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FIFA WM 2026: Lobeshymnen für Kane, Kritik an Ronaldo

England besiegte Kroatien am 18. Juni 2026 in Dallas mit 4:2 im Auftaktspiel der FIFA WM 2026. Harry Kane erzielte zwei Treffer und zog mit insgesamt zehn Weltmeisterschaftstoren mit dem Rekordhalter Gary Lineker gleich. Während England glänzte, enttäuschte Cristiano Ronaldo beim 1:1-Unentschieden Portugals gegen die Demokratische Republik Kongo.

Harry Kanes Rekordnacht in Dallas

Harry Kanes Rekordnacht in Dallas
Photo: WELT

Der Auftakt der „Three Lions“ im Dallas-Stadion war eine individuelle Demonstration von Harry Kane. Der Bayern-Stürmer sicherte den Sieg mit einem Foulelfmeter in der 12. Minute und einem Kopfballtreffer in der 42. Minute. Damit erreichte Kane die Marke von zehn WM-Toren und stellte den englischen Rekord von Gary Lineker ein. Zudem ist er nun der Spieler mit den meisten Elfmeter-Toren (5) in der Geschichte der Weltmeisterschaften, wie LAOLA1 berichtet.

Kane zeigte sich nach dem Spiel euphorisch über seinen physischen Zustand.

„Ich fühle mich in Bestform, auf dem Höhepunkt meiner Leistungsfähigkeit“
Harry Kane, Kapitän der englischen Nationalmannschaft

Die Effizienz des Stürmers stützte sich auf eine starke Saison beim FC Bayern, in der er laut Sport Bild insgesamt 61 Tore und sieben Vorlagen in 51 Einsätzen erzielte. In Dallas war er jedoch nicht nur im Abschluss präsent; Zlatan Ibrahimovic lobte seine Bereitschaft, auch defensiv zu arbeiten, nachdem Kane in der Nachspielzeit einen Schuss von Josko Gvardiol mit dem Bauch blockte.

Thomas Tuchels Taktik und der Kampf gegen die Fotografen

Thomas Tuchels Taktik und der Kampf gegen die Fotografen
Photo: Sport Bild

Trotz des 4:2-Erfolgs war Nationaltrainer Thomas Tuchel mit der ersten Halbzeit unzufrieden. Die englische Defensive wirkte instabil, und das Team gewann in den ersten 45 Minuten lediglich 33 Prozent aller Zweikämpfe am Boden. Tuchel kritisierte mangelndes Engagement und ein zu geringes Selbstvertrauen seiner Spieler, die sich nach frühen Führungen zu sehr zurückgezogen hatten.

Die Wende erfolgte in der Kabine. Kane lobte Tuchels Ansprache, in der der Trainer die Mannschaft aufforderte, die „Fesseln abzuwerfen“ und der Welt zu zeigen, wer sie sein können. Diese Motivation zahlte sich aus: Jude Bellingham traf kurz nach der Pause zum 3:2, bevor Marcus Rashford in der 85. Minute die Entscheidung herbeiführte.

Abseits des Spielgeschehens sorgte Tuchel für Aufsehen durch seine Kritik an der Organisation der FIFA. Wie die WELT berichtet, beschwerte sich der Trainer über die Positionierung der Fotografen während der Nationalhymnen. Er gab an, vor einer „Mauer von 50 Fotografen“ gestanden zu haben, was ihm die Sicht auf seine Spieler nahm und das emotionale Erlebnis ruinierte.

Die Debatte um Kanes WM-Tauglichkeit

Harry Kane Goal | England 4-2 Croatia | FIFA World Cup 2026™

Während Teamchef Tuchel Kane als „absoluten Leader“ bezeichnete, gibt es in Expertenkreisen eine andere Sichtweise. Didi Hamann, TV-Experte beim irischen Sender RTE, stellte die Frage, ob Kane tatsächlich der Spieler sei, der England zum Titel führen könne. Hamann kritisierte, dass Kane viele seiner Tore in der Vorrunde erzielt habe und es ihm an der notwendigen Vielseitigkeit für die entscheidenden K.-o.-Runden fehle.

Hamann argumentiert, dass Kane bei Kontern über 50 bis 60 Yards nicht mit Spielern wie Marcus Rashford oder Anthony Gordon mithalten könne. Für die Duelle gegen Top-Teams sei diese Geschwindigkeit essenziell.

Die unterschiedlichen Einschätzungen lassen sich in dieser Übersicht zusammenfassen:

Perspektive Bewertung von Harry Kane Kernargument Thomas Tuchel / Zlatan Ibrahimovic Positiv / Leader Komplette Leistung, defensive Einsatzbereitschaft Didi Hamann (RTE) Kritisch / Eingeschränkt Mangelnde Geschwindigkeit bei Kontern, Vorrunden-Statistik

Cristiano Ronaldos Formkrise und Martinez‘ Treue

Im Gegensatz zum englischen Erfolg erlebte Portugal eine herbe Enttäuschung. Gegen den Außenseiter Demokratische Republik Kongo trennte sich die Mannschaft mit einem 1:1. Nachdem Joao Neves in der 6. Minute früh geführt hatte, glich Yoane Wissa in der 45.+5 Minute aus, wie sport.orf.at berichtet.

Im Zentrum der Kritik stand Cristiano Ronaldo. Der 41-Jährige blieb weitgehend blass und vergab zwei Torchancen in der Schlussphase, wobei er einmal in der 68. Minute und kurz darauf erneut deutlich am Tor vorbeischoss.

Trainer Roberto Martinez geriet unter Druck, weil er Ronaldo trotz der schwachen Leistung nicht ausgewechselt hatte. Martinez verteidigte seine Entscheidung mit der Argumentation, dass es keinen Sinn ergebe, den „größten Goalgetter des Weltfußballs“ in einem Spiel auszutauschen, in dem Tore benötigt würden.

Ausblick auf die Gruppenphase

England startet mit einem optimalen Ergebnis in die Gruppe L. Laut der Oberösterreichischen Nachrichten weckt dieser Sieg Hoffnungen auf den ersten Titel seit 1966. Die kommenden Herausforderungen für Thomas Tuchel und sein Team sind bereits terminiert:

  • 23. Juni: England gegen Ghana
  • 27. Juni: England gegen Panama
  • Für Kroatien geht es am Mittwoch gegen Panama weiter, während Portugal seine Form stabilisieren muss, um den Anschluss in der Gruppe K nicht zu verlieren. Die kommenden 10 Tage werden zeigen, ob Englands defensive Schwächen nur Startnervosität waren oder eine strukturelle Gefahr für den Turnierverlauf darstellen.

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    Cristiano Ronaldos Formkrise und Martinez' Treue
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    Jonas Becker

    Über den Autor

    Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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