US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff werden in den kommenden Tagen zu ihrem ersten Besuch in Kiew erwartet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die bevorstehende Reise. Zuvor war der Termin wegen verstärkter russischer Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt kurzfristig verschoben worden.
Erster Besuch der US-Unterhändler in Kiew
Die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff planen in den kommenden Tagen ihre Reise in die Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab in seiner abendlichen Videobotschaft bekannt, dass die beiden Vertrauten von US-Präsident Donald Trump diesen Schritt bestätigt haben. Für Kushner und Witkoff handelt es sich um den ersten offiziellen Besuch in Kiew, nachdem sie zuvor mehrfach zu Gesprächen mit Kremlchef Putin nach Moskau gereist waren. Auch dieses Mal wollen Kushner und Witkoff außer nach Kiew auch nach Moskau reisen, heißt es, wobei unklar ist, welche der Hauptstädte sie zuerst ansteuern.
Washington hat die Reise noch nicht offiziell bestätigt. Die Ukraine hofft auf neue Friedensgespräche unter Führung der USA, während Russland im Grenzgebiet und über der Ostsee neue Provokationen zeigt.
Sicherheitslage verzögert diplomatische Mission
Ursprünglich sollten Kushner und Witkoff schon vorige Woche nach Kiew reisen, Washington verschob die Reise aber aus unbekannten Gründen. Wie Berichte unter Berufung auf den „Radio Free Europe“-Journalisten Alex Raufoglu im Netzwerk X belegen, wurde der geplante Besuch angesichts der verstärkten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew geändert. Raufoglu betonte, dass der Besuch der US-Vertreter nicht abgesagt, sondern lediglich verschoben worden sei. Über den Besuch der Vertreter von Trump wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.”
Im Gegensatz zu den amerikanischen Unterhändlern absolvierten im August europäische Spitzenpolitiker trotz der angespannten Sicherheitslage Besuche in der ukrainischen Hauptstadt. Am 23. August trafen gleich sechs europäische Staats- und Regierungschefs in Kiew ein; Vertreter aus Litauen, Lettland, Estland, Dänemark, Norwegen und Finnland besuchten die Ukraine.
Druck aus Washington und Reaktionen auf Militärhilfen
Parallel zu den diplomatischen Entwicklungen forderte US-Präsident Donald Trump von europäischen Staaten die Rückzahlung von US-Militärhilfen für die Ukraine und signalisierte einen vorübergehenden Stopp von Waffenverkäufen an Verbündete. Hunderte Milliarden Dollar seien der Ukraine und der Nato zur Verfügung gestellt worden, schrieb Trump in sozialen Medien. Europa hätte dafür bezahlt, wenn man nur darum gebeten hätte, und er fügte hinzu: „Wir werden dieses Geld einfordern, wenn auch etwas verspätet“.”

Zugleich kritisierte er Berichte über stark geschrumpfte US-Munitionsbestände infolge des Krieges im Iran. Die USA würden ihre Vorräte derzeit für sich selbst anstatt für den Verkauf an Verbündete aufstocken, wobei die Verkäufe an Verbündete bald wieder aufgenommen werden sollen.
Lage im Kriegsgebiet und Justizverfahren in Russland
Durch ukrainischen Beschuss sind im russischen Grenzgebiet Belgorod nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden, während drei weitere verletzt wurden. Das teilte der kommissarische Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit. Die Opfer waren demnach in einem Krankenwagen in der Stadt Schebekino unterwegs, die nur rund fünf Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt liegt, während russische Truppen an diesem Grenzabschnitt bis zu zehn Kilometer weit in die benachbarte ukrainische Region Charkiw vorgedrungen sind. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Unterdessen hat ein russisches Gericht gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eine Ausgangs- und Kommunikationssperre verhängt. Die am Vortag wegen Kritik an der russischen Armee festgenommene Lida Moniawa dürfe ihre Wohnung zwischen 20.00 und 08.00 Uhr nicht verlassen und kein Internet nutzen, teilte ihr Anwalt Michail Birjukow am Donnerstag mit, und zudem dürfe sie nicht mit Zeugen sprechen. Im Falle einer Verurteilung drohen der 38-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.