Texas-Gouverneur Greg Abbott droht nach dem Auszug von mehr als 50 demokratischen Abgeordneten mit ständigen Sondersitzungen und will fehlbare Parlamentarier über den Staatsgerichtshof ausschließen lassen, um den umstrittenen Zuschnitt der Kongressbezirke vor den Wahlen durchzusetzen.
Der politische Machtkampf im US-Bundesstaat Texas hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem mehr als 50 demokratische Abordnete den Bundesstaat verlassen haben, um die Beschlussfähigkeit des Parlaments zu verhindern, greift Gouverneur Greg Abbott zu drastischen Gegenmaßnahmen. Ziel der demokratischen Parlamentarier war es, die vom republikanischen Lager geplante Neugestaltung der Kongresskarte zu blockieren. Die geänderten Wahlkreise könnten die Position der Republikaner vor den anstehenden Zwischenwahlen massiv stärken. Mehr als 50 Democratic lawmakers fled the state earlier this week to block the state House from moving forward with the Republican majority’s proposed congressional map, designed to boost the number of GOP-held seats ahead of next year’s midterm elections.
Gerichtliche Schritte und Drohung mit Dauersitzungen
Governor Abbott Statement On House Democratic Quorum Break
Gouverneur Abbott reagierte auf das Fernbleiben der Opposition mit juristischen Schritten und politischen Drohungen. Er hat beim Obersten Gerichtshof des Bundesstaates eine Klage eingereicht, die darauf abzielt, den demokratischen Fraktionsführer wegen einer angeblichen Pflichtverletzung des Amtes zu entheben. In einem Interview erklärte Abbott zudem, er werde „special session after special session after special sessioneinberufen, falls die Abgeordneten dem Bundesstaat fernblieben. Damit könnten die Demokraten gezwungen sein, bis zu den Jahren 2027 oder 2028 außerhalb von Texas zu bleiben, um das Gesetzgebungsverfahren aufzuhalten.
Das republikanisch geführte Repräsentantenhaus im Bundesstaat hat derweil zivile Haftbefehle gegen die abwesenden Gesetzgeber erlassen. Die Abwesenheit der Demokraten hat nicht nur die Abstimmung über die neuen Wahlgrenzen gestoppt, sondern auch die Bearbeitung anderer dringender Vorhaben wie die Soforthilfe für die Opfer verheerender Überschwemmungen im vergangenen Monat in Zentraltexas auf Eis gelegt.
Harte rechtliche Konsequenzen und drohende Amtsenthebungen
In einer schriftlichen Erklärung vom 3. August 2025 in Austin kündigte der Gouverneur an, dass er bei einem Nichterscheinen zur Wiederaufnahme der Parlamentssitzung am Montag, dem 4. August 2025, ein älteres Rechtsgutachten des Generalstaatsanwalts anwenden werde. Dieses sieht vor, dass ein Bezirksgericht über ein sogenanntes Quo-Warranto-Verfahren feststellen kann, ob ein Abgeordneter sein Amt durch Verlassen des Arbeitsplatzes aufgegeben hat. Damit ließen sich Vakanzen schaffen, die Abbott schnell besetzen könnte.
Texas Gov. Greg Abbott moves to amp up the
Zusätzlich drohen den geflohenen Gesetzgebern strafrechtliche Konsequenzen. Da viele der Abwesenden Spenden zur Bezahlung anfallender Geldstrafen sammeln, verwies der Gouverneur auf die texanischen Bestimmungen zur Bestechung. Personen, die solche Gelder anbieten oder annehmen, könnten demnach gegen das Strafgesetzbuch verstoßen. Abbott kündigte an, sämtliche rechtlichen und exekutiven Mittel zu nutzen, um die Abgeordneten zur Rückkehr zu drängen.

Hintergrund der Neugestaltung und nationale Reaktionen
Die Auseinandersetzung entzündet sich an der Frage, ob eine Anpassung der Kongressbezirke vor dem regulären Zensus im Jahr 2030 rechtlich zulässig ist. Abbott begründet den Schritt damit, dass sich sowohl die Rechtslage als auch die politischen Mehrheiten seit der letzten Grenzziehung im Jahr 2021 verändert hätten. Er verwies dabei auf ein Urteil eines Bundesberufungsgerichts sowie auf den Ausgang der letzten Präsidentschaftswahl, bei der Donald Trump im Bundesstaat Texas 56 Prozent der Stimmen errang.
Derzeit kontrollieren die Republikaner 25 der insgesamt 38 texanischen Sitze im US-Repräsentantenhaus. Der Entwurf für den neuen Zuschnitt könnte diesen Anteil auf fast 80 Prozent steigern. Während die Demokraten von einem unfairen Eingriff sprechen, kontert Abbott mit Verweisen auf Bundesstaaten wie Illinois, Massachusetts, New York und Kalifornien, in denen die Opposition aus seiner Sicht durch ähnliche Zuschnitte systematisch benachteiligt wird. Über die Frage möglicher Einsätze von Bundesbehörden zur Festnahme geflohener Politiker hielt sich die Staatsführung bedeckt, während eine Regierungsquelle eine Beteiligung des FBI zunächst ausschloss.
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