Nach dem Scheitern von Verhandlungen in Washington hat die kanadische Regierung unter Premierminister Mark Carney Gegenzölle auf US-Waren angekündigt. September 2026. Beide Seiten machten sich am Samstag gegenseitig für den Zusammenbruch der Gespräche verantwortlich, während die USA zuvor Importabgaben in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Güter verhängt hatten.
Handelskonflikt eskaliert nach Fristablauf in Washington
Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada hat eine neue, schärfere Phase erreicht. Nach dem nächtlichen Scheitern der Verhandlungen in Washington kurz vor dem Ablauf der von Präsident Donald Trump gesetzten Frist setzten die USA Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Importe im Wert von 20 Milliarden Dollar in Kraft. Die Maßnahmen betreffen rund fünf Prozent aller kanadischen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten, darunter Produkte wie Hockey-Schläger, Stahl und medizinische Zubehörartikel (wie Zungendrücker).
September an. Die kanadische Regierung reagiert damit auf das aus ihrer Sicht aggressive Vorgehen des Nachbarlandes. Carney erklärte, die USA hätten die wirtschaftliche Integration als Waffe eingesetzt, deren Unterschrift in Bleistift geschrieben worden sei, und sein Land sei von den neuen amerikanischen Zöllen angegriffen worden. Man sei im Krieg, wenn man angegriffen werde, so Carney, wobei Kanada über die Reserven, die Widerstandskraft und einen Plan verfüge, um zu antworten.
Getrennte Darstellungen zum Scheitern der Gespräche
Beide Regierungen schoben sich nach dem Abbruch der Kontakte gegenseitig die Schuld zu. Während Ottawa argumentierte, die US-Forderungen seien unannehmbar gewesen, begründete die US-Seite das Vorgehen mit jahrelangen kanadischen Handelspraktiken.
Carney betonte, Kanada sei zu Zugeständnissen bereit gewesen. Man habe angeboten, bestehende Gegenzölle auf Stahl, Aluminium und Autos zu streichen, wenn die USA ihrerseits die eigenen Importabgaben deutlich senken und die Provinzen zur Wiederaufnahme von US-Alkoholverkäufen ermutigen würden. Washington habe jedoch zu viel verlangt und zu wenig geboten.
„They asked too much and offered too little“
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer widersprach dieser Darstellung in einem Interview mit dem Sender Fox & Friends Weekend. Die US-Regierung habe vorteilhafte Konditionen angeboten, um sensible Branchen in den USA zu schützen und amerikanische Lieferketten abzusichern, nachdem die USA genug gesagt hätten und nun Gegenmaßnahmen ergriffen worden seien.
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer gab das Scheitern der Verhandlungen in der Nacht unmittelbar vor dem Ablauf einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Carney kündigte am Samstag Gegenzölle an.
Greer erklärte, die USA hätten angeboten, die Zölle auf Stahl, Autos und Holz zu senken, also Dinge, die für sie sensibel seien, und dass Kanada ohnehin immer den besten Deal gehabt habe und auch weiterhin einen noch besseren Deal gehabt hätte, diesen jedoch nicht habe wollen.
Konkrete Sektoren und politische Reaktionen in Kanada
Die kanadischen Gegenmaßnahmen richten sich gezielt gegen US-Branchen, die von den amerikanischen Zöllen besonders betroffen sind. Premierminister Carney kündigte an, dass die Abgaben auf mehrere Sektoren ausgeweitet werden.
- Stahlprodukte
- Milchprodukte
- Landwirtschaftliche Ausrüstung
- Zellstoff und Papier
- Elektronik
- Haushaltsgeräte (Appliances)
Der Premierminister begründete die Auswahl der Branchen als eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren.
Unterstützung erhielt die Bundesregierung aus Ontario. Der Premierminister der bevölkerungsreichsten kanadischen Provinz, Doug Ford, lobte die Entscheidung und forderte den Einsatz aller verfügbaren politischen und wirtschaftlichen Instrumente.
Zukunft des nordamerikanischen Handelsabkommens in Gefahr
Der offene Handelsstreit stellt auch das gemeinsame Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko infrage, das für die Industrie in allen drei Ländern von entscheidender Bedeutung ist. Carney erklärte, die festgefahrenen Verhandlungen gäben Ottawa eine neue Perspektive auf das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA.
Nach Angaben der Regierung in Ottawa waren besonders Forderungen nach Einschränkungen bei der Handelspolitik mit Drittstaaten sowie Eingriffe in den Schutz von Sprache und Kultur unüberwindbare Hürden. Der Vertrauensverlust zwischen den beiden traditionellen Verbündeten entlang einer unverteidigten Grenze gilt vorerst als eine der schwerwiegendsten Folgen der Krise.
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