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Welt

Erik Prince schließt 750-Millionen-Dollar-Söldnervertrag im Kongo ab

Ein Volumen von 750 Millionen US-Dollar markiert einen der größten dokumentierten Einzelverträge für private Militärdienstleister im subsaharanischen Afrika der vergangenen Jahre. Der Vertrag bringt den Gründer der umstrittenen Sicherheitsfirma Blackwater, Erik Prince, direkt in den bewaffneten Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Diese Vereinbarung übersteigt bei Weitem die üblichen finanziellen Dimensionen privater Sicherheitsabsprachen in der Region.

Die Dimensionen des Abkommens werfen Fragen zur Regulierung und Kontrolle privater Söldnertruppe auf. Die Regierung in Kinshasa setzt angesichts des jahrelangen und durch wiederholte diplomatische sowie militärische Interventionen ungelösten Konflikts verstärkt auf externe Sicherheitsanbieter, um gegen Rebellengruppen vorzugehen. Berichten von UN-Experten zufolge unterstützt Ruanda dabei die M23-Miliz, während die ruandische Seite dies bestreitet.

Verlust im ostkongolesischen Hochland

Die Operation geriet ins öffentliche Blickfeld, nachdem ein Feuergefecht im östlichen Hochland des Kongo den Tod eines Elitesoldaten aus Neuseeland und schwere Verletzungen bei einem US-Amerikaner forderte. Bei dem getöteten Kämpfer handelt es sich um einen ehemaligen Soldaten der neuseeländischen Special Air Service Einheit. Der verwundete US-Bürger ist Tim Kennedy, ein ehemaliger Green Beret der U.S. Army, der unter anderem durch seine Karriere im Mixed Martial Arts und Auftritte bei Fox News bekannt ist. Kennedy erlitt mehrere Schusswunden und wurde aus dem Land ausgeflogen.

Erik Prince schließt 750-Millionen-Dollar-Söldnervertrag im Kongo ab
Foto: voicenewsbd.com

Die beiden Männer standen zum Zeitpunkt des Hinterhalts direkt in Diensten von Prince. Die Aktivitäten sind laut Recherchen mit einer Firma namens Vectus verknüpft, die im Zuge der Operation genannt wird. Weder die Regierung der Vereinigten Staaten noch die neuseeländische Regierung gaben bis zur Veröffentlichung offizielle öffentliche Erklärungen zu den getöteten oder verletzten Staatsbürgern ab. Ob eine rechtliche Verpflichtung zur Untersuchung dieser Todesfälle besteht, hängt von den jeweiligen nationalen Zuständigkeitsgesetzen ab. Für US-Amerikaner, die im Ausland als Söldner arbeiten, existiert kein einzelnes umfassendes Gesetz, obgleich je nach Einzelfall der Military Extraterritorial Jurisdiction Act sowie Exportkontrollvorschriften zur Anwendung kommen können.

Politische Motive und die Last der Vergangenheit

Hinter der Vereinbarung stehen laut Berichten auch politische Kalküle. Erik Prince gilt als prominenter Unterstützer von Donald Trump. Die kongolesische Führung in Kinshasa versuchte demnach, das Arrangement auch dazu zu nutzen, Goodwill bei der US-Regierung aufzubauen. Bislang liegt jedoch keine Information darüber vor, ob US-Behörden die Rolle von Prince im Kongo-Vertrag genehmigten, darüber informiert wurden oder diesen überprüft haben.

Das Engagement knüpft an Princes langjährige Bemühungen an, in rohstoffreichen und von Konflikten gezeichneten Staaten Afrikas wirtschaftliche und sicherheitspolitische Gelegenheiten zu erschließen. Sein Name ist historisch stark mit der von ihm 1997 gegründeten Sicherheitsfirma Blackwater verbunden. Diese geriet durch das Massaker am Nisour-Platz im Jahr 2007 in Bagdad ins weltweite Kreuzfeuer, bei dem Blackwater-Mitarbeiter 17 irakische Zivilisten töteten – ein Vorfall, der 2014 zu Verurteilungen durch eine US-Bundesjury führte. Prince verkaufte das Unternehmen im Jahr 2010, woraufhin es mehrfach umbenannt wurde. Im aktuellen Fall im Kongo bleibt unklar, inwieweit offizielle Register den angekündigten Betrag von 750 Millionen US-Dollar stützen, da eine unabhängige Finanzprüfung des Vertrags in den öffentlich verfügbaren Quellen nicht zitiert wird.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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