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Welt

G20-Minister sagen Gruppenfoto wegen Sergej Lawrow in Atlanta ab

Ein Treffen der G20-Außenminister ist am 30. Oktober 2026 in Atlanta von tiefen Gräben über die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten überschattet worden. Aus Protest gegen die Anwesenheit des russischen Außenministers Sergej Lawrow sagten die Minister das traditionelle Gruppenfoto ab.

Das von den Vereinigten Staaten als Gastgeber ausgerichtete Treffen sollte eigentlich den Fokus auf Handelsungleichgewichte und den Aufbau einer Koalition gegen Chinas Kontrolle über kritische Mineralien lenken. Für viele Mitgliedstaaten blieben jedoch die aktuellen Kriege und deren wirtschaftliche Auswirkungen das Hauptanliegen, wie aus Berichten hervorgeht.

Protest gegen Sergej Lawrow führt zur Absage des Gruppenfotos

Die Teilnahme des russischen Außenministers Sergej Lawrow sorgte für erhebliche Spannungen unter den Delegierten in Atlanta. Aus Protest gegen seine Anwesenheit verzichteten die Außenminister auf das traditionelle gemeinsame Gruppenfoto.

Berichten eines westlichen Diplomaten zufolge hatten sich etwa 33 Prozent der Anwesenden – darunter Kanada und Australien – gegen ein Bild mit dem russischen Delegierten ausgesprochen. Ein US-Vertreter erklärte dazu, das Außenministerium habe das Foto von der Tagesordnung genommen, um ein Spektakel oder eine Ablenkung zu vermeiden.

G20-Minister sagen Gruppenfoto wegen Sergej Lawrow in Atlanta ab
Foto: tagesspiegel.de

Im Konferenzsaal nahm Lawrow zwischen den Außenministern Mexikos und Saudi-Arabiens Platz, während viele andere Minister ihn miedeten. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hatte bereits vor der ersten Sitzung klargestellt, dass es keine Normalität im Umgang mit Moskau geben könne.

Auf keinen Fall wird es ein Familienfoto mit europäischen Partnern und Herrn Lawrow zusammen geben, denn (…) es gibt keine Normalität mit Russland.

Johann Wadephul, Deutscher Außenminister, via Diepresse und Tagesspiegel.de

Der deutsche Außenminister forderte Russland zudem auf, das Angebot der Ukraine zu einem Waffenstillstand anzunehmen. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski nahm als einziger Gast direkt neben dem US-Ressortchef Marco Rubio Platz und betonte gegenüber der Presse, wer als Russland Teil des G20-Kreises sein wolle, müsse sich entsprechend benehmen; zudem gehörten Angriffskriege gegen Nachbarländer nicht zu einem solchen Verhalten.

Handelskonflikte und geopolitische Differenzen am Verhandlungstisch

US-Außenminister Marco Rubio eröffnete das Treffen in Atlanta mit einem Appell an die Teilnehmenden zu mehr Zusammenarbeit. Er warnte vor Bedrohungen des globalen Handels, der Energie- und Lebensmittelversorgung sowie der freien Schifffahrt durch wirtschaftliche und geopolitische Krisen.

Die US-Regierung hatte ihren Partnern im Iran-Krieg wiederholt mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Zugleich versuchten die USA als Gastgeber, die Beratungen auf Handelsungleichgewichte und den Aufbau einer Koalition gegen Chinas Kontrolle über kritische Mineralien zu lenken. Die europäischen G20-Mitglieder unterstützen die Ukraine jedoch weiterhin und lehnen jüngste Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump zu Russland ab, zu denen ein Abkommen zum Kauf von Diesel und die Aussetzung einiger Sanktionen gehören.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ließ verlauten, dass sie sich vehement für eine verstärkte Unterstützung der Ukraine einsetzen wird. Der G20-Gruppe gehören 19 Staaten sowie die Europäische Union und die Afrikanische Union an. Im Vorfeld des Treffens sorgte zudem die Ausladung des regulären G20-Mitglieds Südafrika durch US-Präsident Trump für Aufregung. Trump wirft Südafrika Völkermord an weißen Bauern vor, während Fachleute und die südafrikanische Regierung diese Darstellung entschieden zurückweisen.

Vorbereitungen für den G20-Gipfel in Miami im Dezember

Das Treffen der Außenminister in Atlanta dient als Generalprobe für den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami. Bei dem aktuellen Treffen in Atlanta sollen auch mögliche Entscheidungen des Gipfels vorbereitet werden.

In Miami werden neben US-Präsident Donald Trump unter anderem Deutschlands Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie Chinas Staatschef Xi Jinping erwartet. Offen bleibt bislang, ob der russische Präsident Wladimir Putin der Einladung von Trump nach Miami folgen und persönlich anreisen wird. Putin hat seit 2019 an keinem physischen Gipfeltreffen der G20 mehr teilgenommen, während Lawrow zuletzt regelmäßig bei den Treffen vertreten war.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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