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Welt

Drohne trifft Handelsschiff vor Rumänien

Ein Handelsschiff ist am 23. Oktober 2026 rund 13 Seemeilen vor der rumänischen Hafenstadt Constanța nach einem Drohnentreffer gekentert und gesunken. Ein Seemann kam ums Leben, neun Besatzungsmitglieder wurden gerettet, während drei weitere Seeleute vermisst werden. Der Vorfall markiert das vierte derartige Schiffsunglück im rumänischen Küstengebiet binnen eines Monats.

Viertes Schiffsunglück vor Rumänien im Oktober durch Drohnentreffer

Das unter der Flagge der Komoren fahrende Handelsschiff „Khoryv“ wurde 13 Seemeilen vor Constanța getroffen und sank nach Angaben der rumänischen Behörden. Die Besatzung hatte in der Nacht zum Freitag noch einen Notruf absetzen können. An Bord befanden sich zehn ukrainische und drei aserbaidschanische Staatsangehörige. Das Offshoreschiff „Sartor der norwegischen Reederei Høyland Offshore kam den Schiffbrüchigen zur Hilfe und holte neun Überlebende aus dem unruhigen Wasser. Ein Besatzungsmitglied verstarb, und nach drei weiteren Seeleuten läuft weiterhin eine Suchaktion.”.

Der Vorfall ereignete sich knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, aber innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone des Landes. Es ist bereits das vierte Handelsschiff, das im Oktober 2026 vor der rumänischen Küste vermutlich durch Drohnentreffer verunglückt ist. Erst gut eine Woche zuvor waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau getroffen worden, und Anfang Oktober war ein weiteres Getreideschiff nahe dem rumänischen Ort Sfântu Gheorghe beschädigt worden.

Reaktionen aus Bukarest, Brüssel und dem EU-Parlament

Rumäniens Präsident Nicușor Dan machte Russland für den Vorfall verantwortlich und stufte ihn als weiteren „Eskalationsversuch Russlands“ im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine ein. In einer Fernsehsendung erklärte Dan, dass in diesem Kontext ist ein Schiff von einer Drohne getroffen worden, wobei er offenließ, ob es sich direkt um eine russische Drohne handelte. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Angriff auf der Plattform X als „weitere Eskalation seitens Russlands im Schwarzen Meer“.

Drohne trifft Handelsschiff vor Rumänien
Foto: Spiegel

Diese rücksichtslosen Angriffe richten sich gegen unschuldige Menschen und stellen einen offenen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.

Parallel dazu nahm das Europäische Parlament am Donnerstag in Straßburg eine Entschließung an, die mit 432 Stimmen bei 52 Gegenstimmen und 88 Enthaltungen verabschiedet wurde. Die Abgeordneten verurteilten darin die tödlichen Angriffe vor Bulgarien und Rumänien sowie die Verletzungen des rumänischen Luftraums scharf. Sie fordern die EU-Mitgliedstaaten auf, einen EU-Marineeinsatz im Schwarzen Meer zu prüfen, um die Schifffahrtsfreiheit und die NATO-Ostflanke besser zu schützen.

Drohnenangriffe erreichen Handelsschiffe vor Rumänien 🚢

Verstärkte NATO-Überwachung und Forderungen an Bulgarien

Die NATO reagiert auf die zunehmenden Angriffe mit der Entsendung zusätzlicher Kräfte.

Das EU-Parlament übte zudem Kritik an der bulgarischen Regierung und warf ihr einen zögerlichen Umgang mit der Bedrohung sowie eine zu schwache diplomatische Reaktion vor. Ministerpräsident Radew wurde aufgefordert, Forderungen nach alliierter Solidarität Taten folgen zu lassen und die Beteiligung an der NATO-Initiative zur Drohnenabwehr nicht länger zu verzögern.

Auswirkungen auf den Getreidehandel und globale Märkte

Die Eskalation im Schwarzen Meer gefährdet massiv die Getreideausfuhren aus der Region, die als globaler Knotenpunkt für den Agrarhandel dient. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas hat es binnen zehn Tagen sechs mutmaßlich russische Drohnenangriffe auf Bulgarien und Rumänien gegeben. Innerhalb von zehn Tagen wurden insgesamt mindestens sechs Handelsschiffe angegriffen, von denen mehrere mit Getreide oder Rapsöl beladen waren.

Drohne trifft Handelsschiff vor Rumänien
Foto: n-tv.de

In der Ukraine stauen sich infolgedessen die Getreidemengen; rund elf Millionen Tonnen müssen zusätzlich gelagert werden. Der Chefökonom der Welternährungsorganisation FAO, Máximo Torero, und Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die eingeschränkten Exportwege die Erlöse der ukrainischen Landwirte drücken. Gleichzeitig steigen die Transportkosten nach Angaben des nationalen Verbands der Getreideerzeuger in Bulgarien seit Beginn des Krieges um das Fünffache, während in Bulgarien selbst rund fünf Millionen Tonnen Weizen auf den Export warten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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