General Atomics entwickelt eine neue, unbemannte Nurflügel-Kampf- und Aufklärungsdrohne namens NextGen, die durch einen hybrid-elektrischen Antrieb eine Flugdauer von mehr als 60 Stunden ohne Betankung erreichen soll. Das Projekt wurde am 30. Oktober 2026 bekannt und ist eng mit dem modularen Drohnensystem der Gambit-Familie verknüpft.
Der US-amerikanische Rüstungskonzern General Atomics Aeronautical Systems hat am 30. Oktober 2026 Details zu einem neuen unbemannten Luftfahrzeug bekannt gegeben. Die als NextGen bezeichnete Drohne setzt auf eine Konfiguration als Nurflügel ohne Leitwerk und verbindet Aufklärungs- sowie Angriffsmissionen in einer Plattform.
Im Zentrum der technischen Auslegung steht ein innovatives Antriebskonzept.
Einordnung in die modulare Gambit-Familie
Die Entwicklungsarbeit an der NextGen fließt direkt in ein bestehendes Konzept des Herstellers ein. NextGen speist als Forschungs- und Entwicklungsprojekt das Modell Gambit 4, während die gesamte Serie auf einem modularen Kernchassis basiert. Die 2022 angekündigte Gambit-Familie umfasst mittlerweile sechs verschiedene Varianten für unterschiedliche militärische Rollen, von denen jede spezifische Systemkomponenten teilt, um Herstellungsrisiken und Kosten zu senken.

Zu den weiteren Mitgliedern der Serie gehört der als XQ-67A bekannte Gambit 1, der in Zusammenarbeit mit dem Air Force Research Laboratory entwickelt wurde. Die US-Luftwaffe hat unterdessen den FQ-42A Vengeance (Gambit 2) als Kandidat für die Produktion im Rahmen des ersten Abschnitts ihres Programms für kollaborative Kampfflugzeuge ausgewählt. Für dieses Segment verfolgt das Militär das Ziel, bis zum Jahr 2032 mindestens 500 Einheiten in den aktiven Bestand zu übernehmen.
Technologische Durchbrüche beim Nextgen-Projekt und der Gambit-Serie stützen sich maßgeblich auf die enge Kooperation zwischen staatlichen Forschungslabors der US-Luftwaffe und der gewerblichen Industrie.
Vorteile und Herausforderungen des Hybridantriebs
Die Kombination aus einer Tarnkappen-Nurflügelgeometrie und einem neuartigen hybrid-elektrischen System adressiert zentrale Probleme der unbemannten Luftfahrt. Dies verbessert die Kraftstoffeffizienz, verringert Signaturen und unterstützt die Ziele des US-Militärs bei der Weiterentwicklung unbemannter Systeme.
Als wir die Gambit-Serie im Jahr 2022 ankündigten, wussten wir, dass es sich um ein ambitioniertes, mehrstufiges Konzept handelt, das viele Jahre erfordern würde, bevor seine volle Leistungsfähigkeit über alle Varianten hinweg verwirklicht sein würde.
C. Mark Brinkley, Sprecher von General Atomics
Das Unternehmen betont, dass sich das NextGen-Projekt deutlich von herkömmlichen Begleitdrohnen unterscheidet. NextGen ist kein Collaborative Combat Aircraft, sondern als eigenständiges, voll bewaffnetes Aufklärungs- und Kampfflugzeug konzipiert. Die konkrete Umsetzung stützt sich auf eine modulare Architektur, die als zentraler Faktor für Kostensenkungen und Entwicklungsbeschleunigungen dient.
Anstehende Meilensteine bei Gambit 2 und Gambit 6
Während die NextGen-Zelle und ihr Antriebssystem als langfristige Zukunftsprojekte im Aufbau sind, schreiten die Arbeiten an den näher liegenden Varianten zügig voran. Ein erster echter Waffentest mit scharfer Munition für den Typ Gambit 2 ist noch im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen, um die Praxistauglichkeit unter Einsatzbedingungen zu validieren.
Parallel dazu treibt General Atomics das Modell Gambit 6 voran, welches speziell für Luft-Boden-Einsätze optimiert wurde. Anfang 2027 steht für diesen Rüstungshersteller ein weiterer bedeutsamer Termin an: Für diesen Zeitraum ist eine vom Unternehmen selbst finanzierte Live-Fire-Demonstration für das Modell Gambit 6 vorgesehen, bei der der Abwurf von Bodenwaffen aus dem internen Waffenschacht vorgeführt werden soll.
Um die ambitionierten Pläne der US-Luftwaffe zu erfüllen, die bis 2032 mindestens 500 CCAs der Increment-1-Kategorie in Dienst stellen will, muss General Atomics das Tempo bei der Entwicklung der Gambit-Varianten stark anziehen. Für den Moment ist das Gambit-4-Design ein ambitioniertes Zukunftskonzept, das stark von den Fortschritten bei NextGen abhängt.
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