Der Iran hat mehreren irakischen Öltankern die Passage durch die Straße von Hormus gewährt. Diese Sondergenehmigung folgt auf Gespräche in dieser Woche in Bagdad. Die Entwicklung ereignet sich vor dem Hintergrund verschärften wirtschaftlichen Drucks durch die USA sowie starker Unruhen an den internationalen Energiemärkten.
Sondergenehmigung für irakische Öltanker in der Straße von Hormus
Der Iran gewährt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mehreren Öltankern aus dem benachbarten Irak eine Passage der strategisch wichtigen Meerenge von Hormus. Die Erteilung dieser Ausnahmegenehmigung geht auf eine der wichtigsten Forderungen der irakischen Führung während des Besuchs von Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf in Bagdad zurück.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, dass dieser Entscheidung eine Reihe von Bitten aus Bagdad vorausgegangen war. Der irakische Präsident Nisar Amedi erklärte auf einer Konferenz in Bagdad, der Iran habe die Passage von Schiffen mit irakischem Öl in den vergangenen Tagen erleichtert, merkte jedoch an, dass die Angelegenheit kompliziert bleibe. Bislang machten die Agenturen keine Angaben darüber, wie viele Tanker den Weg bereits passierten oder ob die Regelung dauerhaften Bestand hat.
Finanzielle Notlage des Irak und internationale Ausnahmeregelungen
Für die Regierung in Bagdad hat der Export von Öl eine existenzielle Bedeutung. Präsident Nisar Amedi wies während des iranischen Besuchs darauf hin, dass der Irak massive finanzielle Verluste erlitten habe. Solange die Straße von Hormus für irakische Ölexporte gesperrt bleibe, sei die Regierung nicht in der Lage, die Gehälter der Beamten zu bezahlen.

Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen den beiden Nachbarländern ist eng. Sie verbindet eine rund 1600 Kilometer lange Grenze sowie weitreichende politische und wirtschaftliche Beziehungen. Nach Erkenntnissen des US-Finanzministeriums nutzt Teheran diese Kooperation jedoch systematisch zur Umgehung von Sanktionen. Zu den bekannten Methoden gehören der Grenzschmuggel sowie das Vermischen von iranischem Roh- oder Heizöl mit irakischen Beständen, um es anschließend mit falschen Dokumenten als irakisches Öl auf dem Weltmarkt zu verkaufen.
Darüber hinaus berichten US-Medien, dass neben dem Irak auch andere Staaten auf diplomatischem Wege reagiert haben. So sollen auch China, Indien und Pakistan mit dem Iran Sondergenehmigungen für Öltanker ausgehandelt haben.
Auswirkungen auf die Energiemärkte und politische Reaktionen
Die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen sowie iranische Drohungen, passierende Schiffe in Brand zu setzen, haben an den globalen Energiemärkten für erhebliche Unruhe gesorgt. Die Preise für Öl und Gas verzeichneten zuletzt deutliche Zuwächse.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erreichte vor Kurzem mit 85,54 US-Dollar den höchsten Stand seit Juli 2024. Zuletzt pendelte der Preis um 80,26 US-Dollar, was eine Steigerung im Vergleich zu den Vortagen und einen spürbaren Anstieg seit Beginn des Konflikts darstellt. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete zuletzt Preissteigerungen von mehr als drei Prozent auf 73,45 US-Dollar je Barrel.
Auf diese Marktentwicklungen reagierte die US-Politik mit Gegenmaßnahmen. Donald Trump wies die staatliche Entwicklungsbank DFC an, Versicherungsschutz und Garantien für den gesamten Schiffsverkehr in der Golfregion bereitzustellen, um den Seehandel und die Öltanker abzusichern.
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