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Sport

Hannover 96: Aufsichtsrat trennt sich nach 5 Monaten von Jonas Boldt

Hannover 96 hat sich am Samstag mit sofortiger Wirkung von Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt getrennt. Nach nur fünf Monaten im Amt reagierte the Aufsichtsrat des Zweitligisten auf die sportliche Talfahrt und den Absturz auf den 16. Tabellenplatz.

Die Reißleine an der Leine wurde am Samstagmorgen offiziell gezogen. Der Aufsichtsrat der Hannover 96 Management GmbH beschloss die Abberufung des 44-jährigen Sport-Geschäftsführers einstimmig und mit sofortiger Wirkung.

Sportlicher Absturz und das DFB-Pokal-Aus

Mit großen Ambitionen und als Nachfolger von Marcus Mann – welcher im Dezember 2025 zu Red Bull Salzburg gewechselt war – hatte Ex-HSV-Boss Jonas Boldt den Posten im Sommer angetreten, um den niedersächsischen Traditionsklub wieder in die Bundesliga zurückzuführen. Stattdessen stecken die Roten tief in der Krise. Nach neun gespielten Partien rangiert die Mannschaft mit nur acht Punkten auf dem Relegationsplatz 16, womit die Niedersachsen den schlechtesten Start in eine Zweitliga-Saison hinlegen.

Hannover 96: Aufsichtsrat trennt sich nach 5 Monaten von Jonas Boldt
Foto: NDR.de

Die sportliche Krise hatte sich in der englischen Woche weiter zugespitzt. Im DFB-Pokal schied Hannover durch eine 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern aus. FC Kaiserslautern aus. Begleitet wurde der Abwärtstrend zudem durch vereinsinterne Unruhe, nachdem Boldt vor dem Braunschweig-Spiel trotz der sportlich schwierigen Lage für ein Hyrox-Event auf einem Kreuzfahrtschiff freigenommen hatte, was im Aufsichtsrat auf deutliche Kritik stieß.

Der verpuffte Trainerwechsel und Wagners Zukunft

Bereits nach dem fünften Spieltag im September hatte Boldt auf den Fehlstart reagiert, die Zusammenarbeit mit dem bei den Fans beliebten Christian Titz gestoppt und Sandro Wagner als neuen Trainer installiert. Der 38-Jährige, der im Sommer 2025 seine Rolle als Co-Trainer von Julian Nagelsmann verlassen hatte und zuvor beim FC Augsburg nach nur 14 Pflichtspielen entlassen worden war, blieb jedoch in seinen ersten vier Partien unter den Roten sieglos und holte lediglich einen Punkt bei drei Niederlagen.

Unmittelbar vor seiner Freistellung äußerte sich Boldt zur Situation: Die Unruhe sei schon etwas länger da, weswegen man ihn für eine Neuausrichtung geholt habe. Angesprochen auf seinen eigenen Verbleib erklärte er noch kurz zuvor, er wüsste nicht, warum er nicht weitermachen solle, und betonte zu Trainer Wagner, dass dieser bleibe, solange er selbst im Amt sei.

Solange ich da bin, auf jeden Fall!

Jonas Boldt, Sport-Geschäftsführer

Wagner, der Boldt seit vielen Jahren kennt, bezeichnete die aktuelle Phase als „Kacksituation, in der es nicht flutsche und die Mannschaft Vertrauen und Ruhe brauche.

Sandro Wagner
Foto: Goal.com

Angst vor dem Absturz und finanzielle Risiken

Hinter den Kulissen wächst der Druck enorm. Liga.

Wir haben die Arena gebaut, die Akademie – wenn wir in die 3. Liga absteigen, wäre das ganze Modell nicht finanzierbar.

Martin Kind, Aufsichtsrats-Chef und Mehrheitsgesellschafter

Kind warnte, ein Abstieg wäre abenteuerlich und von ihm nicht zu akzeptieren. Im Sommer hatten Leistungsträger wie Noel Aseko (zu Eintracht Frankfurt), Enzo Leopold (zu Borussia Mönchengladbach) und Daisuke Yokota (zu den Glasgow Rangers) den Verein verlassen; die Verpflichtungen als Ersatz wie Marcel Hartel und Berat Sahiti konnten die Erwartungen bislang nicht erfüllen. Nach Boldts sofortiger Abberufung übernimmt Henning Bindzus vorerst die Rolle des alleinigen Geschäftsführers der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.