US-Präsident Donald Trump hat am Freitag auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews offiziell eine neue Boeing 747 als Air Force One eingeweiht. Die Maschine ist ein Geschenk des Golfstaats Katar im Wert von 400 Millionen Dollar. Während Trump den Luxus preist, kritisieren Demokraten die Annahme als ausländische Einflussnahme und Korruption.
Ausstattung und Design der katarischen Boeing 747
Das neue Präsidentenflugzeug, das laut n-tv als „fliegendes Weißes Haus“ bezeichnet wird, unterscheidet sich optisch deutlich von seinen Vorgängern. Während die bisherigen Maschinen in Blau und Weiß gehalten waren, trägt die neue Boeing einen marineblauen Rumpf mit einem roten Streifen und einer weißen Oberseite. Diese Farbgebung soll künftig der Standard für die gesamte Air Force One-Flotte werden.

Die Bezeichnung „Air Force One“ ist dabei kein Name für ein spezifisches Flugzeug, sondern das offizielle Rufzeichen für jedes Flugzeug der US-Luftwaffe, in dem sich der Präsident befindet. Üblicherweise wird diese Rolle von hochmodifizierten Boeing 747-Maschinen übernommen, die speziell für die Anforderungen des Oberbefehlshabers ausgerüstet sind.
Trump beschrieb die Maschine bei der Zeremonie als das „luxuriöseste Flugzeug der Welt“. Er hob insbesondere die Qualität der verwendeten Hölzer, Materialien und Triebwerke hervor. Die technische Ausstattung umfasst abhörsichere Funktechnik sowie ein Raketenabwehrsystem. Laut Trump fliege das Flugzeug zudem schneller und weiter als jede bisherige Air Force One.
„Wenn Sie es sehen, werden Sie es nicht glauben – die Qualität der Hölzer, die Qualität der Materialien, die Qualität der Triebwerke“
— Trump, US-Präsident
Die Maschine dient als Übergangslösung. Der US-Flugzeugbauer Boeing arbeitet zwar an zwei eigens angefertigten Maschinen des Typs 747-8 (bekannt als VC-25B), doch deren Auslieferung hat sich verzögert. Diese neuen Modelle sollen die seit den 1990er-Jahren im Einsatz befindlichen VC-25A-Maschinen dauerhaft ersetzen, die aufgrund ihres Alters und steigender Wartungskosten als veraltet gelten.
Verfassungsfragen und Vorwürfe der Korruption
Das Geschenk im Wert von 400 Millionen US-Dollar löste heftige politische Debatten aus. Vertreter der Demokratischen Partei bezeichnen die Annahme als „Bestechung“ und „ausländische Einflussnahme“. In einigen Kreisen sprachen Politiker sogar von „blanker Korruption“ und drohten mit Protesten im US-Parlament, wie DIE ZEIT berichtet.
Im Zentrum der Kritik steht die US-Verfassung, konkret die sogenannte Foreign Emoluments Clause (Artikel I, Sektion 9, Klausel 8). Diese untersagt es Regierungsvertretern, Geschenke, Titel oder Ämter von ausländischen Staaten ohne die ausdrückliche Zustimmung des Kongresses anzunehmen. Das Ziel dieser Bestimmung ist es, zu verhindern, dass US-Amtsträger durch ausländische Zuwendungen beeinflusst werden oder Loyalitätskonflikte entstehen.
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Um diesen rechtlichen Hürden zu entgehen, wurde die Spende aus Katar offiziell an das Verteidigungsministerium übergeben. Durch diese Konstruktion wird das Flugzeug nicht als persönliches Geschenk an den Präsidenten, sondern als staatliche Schenkung an eine Regierungsbehörde gewertet.
Trump wies die Kritik zurück. Er argumentierte, es wäre „dumm“, ein „kostenloses, sehr teure Flugzeug“ abzulehnen, da dies dem amerikanischen Steuerzahler erhebliche Kosten erspare. Auch die katarische Regierung bezeichnete den Vorgang gegenüber CNN als einfache „Transaktion“ und ein „ganz einfaches Geschäft von Regierung zu Regierung“. Katar ist ein wichtiger strategischer Partner der USA im Nahen Osten und besitzt den Status eines „Major Non-NATO Ally“.
Zusätzliche Besorgnis rief die Ankündigung des Präsidenten hervor, dass die Maschine nach seiner Amtszeit an seine künftige Präsidenten-Bibliothek gehen solle. Üblicherweise werden ausgemusterte Präsidentenflugzeuge staatlichen Museen, wie etwa dem Smithsonian National Air and Space Museum, übergeben.
Einsatzplan und Zeitrahmen bis 2028
Bevor die Maschine den regulären Dienst antritt, stehen noch Testflüge und eine abschließende Prüfung an. Die US-Luftwaffe betonte in einer Mitteilung, dass die Sicherheit des Oberbefehlshabers höchste Priorität habe. Ein erster öffentlicher Auftritt ist für den 4. Juli geplant: Die Maschine soll einen Überflug anlässlich des 250. Unabhängigkeitstages der USA anführen, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Trump plant bereits konkrete Einsätze für den neuen Jumbojet. Er will damit unter anderem zum Nato-Gipfel nach Ankara in die Türkei fliegen sowie eine Konferenz in China besuchen.
Die zeitliche Planung der Flotte stellt sich wie folgt dar:
- Juni 2026: Offizielle Einweihung der katarischen Boeing 747.
- Juli 2026: Erstflug beim Unabhängigkeitstag und geplante Reisen nach Türkei und China.
- Mitte 2028: Erwartete Auslieferung der zwei maßgeschneiderten Boeing 747-8 Maschinen.
Mit der Einführung der neuen Maschine endet die Ära der seit den 1990er-Jahren genutzten Präsidentenflugzeuge. Trump gab bekannt, dass sein Rückflug vom jüngsten G7-Gipfel in Frankreich die letzte Reise mit dem alten Modell VC-25A war. Diese Maschinen sollen laut Spiegel voraussichtlich als Museumsstücke dienen.
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