Ein gezielter Drohnenangriff auf einen belebten Bahnsteig im ostukrainischen Dnipro hat am 29. Oktober 2026 mindestens 14 Menschen das Leben gekostet. Die Attacke, bei der eine strahlgetriebene Drohne einen abfahrtssbereiten Personenzug traf, ereignete sich im Zuge einer landesweiten Angriffswelle mit insgesamt 19 Todesopfern an diesem Tag.
Die Explosion ereignete sich am Morgen des 29. Oktober 2026 auf dem Hauptbahnhof von Dnipro, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte. Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft Ukrzaliznytsia schlug ein strahlgetriebenes unbemanntes Fluggerät auf einem Bahnsteig ein, auf dem Reisende auf einen Regionalzug in Richtung Saporischschja warteten. Mindestens 14 Menschen wurden getötet, während laut lokalen Behörden 14 bis 56 weitere Personen Verletzungen erlitten. Darunter war auch ein 40-jähriger Mann, dem beide Beine amputiert werden mussten.
A horrific Russian strike on the railway station in Dnipro. The Russians launched a drone attack on a platform where an ordinary commuter train and a scheduled passenger train were standing. Unfortunately, 13 people have been confirmed killed as of now. My condolences to their… pic.twitter.com/2n8TnJnbfW
Opferzahlen und verheerende Schäden in Dnipro sowie weiteren Städten
Zwar hatte die Eisenbahngesellschaft kurz vor dem Einschlag einen Fliegeralarm ausgerufen und das Bahnpersonal begonnen, die Waggons zu evakuieren, doch hielten sich trotz des erhöhten Gefahrenpegels zahlreiche Menschen auf dem Bahnsteig auf. Ukrainische Eisenbahner berichteten, dass die Evakuierung des stehenden Zuges rund zehn Minuten vor dem Einschlag lief. Die ukrainische Luftwaffe erklärte dazu, dass von vier in Richtung der Station gestarteten Drohnen drei abgefangen wurden, während eine die Abwehr durchbrach.
Die Detonation riss tiefe Spuren in den Asphalt. Rettungskräfte und Mediziner trafen rasch an dem Bahnhof ein, der als wichtiger Knotenpunkt für Flüchtlinge und freiwillige Helfer aus den Frontregionen dient. Der regionale Gouverneur Oleksandr Hanzha war vor Ort. Die Luftangriffe blieben jedoch nicht auf Dnipro beschränkt. Im nordukrainischen Tschernihiw forderten Einschläge auf einer Innenstadtstraße zwei Menschenleben; dort starben zwei 15-jährige Mädchen, während mehr als ein Dutzend Zivilisten verletzt wurden. Im zentralen Krementschuk traf eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude und tötete drei Menschen, während im ganzen Land 56 Verletzte gemeldet wurden und andere Berichte sogar von 71 Verletzten sprachen. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer durch die Angriffe im ganzen Land am Donnerstag auf mindestens 19.
Politische Reaktionen auf den Angriff und internationale Verurteilung
Führende Regierungsvertreter in Kiew verurteilten die Angriffe scharf. Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Koretskyj warfte Moskau vor, gezielt Zivilisten an Orten des täglichen Lebens zu attackieren.
Serhij Koretskyj erklärte: „Russland macht gezielt Jagd auf Zivilisten: in Zügen, an Bahnhöfen, in Wohnhäusern.

Präsident Selenskyj stellte die Attacke in einen direkten Zusammenhang mit kürzlich erfolgten geopolitischen Entscheidungen über Sanktionen. Er kritisierte die Lockerung bestimmter Sanktionen gegen den russischen Energiesektor und einige Oligarchen.
Wolodymyr Selenskyj sagte: „Wie viele solche terroristischen Angriffe hat Russland eigentlich noch auf unser Volk verübt, seitdem die Sanktionen gegen einige russische Oligarchen und den Energiesektor gelockert wurden, anstatt deeskalierend zu wirken?
Auch internationale Partner äußerten Bestürzung. EU-Ratspräsident António Costa bezeichnete die Angriffe als eine weitere grausame Serie von Attacken gegen die Zivilbevölkerung und bekräftigte die Unterstützung der Europäischen Union.
Ukraine und Russland koordinieren Versorgung in Oleschky
Vertreter der Ukraine, Russlands und der Vereinigten Staaten begaben sich in die Region, um die Versorgung der verbliebenen Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu koordinieren. Laut Angaben des ukrainischen Ombudsmanns Dmytro Lubinets und Yana Lantratova gab es in diesem Sektor bislang keine Berichte über Verstöße gegen die Waffenruhe, während in Dnipro und anderen urbanen Zentren die Rettungs- und Aufräumarbeiten nach den tödlichen Drohnenschlägen weiterliefen. Dennoch gab es Bedenken hinsichtlich möglicher Zwangsumsiedlungen oder Einschränkungen der Evakuierungswege in Richtung des ukrainisch kontrollierten Gebiets.