Israel is considering expelling British, and possibly other European officials, from the US-led coordination center for post-war Gaza in Kiryat Gat. Reports indicate the government in Tel Aviv is responding to sharp criticism of Prime Minister Benjamin Netanyahu’s policies and European sanctions related to settlement activities.
Konfrontation im International Gaza Support Center in Kiryat Gat
Die israelische Regierung hat in den vergangenen Wochen intensiv darüber beraten, das Vereinigte Königreich aus dem International Gaza Support Center (IGSC) zu entfernen. Das in Kiryat Gat ansässige Koordinierungszentrum dient als multinationale Basis zur Überwachung des von den USA vermittelten Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas sowie zur Organisation humanitärer Hilfen und der Stabilisierung nach dem Konflikt.
Nach Angaben von Personen, die mit den vertraulichen Gesprächen vertraut sind, steht die mögliche Ausweisung britischer Offizieller direkt mit der Haltung Londons in Verbindung. Großbritannien stellt nach den USA das zweitgrößte Kontingent an der Basis, und der stellvertretende Befehlshaber des Zentrums ist britischer Staatsbürger. Laut Berichten israelischer Medien und der britischen Presse wird das Vorgehen als Reaktion auf den zunehmenden politischen Druck aus London gewertet.
Eskalation nach dem Boykott israelischer Siedlungsprodukte durch die Niederlande
Die Diskussionen über einen Rauswurf Großbritanniens folgen auf konkrete Strafmaßnahmen gegen die Niederlande. Außenminister Gideon Sa’ar gab kürzlich bekannt, dass niederländische Vertreter mit sofortiger Wirkung aus dem Koordinierungszentrum in Kiryat Gat ausgewiesen werden. Die Betroffenen erhielten eine Frist von einer Woche, um das Land zu verlassen.
Hintergrund dieses Schrittes ist ein Beschluss der Regierung in Den Haag, den Import von Waren aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland, in Ost-Jerusalem und auf den Golanhöhen ab dem kommenden Monat zu verbieten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stützte die Entscheidung nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders KAN ausdrücklich.
Gideon Saar, israelischer Außenminister, erklärte, Israel werde nicht zulassen, dass Maßnahmen gegen es ergriffen werden, ohne darauf zu reagieren.
Zuvor hatte Israel bereits spanische Vertreter aus dem IGSC ausgewiesen. Außenminister Sa’ar warf Madrid damals eine obsessive anti-Israel bias
vor. Neben Großbritannien wurde in den internen Beratungen auch über ähnliche Schritte gegen Deutschland und Italien nachgedacht, wie aus Kreisen verlautete.
Streit um die britische Nahost-Politik und geplante E1-Siedlungsausweitung
Die Spannungen zwischen Israel und europäischen Partnern haben sich in den letzten Wochen stark verschärft. Mehr als 140 britische Parlamentarier hatten die Regierung in London zuvor gedrängt, ein striktes Verbot von Siedlungsgütern umzusetzen. Zudem unterzeichneten Großbritannien, Deutschland, Italien und die Europäische Kommission in der vergangenen Woche einen gemeinsamen offenen Brief, in dem sie Israels Pläne zur Erschließung des sogenannten E1-Gebiets bei Jerusalem scharf kritisierten.


Kritiker warnen, dass dieses Bauvorhaben die territoriale Kontinuität des Westjordanlands durchschneiden und die Entstehung eines künftigen palästinensischen Staates endgültig verhindern könnte. Der britische Außenminister betonte, London werde die Zerstörung der Zwei-Staatendrohung nicht hinnehmen. Außenminister Gideon Sa’ar wies diese Interventionen zurück und erklärte, Großbritannien solle das jüdische Volk nicht darüber belehren, wo es in seiner historischen Heimat leben dürfe.
Unterdessen bleibt unklar, welche formalen Hürden eine Entfernung weiterer Nationen aus dem Zentrum mit sich bringt. Während einige Beobachter anmerken, dass ein solcher Schritt die Zustimmung des von der US-Regierung ins Leben gerufenen Board of Peace erfordern könnte, betonen andere Stimmen, dass Israel als souveräner Staat allein über den Aufenthalt ausländischer Vertreter auf seinem Territorium entscheidet.
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