Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 22. August 2026 das schwer betroffene Waldbrandgebiet im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald besucht. Zwei Tage nach Abschluss der Löscharbeiten dankte er den Einsatzkräften für ihren Großeinsatz. Der Besuch war von Buhrufen, Schildern und einem Pfeifkonzert einiger Anwohner begleitet worden.
Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Hürtgenwald
Zwei Tage nach dem Ende der intensiven Löscharbeiten in der Eifel hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen besucht, um den Einsatzkräften für ihre Arbeit zu danken. Der Großeinsatz im Hürtgenwald gilt als der größte Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. Zwischenzeitlich mussten rund 2.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, weil die Flammen zu nah an die Ortschaften herangerückt waren. Rund 1.800 Bewohner des Ortsteils Gey mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen, nachdem die Flammen bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt waren. Das Feuer war am Donnerstag vergangener Woche aus noch ungeklärter Ursache im Hürtgenwald ausgebrochen, wobei menschliches Fehlverhalten als mögliche Ursache gilt. Nach Angaben des NRW-Landesbetriebes Wald und Holz verbrannte oder schädigte das Feuer eine Fläche von 300 bis 400 Hektar Wald, und das betroffene Waldgebiet wurde gesperrt.
Proteste und Buhrufe bei der Ankunft des Bundeskanzlers
Der erste öffentliche Termin des Bundeskanzlers nach seinem Sommerurlaub verlief nicht störungsfrei. Bei seiner Ankunft im Waldbrandgebiet empfingen einige Anwohner den CDU-Politiker mit Buhrufen und Pfiffen. Auf mitgebrachten Schildern war unter anderem die Aufschrift Der Wald brennt, und Friedrich pennt
sowie Friedrich, es brennt Klimaschutz jetzt!
zu lesen, während einige Landwirte die Pressekonferenz mit Hupen störten. Ministerpräsident Hendrik Wüst hatte zuvor bereits seinen Urlaub in der Lüneburger Heide unterbrochen, um das Brandgebiet von Hürtgenwald zu besuchen.
Auf die Störungen und Kritik reagierte der Bundeskanzler unbeeindruckt.
Ich spreche mit denen, die helfen.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Die Frage, ob sein Termin zwei Tage nach dem Ende des Brandes zu spät angesetzt war, bewerteten Beobachter und Einsatzkräfte unterschiedlich. Während einige Anwohner den Besuch als „PR-Stunt“ bezeichneten, begrüßten die Rettungskräfte das Timing. Ein Auftritt von Merz während der akuten Löscharbeiten hätte eher gestört, da das Ziel gewesen sei, dass die Einsatzkräfte in Ruhe ihren Job machen können. ARD-Reporter Pierre Dyckmans schilderte die Lage entsprechend. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hürtgenwald zeigte sich dem WDR gegenüber empört über die Buhrufe und Pfiffe und erklärte, die Rufer sollten ihre negative Energie in eine positive umwandeln und Mitglied bei der Feuerwehr oder beim THW werden.
Lob von Landrat Nolten und Rückhalt für Einsatzorganisationen
Der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten, erklärte, er habe den Bundeskanzler ausdrücklich gebeten, nicht während des Brandes zu kommen, sondern danach. Nolten zitierte in diesem Zusammenhang einen Feuerwehrmann mit den Worten: Ich brauche keine Politiker, sondern ich brauche solche Leute, die den Löschschlauch halten.
Die Personen, die vor Ort rufen und pfeifen, sollten stattdessen dem Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz beitreten, sagte Nolten weiter, wofür er langen Applaus – auch vom Kanzler – erhielt.
Würdigung der ehrenamtlichen Organisationen durch Bundeskanzler Friedrich Merz
In der Feuerwache in Hürtgenwald würdigte der Kanzler die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen. Ohne die ehrenamtlich geführten Organisationen wie die Freiwillige Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk sei Deutschland nicht in der Lage, Großschadensereignisse in diesem Ausmaß angemessen zu bekämpfen. Merz betonte zudem, dass man ohne die zahlreichen Menschen, die Millionen Menschen in Deutschland, die in den ehrenamtlichen Tätigkeiten unterwegs sind, das Gemeinwesen nicht aufrechterhalten könnte.

An dem Großeinsatz waren zeitweise rund 1.400 Menschen beteiligt. Ohne das Zusammenspiel von Feuerwehr, Bundeswehr, THW sowie der Land- und Forstwirtschaft wäre der Brand nach Angaben von Merz nicht so glimpflich ausgegangen. Die Einsatzkräfte untersuchten nach den Löscharbeiten die Schäden in Hürtgenwald, wobei im Boden liegende Munition aus dem Zweiten Weltkrieg die Löscharbeiten erschwert hatte. Am Donnerstag erklärte der Bürgermeister der Gemeinde das Feuer für gelöscht, und zwei Tage später konnten die evakuierten Bewohner zurückkehren.
Klimawandel als Auslöser für künftige Großschadenslagen
Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zum Klimawandel in Hürtgenwald
Neben dem Dank an die Helfer richtete der Kanzler den Blick auf die langfristigen Ursachen und Folgen solcher Naturereignisse. Mit Blick auf die Zerstörung der Waldfläche konstatierte Merz unmissverständlich: Das ist der Klimawandel.
Deutschland müsse sich darauf einstellen, dass die Zahl der Großschadensereignisse in Zukunft zunehmen wird. Die Bundesregierung werde alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen, müsse aber auch mit dem Klimawandel leben. Darauf vorbereitet zu sein, sei eine Aufgabe des Bundes, der Länder und der Gemeinden. Konkrete Maßnahmen kündigte der Kanzler jedoch nicht an. Auch zur Diskussion, den Schutz vor Klimawandel und Hitze ins Grundgesetz aufzunehmen, äußerte sich Merz nicht; dieser Vorstoß war zuletzt von der SPD gekommen und soll in der schwarz-roten Regierungskoalition in der kommenden Woche besprochen werden.
Wie die Bundesregierung künftig noch besser auf Großschadenereignisse wie den schweren Waldbrand vorbereitet werden kann, will die Regierung bei einer Kabinettsklausur am Dienstag und Mittwoch in Neuhardenberg besprechen. Dabei sollen die Regierungsverantwortlichen auswerten, was gut gelaufen ist und was noch fehlt, da beispielsweise die Kommunikationsverbindungen nicht so gut seien, wie sie sein müssten.
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