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Technik und Wissenschaft

Do you know your ’sweat score‘? The rise of hydration tech

Die Weltmeisterschaft 2026 ist derzeit durch eine Kontroverse um zweimalige Hydrationspausen pro Spiel geprägt, während die Nachfrage nach Flüssigkeitsmessung steigt. Laut Yahoo News nutzen Unternehmen wie Epicore Biosystems Wearables, um über sogenannte „Sweat Scores“ das Dehydrierungsrisiko von Sportlern und Arbeitern in Echtzeit zu analysieren.

Die Einführung von zwei regulären Trinkpausen pro Spiel bei der laufenden Weltmeisterschaft stößt bei Fans und Experten auf Ablehnung. Kritiker werfen den Organisatoren vor, die Pausen dienten primär als Werbeplattform für Broadcaster und würden den Spielfluss stören, insbesondere in klimatisierten Stadien. Trotz dieser sportpolitischen Debatte wächst das wissenschaftliche Interesse an der Flüssigkeitszufuhr. Andreas Flouris von der Universität Thessaly in Griechenland betont die Relevanz des Themas. Hydratation ist ein zentrales Thema. Wir sehen definitiv, dass sie aus wissenschaftlicher Sicht immer mehr Aufmerksamkeit erhält.Andreas Flouris, Universität Thessaly Hintergrund dieser Entwicklung sind zunehmende Hitzewellen durch den Klimawandel, die öffentliche Gesundheitskampagnen zu einer verstärkten Flüssigkeitsaufnahme bewegen. In diesem Umfeld drängen neue Gadgets auf den Markt, die von Schweißmonitoren bis hin zu Urin-Analysatoren für die Toilette reichen.

Epicore Biosystems und die Messung des „Sweat Scores“

Ein zentraler Akteur in diesem Markt ist das US-Unternehmen Epicore Biosystems. Wie die BBC berichtet, setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus Einweg-Hautpflastern und armbandartigen Wearables. Diese Geräte erfassen die Schweißflussrate direkt an der Haut sowie den Natriumgehalt (Salz) und die Hauttemperatur. Roozbeh Ghaffari, Mitgründer und CEO von Epicore Biosystems, zieht eine Parallele zur Entwicklung von Schrittzählern bei Apple Watch und Fitbit. Für ihn sei die Analyse des Schweißes die logische Fortsetzung der Wearable-Evolution. Schweiß war das nächste KapitelRoozbeh Ghaffari, CEO von Epicore Biosystems Die Technologie zielt darauf ab, eine Hydrationsbereitschaft auf Basis von Echtzeit-Schweißdaten zu ermitteln. Durch einen individuellen „Sweat Score“ soll das Risiko einer schleichenden Dehydrierung minimiert werden. Einige der Geräte vibrieren sogar sanft, wenn das System berechnet, dass der Nutzer Flüssigkeit zu sich nehmen muss.

Einsatzgebiete von Echtzeit-Schweißdaten

Die Zielgruppe der Schweiß-Sensoren reicht weit über den Profisport hinaus. Epicore Biosystems gibt an, dass die Geräte insbesondere in Berufen mit hoher physischer Belastung und Hitzeexposition eingesetzt werden. Dazu gehören:
  • Bauarbeiter auf Baustellen
  • Mitarbeiter in Öl- und Gasanlagen
  • Bodenpersonal an Flughäfen
  • Leistungssportler bei extremen Belastungen
Das Ziel ist die Erstellung eines spezifischen Risikoprofils. Ghaffari erklärt, dass die neue Generation von Wearables es ermögliche, basierend auf dem Schweiß-Score festzustellen, welche Art von Risiko ein Individuum aufweist.

Wissenschaftliche Zweifel an der Genauigkeit der Sensoren

Wissenschaftliche Zweifel an der Genauigkeit der Sensoren
Photo: aol.com
Während die Industrie die Vorteile betont, äußert sich die Wissenschaft skeptisch. Andreas Flouris hat verschiedene Schweiß-Analysatoren in seinem Labor untersucht, wobei die Ergebnisse seiner Experimente bislang nicht veröffentlicht wurden. Die meisten dieser Produkte, die wir getestet haben, weisen nicht die Genauigkeit auf, die man erwarten würde.Andreas Flouris, Universität Thessaly Laut Flouris funktioniert die Sensorik am besten bei gleichmäßigen, langen körperlichen Anstrengungen, wie beispielsweise bei einem Marathon. Problematisch werde es jedoch bei variabler, intermittierender Belastung. Ein Beispiel ist ein Fußballspieler, der zwischen Gehen und plötzlichen Sprints wechselt, was die präzise Datenerfassung herausfordernd machen kann.

Dehydrierung als globales Gesundheitsrisiko

Die kommerzielle Entwicklung dieser Technik ist eine Reaktion auf eine weit verbreitete gesundheitliche Problematik. Laut Berichten von AOL ist eine unzureichende Wasserzufuhr ein massives Problem in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die Datenlage verdeutlicht das Ausmaß:
  • Senioren: Eine Studie aus dem Jahr 2023 deutet darauf hin, dass jeder vierte Erwachsene im Vereinigten Königreich ab 65 Jahren dehydriert ist.
  • Arbeitnehmer: Eine 2018 von Flouris und Kollegen durchgeführte Studie an 139 Arbeitern in Europa ergab, dass 70 % der Befragten ein Dehydrierungslevel aufwiesen, das das Denken und die motorische Kontrolle negativ beeinflussen konnte.
Die Branche versucht nun, die Überwachung der Flüssigkeitshaushalte so niederschwellig wie möglich zu gestalten. Dabei setzen Entwickler verstärkt auf Gamification. Wir versuchen, es unterhaltsam zu machen, so die Strategie, bei der Nutzer Freunde hinzufügen und Punkte sammeln können, um die Trinkdisziplin zu erhöhen. Die Diskrepanz zwischen dem Marketingversprechen der „Echtzeit-Überwachung“ und der wissenschaftlichen Kritik an der Genauigkeit bleibt bestehen. Während die Hardware-Hersteller die Nutzbarkeit im Alltag betonen, fordern Forscher eine präzisere Validierung der Daten, bevor Schweiß-Scores als medizinisch verlässliche Grundlage für Gesundheitsentscheidungen dienen können.

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Dehydrierung als globales Gesundheitsrisiko
Photo: au.news.yahoo.com
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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