Hubert Hurkacz hat Novak Djokovic am Freitag in der zweiten Runde des Shanghai Masters mit 6:4, 6:3 aus dem Turnier geworfen. Für den 29-jährigen Polen ist es der erste Sieg im neunten Duell mit dem serbischen Grand-Slam-Rekordgewinner, der erst drei Tage zuvor in Peking triumphiert hatte.
Erste Niederlage für Novak Djokovic nach neun Duellen gegen Hubert Hurkacz
Im Qi Zhong Tennis Center schrieb Hubert Hurkacz am Freitag Sportgeschichte, als er den serbischen Ex-Weltranglistenersten in nur 87 Minuten bezwang. Bisher hatte der 29-jährige Pole alle acht Vergleiche mit dem 24-fachen Major-Champion verloren. Auf dem extrem schnellen Platz in Shanghai präsentierte sich der 39-jährige Serbe jedoch körperlich angeschlagen und von den Strapazen der vergangenen Woche gezeichnet.
Djokovic war erst drei Tage zuvor beim China Open in Peking im Einsatz gewesen, wo er seinen 102. Karrieretitel geholt hatte. Doch die kurze Regenerationszeit und das intensive Programm – er bestritt sein sechstes Match innerhalb von zehn Tagen – forderten ihren Tribut. Hurkacz nutzte dies eiskalt aus, servierte gewohnt stark und dominierte die Ballwechsel von der Grundlinie.

Ich habe mich auf dem Platz nicht wie ich selbst gefühlt. Es ist ein super schneller Belag, völlig anders als in Peking. Wenn du deinen Aufschlag verlierst, reicht das schon, um das Match zu verlieren, einmal pro Satz, und genau das ist passiert.
Das Service des Polen bricht den Widerstand in Shanghai
Der Aufschlag war letztlich der Schlüssel zur Sensation. Hurkacz feuerte 13 Asse ab und ließ bei seinem eigenen Service kaum Chancen zu. Laut den offiziellen Statistiken traf der Pole 70 Prozent seiner ersten Aufschläge und gewann 59 Prozent der Punkte nach seinem zweiten Aufschlag sowie 13 Asse gegen zwei Doppelfehler.
Im dritten Spiel des ersten Satzes wehrte der Pole zwei Breakbälle ab, ehe im vierten Spiel des zweiten Satzes ein Doppelfehler von Djokovic die Vorentscheidung brachte, wodurch Hurkacz auf 3:1 davonzog. Zwar kämpfte sich der Serbe mit letzter Kraft im Schongang durch die folgenden Aufschlagspiele, doch Hurkacz servierte die Partie nach einer Stunde und 27 Minuten (beziehungsweise 87 Minuten) souverän aus, als er beim Stand von 5:3 im zweiten Satz mit einem Aufschlagwinner den Deckel draufmachte.
„Es war definitiv sehr wichtig zu Beginn, an Novak dranzubleiben, denn wenn er in Führung geht, zeigt er ein so hohes Niveau, dass es nicht leicht ist zurückzukommen. Gegen Ende spürte ich natürlich einige Nerven.“
Hubert Hurkacz, ATP Tour
Nach dem Match zollte der siegreiche Pole seinem Gegner großen Respekt und betonte, dass es nach sieben sieglosen Jahren auf der Tour ein ganz spezieller Abend für ihn gewesen sei. Auch der unterlegene Serbe analysierte die Partie im Anschluss und gab zu Protokoll, dass es gegen das Aufschlagspiel des Polen fast unmöglich gewesen sei, eine Spur zu finden, und dass er sich nicht an den Untergrund anpassen konnte.

Auswirkungen auf das ATP-Ranking und das Rennen nach Turin
In der Weltrangliste fiel der Serbe um drei Positionen auf den elften Platz zurück.
Die Konkurrenz sitzt ihm jedoch im Nacken. Alex de Minaur lauert mit nur 110 Punkten Rückstand, während Rafael Jodar mit 321 Punkten Rückstand auf Platz elf im Race folgt. Der formstarke Hurkacz kletterte durch den Sieg in Shanghai indes auf Rang 29 der Live-Weltrangliste und hält bei 1.475 Punkten.