selbst die beste Torchance des Spiels – ein Lattentreffer von Torres in der 39. Minute – blieb ohne Erfolg. „Wir haben Torchancen kreiert, aber gegen einen so tief stehenden Gegner müssen wir viel besser spielen“, gab Trainer Luis de la Fuente nach dem Spiel zu laut 20 Minuten. Die Spanier dominierten zwar mit 75 Prozent Ballbesitz und einem xG-Wert von 2,15, doch die Effizienz blieb auf der Strecke.
Die Blamage: Warum Spanien trotz Übermacht keine Tore fand
Spaniens Schwäche zeigte sich besonders auf den Flügeln, wo die fehlenden Yamal und Williams fehlten. Erst in der 71. Minute wurde Yamal eingewechselt, doch auch er konnte den entscheidenden Treffer nicht erzielen. „Die Mannschaft von Kap Verde ist sehr gut organisiert“, erklärte de la Fuente im Anschluss laut Bild. „Sie haben wirklich sehr tief verteidigt, und wir haben versucht, Räume zu schaffen.“ Die Inselgruppe, deren Bevölkerung etwa der Stadt Zürich entspricht, setzte sich mit einem Punkt aus dem Spiel – ein historischer Moment für eine Mannschaft, die erst zum zweiten Mal an einer WM teilnimmt.
Besonders peinlich für Spanien: Mikel Oyarzabal, einer der besten Stürmer der Liga, hatte in den ersten 30 Minuten keinen einzigen Ballkontakt – ein Rekord seit Einführung der Datenerfassung 1966, wie der Blick berichtet. Die „Furia Roja“ präsentierte sich als ein Team ohne Ideen, ohne Druck – und ohne den Willen, das Spiel zu gewinnen. Selbst die Einwechslung von Yamal und Williams in der Schlussphase brachte keine Wende.
Was kommt jetzt? Die Gruppe H und die nächsten Herausforderungen
Spaniens nächstes Spiel findet am Sonntag, 18. Juni 2026, um 18 Uhr Schweizer Zeit in Atlanta gegen Saudi-Arabien statt – ein Gegner, der zwar ebenfalls als Außenseiter gilt, aber in der Vergangenheit bereits starke Leistungen gezeigt hat. Für Kap Verde geht es sechs Stunden später in Miami gegen Uruguay, das als klarer Favorit in der Gruppe H gilt. Ein Sieg gegen die „Celeste“ wäre ein weiterer historischer Coup für die Inselgruppe.

Die 0:0-Niederlage gegen Kap Verde ist nicht nur eine sportliche Blamage, sondern auch ein Weckruf für Spanien. Die „Furia Roja“ muss sich dringend steigern, wenn sie ihre Titelambitionen ernst nehmen will. Die Frage ist: Hat der Europameister noch die Kraft, sich von diesem Fehlstart zu erholen – oder ist dies erst der Anfang einer enttäuschenden WM?
Historischer Kontext: Warum dieses Spiel so ungewöhnlich ist
Kap Verdes WM-Debüt ist nicht nur wegen des 0:0 gegen Spanien ungewöhnlich, sondern auch wegen der demografischen und sportlichen Realität. Mit etwa 500.000 Einwohnern und einer Fußball-Nationalmannschaft, die erst seit 2010 regelmäßig an Qualifikationen teilnimmt, hat die Inselgruppe kaum Chancen auf einen Titel – doch sie hat bereits bewiesen, dass sie gegen die größten Namen der Weltfußballszene bestehen kann. Schon vor dem Spiel hatte Trainer Luis de la Fuente gewarnt: „Viele werden Kap Verde am Montag entdecken.“ Das ist nun geschehen – und die Fußballwelt schaut mit gemischten Gefühlen auf die Gruppe H.
Die WM 2026 hat damit nicht nur ein neues Gesicht gezeigt, sondern auch eine Frage aufgeworfen: Kann eine Mannschaft, die auf dem Papier kaum eine Chance hat, die größten Fußballnationen der Welt in die Knie zwingen? Die Antwort könnte in den nächsten Spielen fallen – und sie könnte die Turniergeschichte neu schreiben.
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