Der Chikungunya-Impfstoff Ixchiq von Valneva Austria GmbH ist in der EU für Personen ab 12 Jahren mit hohem Infektionsrisiko zugelassen. Mit einer EU-Zulassung vom 28. Juni 2024 deckt das Präparat einen ungedeckten medizinischen Bedarf. Eine Einzeldosis kostet in deutschen Apotheken rund 163,82 Euro.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat den Lebendimpfstoff Ixchiq für die aktive Immunisierung gegen das Chikungunya-Virus bewertet und EU-weit zugelassen. Zum Zeitpunkt der Zulassung gab es nach Angaben der Behörde kein verfügbares Vakzin zum Schutz vor der durch Mücken übertragenen Viruserkrankung. Das Präparat adressiert damit einen medizinischen Bedarf, der zuvor ungedeckt war.
EU-Zulassung und Zielgruppe für Ixchiq
Die europäische Fachinformation bestimmt als klares Anwendungsgebiet die aktive Immunisierung von Personen ab 12 Jahren, die ein hohes Risiko für eine Infektion aufweisen. Damit ist das Produkt als spezieller Reiseimpfstoff konzipiert und nicht als allgemeine Standardimpfung für jede Urlaubsreise vorgesehen. Für den deutschen Markt verweist das Paul-Ehrlich-Institut in seiner Übersicht auf die EU-Zulassung vom 28. Juni 2024. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Anwendung für Personen ab 12 Jahren, die in ein Gebiet mit aktuellem Ausbruch reisen oder einen längeren Aufenthalt in einem Endemiegebiet planen.
Hinter dem Präparat steht die Valneva Austria GmbH mit Sitz am Campus Vienna Biocenter in Wien. Das Unternehmen beschreibt sich als spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung von prophylaktischen Impfstoffen. Laut den europäischen Behördenunterlagen ist der Impfstoff neben Europa auch in den USA und in Kanada zugelassen.
Preise und Verfügbarkeit in deutschen Apotheken
In Deutschland wird der Impfstoff über den regulären Apothekenmarkt vertrieben. Die Packung enthält eine Einzeldosis als Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung. Der Apothekeneinkaufspreis beziehungsweise Apothekenverkaufspreis wird mit 163,82 Euro ausgewiesen. Das Präparat unterliegt der Verschreibungspflicht, was den patientenindividuellen Weg über ärztliche Verordnung und Apothekenabgabe zwingend vorschreibt.
Wegen der strengen Indikation und des Preises im mittleren dreistelligen Bereich ist der Einsatz eng umgrenzt. Eine Verfügbarkeit über allgemeine Handelsplattformen ohne Rezept, wie etwa Amazon, ist für diesen Impfstoff nicht vorgesehen.
Immunititätsdauer und regulatorische Unsicherheiten
Die Europäische Arzneimittel-Agentur kam zu dem Schluss, dass die Vorteile des Impfstoffs die Risiken überwiegen. Daten belegen, dass das Vakzin bei Erwachsenen eine Immunantwort auslöst, die für mindestens vier Jahre nach der Impfung anhält. Bei Jugendlichen ist eine robuste Immunantwort nachgewiesen, die für mindestens ein Jahr anhält.
Dennoch bestehen laut den Regulierungsbehörden gewisse Unsicherheiten hinsichtlich der exakten Schutzwirkung im Feld, da zum Zeitpunkt der Zulassung keine umfassenden Daten darüber vorlagen, wie stark der Impfstoff vor einer tatsächlichen Infektion im Alltag bewahrt. Den Schutz schließt die Behörde aus der messbaren Immunantwort. Der Hersteller ist verpflichtet, in Regionen, in denen das Virus zirkuliert, weitere Studien durchzuführen, um die reale Schutzwirkung an geimpften Personen zu bewerten.
Sicherheitsprofil und Anwendungseinschränkungen
Das Nebenwirkungsprofil entspricht im Wesentlichen dem anderer Impfstoffe, die auf abgeschwächten Lebendviren basieren. Nach den behördlichen Feststellungen treten schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Impfstoff vor allem bei Personen ab 65 Jahren sowie bei Patienten mit mehreren zugrundeliegenden chronischen Erkrankungen auf. Zwar waren vereinzelt auch junge und ansonsten gesunde Erwachsene betroffen, doch führte dies zu der klaren Empfehlung der europäischen Behörde, das Vakzin ausschließlich bei Personen einzusetzen, die ein erhöhtes Ansteckungsrisiko aufweisen.

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