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Welt

Flydubai: Copilot griff Kapitän an, um Flugzeug in israelischen Flughafen zu steuern

Ein flydubai-Copilot wollte am 30. September 2026 einen Flug von Dubai nach Tel Aviv entführen und in das Passagierterminal des Flughafens Ben Gurion steuern. Die Maschine mit über 170 beziehungsweise mehr als 180 Menschen an Bord wurde nach einer Attacke auf den Kapitän sicher nach Tabuk umgeleitet.

Der versuchte Anschlag auf Flug FZ1073 und der Kampf im Cockpit

Am 30. September um 07:05 Uhr Ortszeit hob Flug FZ1073 der Fluggesellschaft flydubai von Dubai mit Kurs auf Tel Aviv ab. Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Start eskalierte die Situation im Cockpit, als der Copilot den leitenden Piloten mit einer Rettungsaxt angriff.

Durch die Gewalt im vorderen Bereich des Flugzeugs geriet die Maschine in einen heftigen Sinkflug. Daten von Flightradar24 zeigen, dass der Jet innerhalb von weniger als zwei Minuten USA Today. Dies ermöglichte es Reisenden und anwesenden Besatzungsmitgliedern, in das Cockpit einzudringen und den Angreifer zu überwältigen.

Der in Mumbai geborene Pilot Captain Smit Machchhar blickt auf eine langjährige Laufbahn zurück, in der er vor seiner Tätigkeit bei flydubai elf Jahre lang als Senior Commander und Line Training Captain für die indische Fluggesellschaft SpiceJet tätig war und über 9.750 Flugstunden absolvierte.

Flydubai-Copilot greift Kapitän mit Axt an

Einsatz der Passagiere

Im Passagierraum organisierten sich die überwiegend israelischen Flieger spontan, um die Kontrolle über das Flugzeug zurückzugewinnen. Der Handwerker Yaniv Hayoun half dabei, den Angreifer zu überwältigen, während der Passagier Tzvika Manes und der Geschäftsmann Daniel Schlichter halfen, den Angreifer mit Kabelbindern und Kopfhörerkabeln zu fesseln.

Hayoun übernahm nach Berichten von Augenzeugen vorübergehend die Steuerung, um die sinkende Maschine abzufangen. Ein mitreisender israelischer Zahnarzt, Dr. Musaev, versorgte die Verletzten im Flugzeug.

Schließlich übernahm ein anwesender Pilot, der in der Passagierkabine gereist war, das Steuer und landete die Maschine sicher auf dem Flughafen Tabuk im Nordwesten von Saudi-Arabien. Die saudi-arabischen Behörden brachten die verletzten Piloten umgehend in ein Krankenhaus, ehe sie später nach Abu Dhabi überführt wurden.

Flydubai: Copilot griff Kapitän an, um Flugzeug in israelischen Flughafen zu steuern
Foto: The Jerusalem Post

Im Zuge der Ereignisse wurden betroffene israelische Passagiere in den Tagen nach dem Vorfall durch Sonderflüge von El Al aus den Vereinigten Arabischen Emiraten repatriiert.

Die Ermittlungen der Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Am 9. Oktober 2026 veröffentlichte der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad Saif al-Shamsi, die bislang detailliertesten Erkenntnisse zu den Hintergründen der Tat. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich um einen geplanten Selbstmordanschlag.

Der mutmaßliche Täter wurde als der 29-jährige Omani Hamam al-Hammami identifiziert. Untersuchungen ergaben, dass sich der Verdächtige während eines früheren Studiums in Australien bis 2017 radikalisiert hatte. Er konsumierte radikale Schriften und Online-Inhalte, die terroristische Organisationen verherrlichten.

„[Al-Hammami] entwickelte infolgedessen Vorstellungen, die Gewalt und Terrorismus befürworteten. Er ließ sich zudem von den Anschlägen vom 11. September 2001 inspirieren, und der Gedanke, eine ähnliche Operation mit einem Flugzeug auszuführen, verfestigte sich in seinem Denken.“

Hamad Saif al-Shamsi, Generalstaatsanwalt der VAE

Vor seiner Tätigkeit bei flydubai im Januar 2026 hatte al-Hammami bei verschiedenen Fluggesellschaften gearbeitet, darunter Oman Air von 2020 bis 2024 sowie Royal Air Maroc im Jahr 2025.

Um sich auf die Tat vorzubereiten, absolvierte der Copilot Boxtraining unter einem privaten Trainer und nutzte zwei vorherige Flüge nach Tel Aviv, um sich mit der Flugroute und den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen.

Flydubai co-pilot plotted ‘suicide’ attack on Israel, UAE says
Foto: Al Jazeera

Reaktionen auf internationaler Ebene und ungeklärte Fragen

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu lobte die Entschlossenheit der Passagiere und des Flugkapitäns. Gleichzeitig löste der Vorfall diplomatische Reaktionen aus. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten würden den Iran sehr hart treffen, falls sich eine Beteiligung Teherans an dem versuchten Anschlag bestätigen sollte.

Australische Behörden leiteten nach dem Vorfall eine Untersuchung ein, da der Verdächtige dort in der Vergangenheit studiert hatte. Während al-Hammami gegenüber den Ermittlern angab, allein gehandelt zu haben, dauern die internationalen Untersuchungen zu möglichen Hinterleuten und Netzwerken an.

Der Verdächtige wurde zunächst von saudi-arabischen Behörden vernommen und später in die Vereinigten Arabischen Emirate überstellt, wobei israelische Stellen ebenfalls Einblick in die Befragungen erhielten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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