Die Suche nach sauberem Wasserstoff wird zunehmend unter die Erdoberfläche verlegt: Das Projekt HyStock in den Niederlanden hat diese Woche mit ersten Erkundungsbohrungen begonnen, um unterirdische Salzkavernen für die Speicherung von Wasserstoff zu erschließen.
Unterirdische Speicher als Schlüssel für die Wasserstoffwirtschaft
Die globale Energiewende stößt auf eine zentrale Herausforderung: Wie lässt sich Wasserstoff als saubere Energiequelle effizient speichern und transportieren? Während Start-ups wie Vema Hydrogen in Kanada mit innovativen Methoden unterirdische Wasserstoffproduktion testen, setzen etablierte Projekte wie HyStock in den Niederlanden auf bewährte Technologien – die Speicherung in Salzkavernen. Diese Methode, bereits erfolgreich bei Erdgas eingesetzt, könnte nun den Durchbruch für eine Wasserstoffwirtschaft ermöglichen.
Das HyStock-Projekt, eine Initiative der Gasunie-Tochter EnergyStock, hat diese Woche mit den ersten von zwei Erkundungsbohrungen in Zuidwending, Provinz Groningen, begonnen. Ziel ist es, die Zusammensetzung und Qualität des tiefen Salzgesteins zu untersuchen. Die gewonnenen Daten sind entscheidend, um die Eignung der Kavernen für die spätere Speicherung von Wasserstoff zu bestimmen. „Diese Bohrungen sind ein sichtbarer Meilenstein“, sagt ein Projektsprecher.
HyStock ist nicht das einzige Vorhaben dieser Art. In Finnland läuft das Projekt „HUG – Hydrogen UnderGround“, das große unterirdische Wasserstoffspeicher als Schlüssel für die Energiewende positioniert. Auch in Deutschland wird mit dem H2CAST Etzel-Projekt in Niedersachsen die Umwandlung bestehender Salzkavernen für die Wasserstoffspeicherung getestet. Diese Projekte zielen darauf ab, die Infrastruktur für eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft zu schaffen – von der Speicherung über die Behandlung bis hin zur Verteilung.
Technologie und Wirtschaftlichkeit im Fokus
Die unterirdische Speicherung von Wasserstoff ist keine neue Idee, aber ihre Skalierung steht noch am Anfang. Während Erdgas seit Jahrzehnten in Salzkavernen gespeichert wird, wirft Wasserstoff neue Fragen auf: Wie verhält es sich chemisch im Gestein? Gibt es Leckagen? Und wie lassen sich die Kosten im Vergleich zu oberirdischen Lösungen senken?
In Kanada setzt das Start-up Vema Hydrogen auf eine andere Methode: Durch die Injektion von behandeltem Wasser in eisenhaltige Gesteinsschichten soll eine chemische Reaktion ausgelöst werden, die Wasserstoff produziert. Der CEO Pierre Levin spricht von einem „massiven Potenzial“. Doch auch hier ist die unterirdische Komponente entscheidend – die Reaktion findet in tiefen Gesteinsschichten statt, wo die Bedingungen für die Effizienz des Verfahrens optimal sind.
Die Wirtschaftlichkeit bleibt eine zentrale Hürde. Während die USA weiterhin auf natürliches Gas als Hauptenergieträger setzen – wie die Daten von H Quest zeigen, das sich auf die Dekarbonisierung von Erdgas spezialisiert hat –, suchen europäische Projekte nach Wegen, Wasserstoff kostengünstig und großtechnisch zu speichern. Die Erkundungsbohrungen in den Niederlanden sind ein Schritt in diese Richtung.
Quest Diagnostics und die Energiewende
Während die unterirdische Wasserstoffspeicherung in Europa und Nordamerika voranschreitet, bleibt Quest Diagnostics – ein weltweit führender Anbieter von Diagnostikdienstleistungen – weiterhin auf seine Kernkompetenzen fokussiert. In einer aktuellen Meldung vom Mai 2026 bestätigte das Unternehmen die Emission von 500 Millionen US-Dollar an Senior Notes, ein Schritt, der auf die Finanzierung von Wachstumsprojekten abzielt. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass Quest Diagnostics direkt in unterirdische Wasserstoffprojekte investiert oder diese vorantreibt.
Die Verbindung zwischen Diagnostik und Energiewende liegt vielmehr in der gemeinsamen Herausforderung: Beide Bereiche erfordern präzise Daten, innovative Technologien und langfristige Investitionen. Während Quest Diagnostics seine Umweltverantwortung durch Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien stärkt, zeigt die Entwicklung unterirdischer Wasserstoffspeicher, wie vielfältig die Ansätze zur Dekarbonisierung sind.
Was kommt als Nächstes?
Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Erkundungsbohrungen in den Niederlanden den Weg für große unterirdische Wasserstoffspeicher ebnen. Parallel dazu laufen in Finnland und Deutschland Pilotprojekte, die beweisen sollen, dass Salzkavernen auch für Wasserstoff geeignet sind. Sollten diese Vorhaben erfolgreich sein, könnte dies den Weg für eine neue Ära der Energiespeicherung ebnen – mit Wasserstoff als zentralem Baustein einer klimaneutralen Zukunft.

Doch die Technologie steht noch am Anfang. Offene Fragen bleiben: Wie lassen sich Leckagen vermeiden? Wie hoch sind die langfristigen Betriebskosten? Und wie schnell kann die Infrastruktur ausgebaut werden? Die Antworten darauf werden nicht nur die Energiebranche prägen, sondern auch die globale Klimastrategie.
Eines ist jedoch klar: Die Suche nach sauberem Wasserstoff führt unweigerlich unter die Erde – und die ersten Projekte zeigen, dass diese Reise erst begonnen hat.