Der rechtsextreme österreichische Aktivist Martin Sellner ist von den französischen Behörden am Flughafen an der Einreise nach Frankreich gehindert worden. Das Einreiseverbot am 29. Oktober 2026 erfolgt kurz vor einer anstehenden Präsidentschaftswahl und nach einem tödlichen Angriff nahe Paris, während die Regierung zugleich mehrere rechtsextreme Treffen untersagte.
Die französischen Behörden stoppten den 37-jährigen Aktivisten am Flughafen, nachdem er nach eigenen Angaben in dem Land festgehalten wurde. Ich bin am Flughafen in Frankreich festgehalten worden. Morgen werde ich abgeschoben
, erklärte Sellner am Donnerstag über den Onlinedienst X. Er veröffentlichte dazu ein Foto mit dem Bescheid der französischen Behörde und fügte hinzu, dass man ihm bald auch das Handy abnehmen werde. Eigentlich hatte er geplant, am Freitag in einer Pariser Buchhandlung sein Buch Remigration
vorzustellen und eine Signierstunde abzuhalten. Linke Gruppen hatten im Vorfeld zu Protesten gegen die Veranstaltung aufgerufen.
Verbot von Kongress und Demonstration im Pariser Umland
Das Vorgehen gegen den österreichischen Aktivisten steht in direktem Zusammenhang mit breiteren behördlichen Schritten gegen rechtsextreme Versammlungen im Land. Eine weitere Demonstration, die für Sonntag in der Hauptstadt angekündigt war, wurde ebenfalls verboten.
Der zuständige Präfekt begründete das Verbot des Kongresses mit dessen Ausrichtung. Die Veranstaltung beruhe auf einer fremdenfeindlichen und rassistischen Ideologie
, derzufolge Migranten grundsätzlich eine Bedrohung für die Zukunft der europäischen Länder darstellen
. Ähnlich wie bei der Buchlesung hatten linke Gruppen und Gewerkschaften auch gegen diese Treffen Gegenproteste angekündigt.

Politische Spannungen vor der französischen Präsidentschaftswahl
Die Maßnahmen der Regierung fallen in eine hochsensible politische Phase. In Frankreich rückt die Präsidentenwahl in sechs Monaten näher, während die Umfragen von der rechtsextremen Politikerin Marine Le Pen angeführt werden. Die politische Stimmung ist durch ein angespanntes Klima geprägt.
Zusätzlich verschärfte ein gewaltsamer Vorfall in der vergangenen Woche die Debatte über Sicherheit und Migration. Ein Angreifer hatte nahe Paris mit einer Maschinenpistole einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt, darunter ein elfjähriges Kind. Die meisten der Opfer stammten aus dem Ausland.
Reaktionen und internationale Einordnung der Identitären Bewegung
So bezeichnete FPÖ-Chef Herbert Kickl die Identitären bereits im Juni 2021 gegenüber dem Sender PULS 24 als interessantes und unterstützenswertes Projekt
und fügte hinzu: So eine echte NGO, die diesen Namen auch verdient, weil sie nämlich kein Geld vom Staat bekommt
.
Nach dem diesjährigen ORF-„Sommergespräch“ Anfang September feierte Sellner zudem „King Kickl“ auf Social Media, weil sich der FPÖ-Chef nicht eindeutig vom Begriff „Remigrationund voll und ganz den Identitären distanziert hatte.
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Ich bin am Flughafen in Frankreich festgehalten worden.
Martin Sellner, Aktivist
Obwohl innerhalb der Europäischen Union prinzipiell Reisefreiheit gilt, wurde diese für den Österreicher in diesem Fall außer Kraft gesetzt. Sellner war bereits in der Vergangenheit in mehreren anderen Ländern mit Einreiseverboten konfrontiert worden.