US-Präsident Donald Trump und der chinesische Machthaber Xi Jinping sind am Donnerstag im Weißen Haus zu einem hochkarätigen Gipfeltreffen zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Gespräche in Washington stehen der Handelsstreit, die Zukunft der Künstlichen Intelligenz, die Taiwan-Frage sowie der Iran-Krieg.
Militärischer Pomp und verlängerter Handelskrieg-Burgfrieden
Das Treffen begann am Mittwochabend auf der Joint Base Andrews in Maryland, wo US-Präsident Donald Trump den chinesischen Gast am Flugzeug empfing. Am Donnerstagmorgen folgte eine offizielle Zeremonie im Weißen Haus mit militärischer Ehrenformation, bei der unter anderem B-1-Bomber im Tiefflug über das Gelände zogen und Salutschüsse abgefeuert wurden. Kurz vor dem Eintreffen des Staatsgasts hatte US-Finanzminister Scott Bessent verkündet, dass der vorläufige Handelsfrieden zwischen den beiden Ländern verlängert wird. Die Vereinbarung, die Zölle senkte und Pekings Exportkontrollen für Seltene Erden suspendierte, wurde um zwei Monate bis zum 10. Januar verschoben.
Hinter den Kulissen ringen beide Staaten jedoch weiterhin um die wirtschaftliche Vorherrschaft. Während Washington mit gezielten Ausfuhrbeschränkungen und Sanktionen gegen chinesische Technologieunternehmen agiert, setzt Peking auf strategische Exporteinschränkungen bei Drohnen. Auch das Thema Taiwan sorgt für anhaltende Spannungen. Xi fordert von der US-Regierung einen dauerhaften Stopp von Waffenverkäufen an die selbstverwaltete Insel. Trump hatte zuvor ein Rüstungspaket im Wert von 14 Milliarden US-Dollar nach einem Treffen mit Xi im Mai zunächst zurückgehalten und die Waffenlieferungen als gutes Verhandlungspfand bezeichnet.
Künstliche Intelligenz und die Frage der Kontrolle
Ein zentraler Streitpunkt des Gipfels ist die Entwicklung fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz. Beide Supermächte beanspruchen die Führung in diesem Sektor für sich, treiben die technologische Forschung jedoch unter gänzlich unterschiedlichen Vorzeichen voran. US-Präsident Trump betonte vorab über soziale Medien, dass er das Wachstum der Branche unter keinen Umständen bremsen wolle. Er zog den Begriff Super Intelligence
heran, lehnte internationale Regulierungen ab und verwiel auf das Justizministerium als ausreichende Kontrollinstanz.

Ich möchte es genau dort belassen, wo es ist. Das ist auch die Position Chinas. Unser Schutzwall ist das Justizministerium!
Chinas Staatschef schlug im Weißen Haus zwar ebenfalls moderatere Töne an, unterstrich jedoch die Notwendigkeit menschlicher Aufsicht. In seiner im Weißen Haus übersetzten Rede erklärte Xi, dass beide Nationen die Verantwortung tragen, Künstliche Intelligenz zum Wohl der Menschen zu steuern. Dennoch bleibt das Technologie-Rennen von tiefem Misstrauen geprägt. Aus Berichten des U.S.-China Economic and Security Review Commission geht hervor, dass China Teheran im Iran-Konflikt wirtschaftlich und technologisch unterstützt, was den US-Sanktionsdruck unterläuft und die Gespräche im Oval Office zusätzlich belastet.
Kulturelle Gesten und diplomatische Signale im Weißen Haus
Neben den harten Konfliktthemen bot der Besuch auch Raum für traditionelle diplomatische Gesten. Xi kündigte im Rahmen der Gespräche an, dass China in Kürze zwei Pandas an den Zoo in Atlanta übergeben wird. Dies knüpft an ähnliche Lieferungen an den National Zoo und den Zoo in San Diego im Jahr 2024 an. Die Gespräche in Washington verdeutlichen, dass beide Staaten trotz tiefgreifender Rivalitäten beständig nach Gesprächskanälen suchen, um eine unkontrollierte Konfrontation zu verhindern.

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