Statistik 2025: Fast sechs Gewaltopfer pro Tag

Die aktuellen Zahlen aus dem Innenministerium zeichnen ein düsteres Bild der Sicherheitslage in Österreich. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2.062 Frauen und Mädchen Opfer von Gewaltkriminalität, bei denen männliche Tatverdächtige mit einem entsprechenden Aufenthaltsstatus registriert wurden. Auf den Tag gerechnet bedeutet dies, dass fast sechs Frauen oder Mädchen betroffen waren.
Wie Heute berichtet, zeigt die detaillierte Aufschlüsselung der Opfergruppen eine starke Konzentration in bestimmten Alterssegmenten. Die am häufigsten betroffene Gruppe waren Frauen zwischen 25 und 40 Jahren mit 809 Opfern. Es folgen Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren mit 504 Fällen. Auch jüngere Gruppen sind massiv betroffen: 249 Opfer waren zwischen 21 und 25 Jahre alt, während 188 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren registriert wurden.
Insgesamt wurden 1.952 Tatverdächtige gezählt. Hierbei ist zu beachten, dass einzelne Personen mehrfach in der Statistik auftauchen können, da die Daten anonymisiert vorliegen und Einzelpersonen nicht individuell erfasst wurden.
Die Herkunft der Tatverdächtigen liefert weitere spezifische Datenpunkte. An der Spitze der Statistik stehen Personen syrischer Nationalität, denen 410 registrierte Opfer zugeordnet werden. Danach folgen Tatverdächtige aus Afghanistan mit 202 Fällen und Serbien mit 132 Fällen.
Weitere Nationalitäten, die in der Polizeilichen Kriminalstatistik besonders häufig auftauchen, sind:
Diese Zahlen dienen der FPÖ als Grundlage für eine massive politische Offensive gegen die aktuelle Regierungspolitik. Laut Michael Schnedlitz ist dies die direkte Folge einer ÖVP, die „Show über das Wohl der Bevölkerung“ stelle.
Die Differenzierung des Innenministeriums: Asylwerber versus Aufenthaltsstatus

Das Innenministerium versucht, die Interpretation dieser Zahlen zu präzisieren und warnt vor einer zu einfachen Gleichsetzung von Aufenthaltsstatus und Asylwerbern. In einer Reaktion auf Anfragen wurde klargestellt, dass die Kategorie der Tatverdächtigen breiter gefasst ist.
-Anfrage, dass man bei der Interpretation der Nationalitätenstatistik beachten müsse, dass die der Anfrage zugrunde liegende Kategorie nicht ausschließlich Asylwerber umfasse.
Innenministerium, via Heute
Ein wesentlicher Punkt dieser Differenzierung ist, dass unter dem Rubrik Aufenthaltsstatus auch Personen erfasst werden, die sich nur kurzzeitig im Land aufhalten. Ein Sprecher erläuterte dies am Beispiel eines italienischen Touristen, der in einem körperlichen Streit mit seiner Frau in Österreich eine Straftat begeht – ein solcher Fall würde ebenfalls in diese Statistik einfließen.
Unter der Rubrik Aufenthaltsstatus seien zudem Personen erfasst, die nur kurzzeitig in Österreich sind und hier Gewaltverbrechen begehen.
Innenministerium, via Heute
Tatsächlich liegt die Zahl der Anzeigen nach Gewaltdelikten, bei denen explizit Asylwerber als Tatverdächtige geführt werden, laut Ministerium bei etwa 1.000 Anzeigen.
Politischer Schlagabtausch über den EU-Migrationspakt
Die statistischen Daten werden zum Brennpunkt eines heftigen Streits zwischen der FPÖ und der ÖVP. Schnedlitz wirft den Regierungsmitgliedern Karner und Gödl vor, durch die Umsetzung des EU-Asyl- und Migrationspaktes in nationales Recht einen Anstieg der Gewaltzahlen billigend in Kauf genommen zu haben.
Besonders brisant ist die Kritik an den geplanten Flüchtlingskontingenten der EU. Die FPÖ warnt vor einer Aufgabe der nationalen Souveränität und einem „Diktat aus Brüssel“. Ein zentraler Streitpunkt sind die finanziellen Sanktionen für Staaten, die die verordneten Kontingente nicht aufnehmen.
Die finanziellen Implikationen sind erheblich: Pro nicht aufgenommenem Flüchtling droht eine Geldstrafe von 20.000 Euro. Schnedlitz bezeichnet dies als „Wahnsinn“ und kritisiert, dass die ÖVP eine ehemals als „rote Linie“ bezeichnete Grenze überschritten habe.
Das ist nicht nur ein katastrophales Versagen, sondern ein Verrat an der eigenen Bevölkerung!
Michael Schnedlitz, FPÖ-Generalsekretär, via OTS
Die Lage 2026: Rohdaten und aktuelle Gewaltverbrechen

Auch im Jahr 2026 bleibt die Gewalt gegen Frauen ein hochbrisantes Thema. Seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits 13 mutmaßliche Frauenmorde registriert, wobei der jüngste Fall in Kottingbrunn in Niederösterreich gemeldet wurde.
Die statistische Erfassung für das laufende Jahr ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Wie exxpress berichtet, basieren die aktuellen Zahlen für 2026 auf Rohdaten. Diese haben noch keiner endgültigen Qualitätskontrolle und den üblichen Prüfmechanismen des Ministeriums unterzogen worden.
Die Diskrepanz zwischen der politischen Kommunikation der FPÖ und der statistischen Präzisierung des Innenministeriums verdeutlicht das tiefe Misstrauen in der österreichischen Sicherheitspolitik. Während die FPÖ die Zahlen als Beweis für ein systemisches Versagen der ÖVP nutzt, betont das Ministerium die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der Aufenthaltsstatus. In den kommenden Wochen wird insbesondere die endgültige Aufarbeitung der 2025er-Daten und die Umsetzung der EU-Vorgaben die politische Debatte dominieren.