Japan hat am Freitag in Osaka einen 58-jährigen Mann hinrichten lassen, der 2009 fünf Menschen bei einem Brandanschlag auf eine Pachinko-Spielhalle getötet hatte. Die Vollstreckung ist die erste unter Premierministerin Sanae Takaichi und entfacht die internationale Debatte über die Beibehaltung der Todesstrafe in dem Industriestaat neu.
Vollstreckung in Osaka und Details der Tat von 2009
Die japanischen Justizbehörden haben am Freitagmorgen den zum Tode verurteilten Sunao Takami durch Hängen hingerichtet. Der 58-jährige Täter war im Juli 2009 in eine voll besetzte Pachinko-Spielhalle in seiner Heimatstadt Osaka gegangen, hatte Benzin im Gebäude verteilt und das Feuer gelegt, wodurch vier Kunden und eine Mitarbeiterin starben sowie zehn weitere Personen Verletzungen davontrugen. Takami stellte sich der Polizei am Tag nach der Tat.
Der juristische Weg bis zur Hinrichtung zog sich über Jahre hin. Ein Gericht in Osaka verurteilte ihn im Jahr 2011 zum Tod, und der Oberste Gerichtshof wies seine Revision im Jahr 2016 endgültig ab. Die Verteidigung hatte im Verfahren vorgebracht, dass der Angeklagte an einer psychischen Störung gelitten habe und daher nur eingeschränkt straffähig gewesen sei.
Es hat äußerst schwerwiegende Folgen ausgelöst und der Gesellschaft einen großen Schock und Angst eingejagt. Justizminister Hiroshi Hiraguchi, via AP News
Hiraguchi führte ferner aus, dass die Opfer unvorstellbare Schmerzen und Angst ertragen mussten und Überlebende bis heute mit langfristigen gesundheitlichen Folgen leben müssten.
Politische Implikationen unter Premierministerin Sanae Takaichi
Der Freitagseingriff markiert die erste Hinrichtung unter der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi. Beobachter und Kritiker merkten an, dass der Vollzug während einer laufenden Parlamentspause stattfand. Dieser Zeitpunkt wurde von regierungskritischer Seite als Taktik gewertet, um eine breitere öffentliche Debatte zu vermeiden. Justizminister Hiraguchi wies diesen Vorwurf jedoch zurück und betonte, die Entscheidung sei nach sorgfältiger und gründlicher Überlegung getroffen worden.
Die Verurteilung reiht sich in eine Serie von Aufsehen erregenden Kriminalfällen ein, die trotz des vergleichsweise niedrigen Gesamtkriminalitätsraten in Japan für Diskussionsstoff sorgen. So hatte die Regierung im Juni 2025 einen Mann hinrichten lassen, der als sogenannter Twitter-Killer
wegen Mordes und Stückelung von neun Menschen in einer Wohnung nahe Tokio verurteilt worden war.
Todesstrafe in Japan: Geheimhaltung, Vergleiche mit den G7 und öffentliche Meinung
Japan und die Vereinigten Staaten bleiben die einzigen beiden Staaten innerhalb der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7), die weiterhin die Todesstrafe vollstrecken. Nach Angaben des Justizministeriums befinden sich nun rund 100 Gefangene in den Todestrakten des Landes, wobei 43 von ihnen neue Gerichtsverfahren beziehungsweise Wiederaufnahmeverfahren anstreben.

Die Praxis der Hinrichtungen in Japan ist stark reglementiert und erfolgt unter strikter Geheimhaltung. Verurteilte Häftlinge erfahren erst am Morgen ihrer Exekution von ihrem bevorstehenden Tod. Minister Hiraguchi bekräftigte, dass es keine Pläne zur Änderung dieser Vorgehensweise gebe. Eine vorherige Bekanntgabe des Hinrichtungstermins würde die mentale Verfassung der Todessüchtigen destabilisieren und ihnen unnötiges Leid zufügen, so die offizielle Begründung.
Die internationalen Menschenrechtsorganisationen beobachten die Situation kritisch. Im Mai wies Amnesty International darauf hin, dass die weltweiten Hinrichtungen im Jahr 2025 um 78 Prozent auf 2707 Fälle gestiegen sind. Demgegenüber steht eine breite Unterstützung in der japanischen Bevölkerung. Eine staatliche Umfrage aus dem Jahr 2024 ergab, dass 83 Prozent der Befragten die Todesstrafe als eine unvermeidbare Maßnahme ansehen, wenngleich der Anteil der Befürworter einer Abschaffung von neun auf 17 Prozent gestiegen war.
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