Stellantis hat mit „Fastlane 2030“ einen globalen Sanierungsplan vorgestellt, um den Konzern durch 110 neue Modelle und eine Investitionssumme von 60 Milliarden Euro bis 2030 zu stabilisieren. Trotz der Offensiven kämpft das Unternehmen mit einem Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2025, primär ausgelöst durch Abschreibungen in Nordamerika.
Milliardenverluste und der Nordamerika-Schock
cluster (priority): Motorsport-Total.com
Die nackten Zahlen des Geschäftsjahres 2025 zeichnen ein düsteres Bild. Wie WELT berichtet, sank der Umsatz um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro. Schwerer wiegt jedoch der Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro. Dieser Absturz ist maßgeblich auf massive Abschreibungen in Nordamerika zurückzuführen, nachdem US-Präsident Donald Trump die staatliche Förderung für Elektroautos gestrichen hatte.
Die strategische Fehlkalkulation zwang Stellantis und andere US-Hersteller zu einer abrupten Kurskorrektur. Dass der neue Vorstandschef Antonio Filosa, der seit einem Jahr im Amt ist, nun mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm reagiert, beruhigte die Märkte nicht. Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz von über 5,8 Prozent. Analysten von Bloomberg Intelligence bewerteten den Plan als unzureichend, um dem enormen Wettbewerbsdruck aus China, insbesondere auf dem europäischen Markt, wirksam zu begegnen.
Kapazitätsabbau zur Effizienzsteigerung in Europa
cluster (priority): Motor1.com Deutschland
In Europa setzt Stellantis auf eine schmerzhafte, aber notwendige Straffung der Produktion. Die Produktionskapazität soll um 800.000 Stück auf jährlich 3,85 Millionen Fahrzeuge gesenkt werden. Ziel ist es, die derzeitige Auslastung der Werke von 60 Prozent auf 80 Prozent zu heben, um die Effizienz pro Einheit zu steigern.
Interessanterweise verzichtet der Konzern trotz der Krise auf harte Einschnitte bei den Marken oder Werksschließungen in Europa. Alle 14 Marken bleiben im Portfolio – darunter auch kleinere Namen wie Opel für Nordeuropa, DS für Frankreich und Alfa Romeo für Italien. Die finanzielle Zielsetzung ist ambitioniert: Bis 2028 sollen Elektroautos die gleiche Marge erzielen wie klassische Verbrenner, um die kommenden EU-Verbote für Verbrennungsmotoren wirtschaftlich zu überstehen.
Die Strategie der Spezialmarken und die Rückkehr der Ente
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Um die enorme Vielfalt von 14 Marken zu bewältigen, führt Stellantis eine neue Hierarchie ein. Vier globale Marken – Fiat, Jeep, Peugeot und Ram – übernehmen die Führung der Produktoffensive. Die übrigen Marken werden regionaler ausgerichtet. Besonders auffällig ist die neue Einstufung von Lancia und DS Automobiles als sogenannte „Spezialmarken“.
Laut Motorsport-Total.com bedeutet dies eine organisatorische Unterordnung: Fiat steuert künftig Lancia, während Citroën die Verantwortung für DS übernimmt. Diese Marken bleiben zwar eigenständige Einheiten und werden nicht zu reinen Ausstattungslinien, doch es ist zu erwarten, dass sie primär höherwertige Ableger von Volumenmodellen ihrer Muttermarken erhalten werden. Die Notwendigkeit dieser Neuausrichtung belegen die Zulassungszahlen der ACEA für 2025, wonach Lancia (zusammen mit Chrysler) um 64 Prozent auf 11.754 Einheiten einbrach.
Gleichzeitig versucht der Konzern, emotionale Anker zu setzen. Citroën plant die Wiederbelebung der legendären „Ente“ (2CV) als Elektroauto mit einem Einstiegspreis von unter 15.000 Euro. Die Produktion soll in Pomigliano d’Arco in Italien erfolgen. Neben dem neuen 2CV ist auch ein Nachfolger des Ami vorgesehen.
Auch bei Alfa Romeo und Abarth gibt es Bewegung, wenn auch in vagen Zügen. Motor1.com Deutschland berichtet von zwei neuen Kompaktmodellen für Alfa Romeo auf der STLA One Plattform sowie einem Sportmodell als geistiger Nachfolger des 33 Stradale.
„flexible Plattformen, um schrittweise Multi-Energy-Lösungen einzuführen, einschließlich Hybrid- und Elektroantrieben“
Alfa Romeo, Unternehmensangabe
Bei Abarth bleibt die Strategie hinsichtlich der Verbrenner noch offen. Gaetano Thorel, Leiter der Europa-Division der Marke, deutete lediglich an, dass man aus Abarth „etwas Größeres machen“ werde.
Pro One: Die Wette auf kommerzielle Mobilität
cluster (priority): news.google.com
Ein wesentlicher Pfeiler der Sanierung ist die globale Nutzfahrzeugsparte Stellantis Pro One. Wie aus einer Mitteilung von Stellantis Media hervorgeht, plant die Sparte bis 2030 elf neue Modelle. Ein zentrales Element ist das autonome Konzeptfahrzeug „Box on Wheels“, das auf der IAA Transportation in Hannover präsentiert werden soll.
Die kommerzielle Strategie stützt sich auf neue Multi-Energy-Plattformen für Transporter, die auf der STLA Brain-Architektur basieren. Diese sollen Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsantriebe ermöglichen, wobei der Fokus klar auf Hybridlösungen liegt.
Die Ziele für 2030 sind konkret:
Steigerung des Umsatzes um 30 Prozent.
Erreichung der weltweiten Marktführerschaft im Nutzfahrzeugsegment.
Sicherstellung einer Fahrzeug-Betriebsbereitschaft von 100 Prozent.
Ein wesentlicher Pfeiler der Sanierung ist die globale Nutzfahrzeugsparte Stellantis Pro One. Wie aus einer Mitteilung von Stellantis Media hervorgeht, plant die Sparte bis 2030 elf neue Modelle. Ein zentrales Element ist das autonome Konzeptfahrzeug „Box on Wheels“, das auf der IAA Transportation in Hannover präsentiert werden soll.
Die kommerzielle Strategie stützt sich auf neue Multi-Energy-Plattformen für Transporter, die auf der STLA Brain-Architektur basieren. Diese sollen Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsantriebe ermöglichen, wobei der Fokus klar auf Hybridlösungen liegt.
Die Ziele für 2030 sind konkret:
Steigerung des Umsatzes um 30 Prozent.
Erreichung der weltweiten Marktführerschaft im Nutzfahrzeugsegment.
Sicherstellung einer Fahrzeug-Betriebsbereitschaft von 100 Prozent.
David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.
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