Italien plant im Rahmen einer Reform des Codice della Strada harte Bußgelder ab 75 Euro für Fußgänger, die beim Überqueren der Fahrbahn abgelenkt auf ihr Smartphone schauen. Der Entwurf aus dem Verkehrsministerium soll bis Oktober 2026 beschlossen werden und zielt darauf ab, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.
Die italienische Regierung nimmt den Fußgängerverkehr ins Visier. In einer aktuell laufenden Konsultationsphase zur Reform des Codice della Strada drängt ein Entwurf darauf, auch jene Verkehrsteilnehmer zur Verantwortung zu ziehen, die sich zu Fuß fortbewegen, wie Berichte zeigen.
Strengere Regeln und Bußgelder im Entwurf des Codice della Strada
Zwar lag der Fokus bei Verkehrskontrollen in den vergangenen Jahren vor allem auf Geschwindigkeit, Alkoholkonsum, Drogen am Steuer oder der Handynutzung hinter dem Lenkrad, doch nun rücken die Verhaltensweisen von Fußgängern in den Vordergrund. Nach dem vorliegenden Text soll die Nutzung von Mobiltelefonen und elektronischen Geräten untersagt werden, während man die Fahrbahn überquert oder auf Straßen ohne Gehwege geht. Wer ertappt wird, riskiert eine Buße von mindestens 75 Euro.
Das Verbot greift direkt beim Überqueren der Straße, unabhängig davon, ob ein Zebrastreifen genutzt wird oder nicht. Gleichzeitig bleibt die Nutzung von Kopfhörern, Ohrhörern und Freisprecheinrichtungen unter bestimmten Bedingungen gestattet. Laut Berichten über die italienische Presse sind diese Geräte erlaubt, sofern sie die Sicherheit nicht beeinträchtigen und die betroffene Person mit beiden Ohren noch ausreichend hören kann. Auch das Telefonieren auf dem normalen Gehweg bleibt von dem Verbot unberührt.
Vorsichtspflicht und verbotene Manöver auf der Fahrbahn
Ein automatisches Verlassen auf das Recht auf Vorrang reicht demnach nicht mehr aus. Fußgänger müssen eine aufmerksame Haltung an den Tag legen und dürfen sich nicht unbedacht auf die Fahrbahn begeben.
Zusätzlich verbietet der Entwurf abrupte Richtungswechsel, plötzliche Stopps oder unvorhersehbare Bewegungen während des Überquerens, sofern kein Notfall vorliegt. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Autofahrer unverschuldet in brenzlige Situationen geraten, auf die sie nicht mehr rechtzeitig reagieren können.
Rechtlicher Hintergrund und Zeitplan bis zur finalen Abstimmung
Die geplanten Vorschriften spiegeln eine Rechtsprechung wider, die von der Corte di Cassazione bereits seit längerer Zeit gestützt wird. Das Gericht erkennt an, dass die Verantwortung von Autofahrern entfallen kann, wenn sich der Fußgänger völlig anomal, unvorhersehbar oder unberechenbar verhält. Der neue Gesetzesentwurf führt diesen Gedanken fort und wertet die Verkehrssicherheit als gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten.

Bis das Gesetz in Kraft tritt, läuft ein klarer Fahrplan. September einzureichen. Danach arbeitet das Ministerium für Infrastruktur und Transport die endgültige Fassung aus. Oktober 2026 an.
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