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Susan Collins kämpft in Maine gegen Trump-Effekt bei Wiederwahl

US-Senatorin Susan Collins stellt sich in Maine den Wählern für eine sechste Amtszeit. Dabei kämpft die republikanische Amtsinhaberin mit den anhaltenden Kontroversen um Donald Trump, während sie gleichzeitig ihre langjährige Arbeit als Vermittlerin für lokale Infrastrukturprojekte in den Mittelpunkt stellt.

Collins kämpft in Maine

Senatorin Susan Collins steht in ihrer Heimat vor einer gewaltigen politischen Bewährungsprobe. In dem zunehmend dem liberalen Lager zuneigenden Bundesstaat versucht die langjährige Republikanerin, sich von der starken Polarisierung um den ehemaligen und erneut amtierenden Präsidenten zu distanzieren.

Jahrelang war es ihr gelungen, deutlich vor Trump zu laufen und von ihrer Erfahrung im Senat zu profitieren, um Millionenbeträge für lokale Projekte in den kleinstrukturierten Bundesstaat zu lenken. Doch die Kampagne gegen den demokratischen Herausforderer Troy Jackson wird spürbar durch die ständigen Kontroversen und die sinkende Beliebtheit des Präsidenten belastet. Umfragen zeigen ein denkbar knappes Rennen.

Eine im September veröffentlichte Erhebung bescheinigte Collins zwar eine knappe Führung, machte aber auch die tiefe Skepsis der Wähler gegenüber der Bundespolitik deutlich. Viele Bürger betonen, dass ihre Skepsis weniger der Senatorin persönlich gilt, sondern der Sorge vor einer unkontrollierten zweiten Amtszeit Trumps geschuldet ist. So erklärte ein Wähler in Ellsworth, dass er Collins zwar für kompetent halte, aber aus grundsätzlicher Sorge um die politische Stabilität gegen sie stimmen wolle.

Das erste Fernsehduell und die Frage nach Trumps Wahlkampftour

Im ersten von insgesamt vier geplanten Fernsehduellen am 6. Oktober sah sich Collins kritischen Fragen zu ihrer Beziehung zu Trump ausgesetzt. Die Frage, ob sie bei einem möglichen Wahlkampfauftritt des Präsidenten in Maine an dessen Seite auftreten würde, beantwortete sie ausweichend.

Maine Sen. Susan Collins responds to claims she votes with Trump 95% of the time

Ich glaube nicht, dass Präsident Trump nach Maine kommen wird. Er spricht davon, in viele verschiedene Bundesstaaten zu reisen. Ich habe nichts aus seinem Büro gehört, und ich bin nicht gerade seine Lieblingssenatorin.

Susan Collins, US-Senatorin für Maine

Die Beziehungen zwischen der Senatorin und dem Weißen Haus waren wiederholt von Spannungen gezeichnet. Während Trump sie im Sommer als vernünftige Person bezeichnete, die jedoch eine andere Ideologie vertrete, attackierte er sie in der Vergangenheit auf Online-Plattformen scharf, als sie bei wichtigen Abstimmungen wie der Kriegsvollmachten-Resolution mit den Demokraten stimmte.

Vorwürfe im Senatsrennen

Herausforderer Troy Jackson nutzt im Wahlkampf nicht nur Collins‘ Abstimmungsverhalten im Senat, sondern griff sie während der Fernsehdebatte auch wegen früherer Berichte über eine geschlossene FBI-Untersuchung im Zusammenhang mit Wahlkampfspenden an.

Susan Collins kämpft in Maine gegen Trump-Effekt bei Wiederwahl
Foto: mainepublic.org

Jackson warf der Amtsinhaberin vor, von fragwürdigen Spenden profitiert zu haben, während Collins die Vorwürfe umgehend als falsch verwies und auf Unregelmäßigkeiten in Jacksons eigener politischer Laufbahn verwies. Zudem holpert die Vergangenheit immer wieder in die Gegenwart: Auch ihre umstrittene Bestätigung des konservativen Richters Brett Kavanaugh für den Obersten Gerichtshof im Jahr 2018 bleibt ein zentrales Streitthema.

Während Demokraten wie Jackson warnen, dass diese Wahl über die künftige Ausrichtung des Supreme Court entscheidet, verteidigt Collins ihr damaliges Vorgehen und verweist auf ihre gründliche Prüfung von Nominierten ungeachtet der Parteizugehörigkeit.

'Let's go, Little Donnie!': Maine Democrat taunts Trump with invite to 'help' Susan Collins

Konkrete Projekte im Fokus

Trotz der politischen Angriffe setzt Collins im Wahlkampf auf ihre bewährte Strategie der Detailarbeit und direkten Interventionen in Washington. Berichten zufolge hat sie in den vergangenen Monaten mehrfach hinter den Kulissen interveniert, um wirtschaftliche Härten für Maine abzuwenden – darunter Gespräche mit der Ministerin für Innere Sicherheit wegen der Einwanderungspolitik, Verhandlungen mit dem Handelsministerium zur Rettung von Meeresforschungsgeldern sowie Unterredungen mit dem US-Handelsbeauftragten, um Ausnahmen für kanadischen Beton und Streusalz bei Zöllen zu erwirken.

Im Jahr 2019 geriet im Zuge von Ermittlungen auch die Hawaiianische Rüstungsfirma Navatek in den Fokus, als der damalige CEO Martin Kao über einen Strohmann 150.000 Dollar an ein Super-PAC zur Unterstützung von Collins spendete und im Gegenzug Millionengelder für das Unternehmen in Aussicht gestellt wurden.

FULL: Maine Sen. Susan Collins and Troy Jackson face off in U.S. Senate debate ahead of Election Day

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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