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Technik und Wissenschaft

Ransomware-Welle Eskaliert: Unternehmen Ringen um Lösegeld-Strategien bei KI-Angriffen

Die Zahl der bestätigten Ransomware-Opfer stieg im Jahr 2025 weltweit massiv von etwa 1.600 auf 7.831 Fälle, wie Dave Spillane von Fortinet berichtet. Angesichts dieser Entwicklung diskutieren Regierungen, darunter die britische, Verbote von Lösegeldzahlungen für den öffentlichen Sektor und kritische Infrastrukturen, während Hacker durch KI-Tools ihre Effizienz vervielfachen.

Die Entscheidung, ob Lösegeld an Cyberkriminelle gezahlt wird, hat sich zu einem der am stärksten umstrittenen Themen der Cybersicherheit entwickelt. Während fast die Hälfte der betroffenen Unternehmen laut einer Untersuchung der Sicherheitsgruppe Sophos aus dem Jahr 2025 letztlich zahlen, steigen gleichzeitig die geforderten Medianbeträge und die rechtlichen Risiken.

KI-Tools und die Industrialisierung der Angriffe

Die aktuelle Eskalation der Ransomware-Welle wird maßgeblich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz vorangetrieben. Dave Spillane, Systems Engineering Director bei Fortinet, nennt konkret bösartige KI-Hacking-Tools wie WormGPT, FraudGPT und BruteForceAI als Katalysatoren. Diese Technologien ermöglichen es Angreifern, die Zeitspanne zwischen den Attacken drastisch zu verkürzen.

Dave Spillane, Systems Engineering Director bei Fortinet, sagt, dass Hacker in der Zeit, in der früher ein einziger Ransomware-Angriff durchgeführt wurde, nun vier separate Organisationen gleichzeitig ins Visier nehmen können.

Diese Entwicklung führt zu einer Demokratisierung hochkomplexer Angriffe. Shashi Kiran, Chief Marketing Officer der Tech-Gruppe Nile, beobachtet, dass Fähigkeiten, die früher nur Nationalstaaten vorbehalten waren, nun von Einzelpersonen mit halbfertigen Fähigkeiten (half-baked skills) genutzt werden können, sofern sie die Macht der KI hebeln. Während die Kosten für die Durchführung eines Angriffs sinken, steigen die Kosten für die Verteidigung der Unternehmen.

Britische Pläne für Zahlungsverbote in kritischen Sektoren

Um den finanziellen Anreiz für Hacker zu brechen, erwägt die britische Regierung Verbote für Lösegeldzahlungen. Betroffen sein sollen öffentliche Stellen sowie Betreiber kritischer nationaler Infrastrukturen, darunter lokale Räte, Schulen und der National Health Service (NHS).

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Das Risiko der Re-Extortion und Versicherungsmärkte

Bezüglich der Zahlung von Lösegeldern wird darauf hingewiesen, dass eine Zahlung die Wiederherstellung der Daten keineswegs garantiert, sondern vielmehr zu weiterer Kriminalität und Erpressung ermutigt.

Parallel dazu prognostiziert Haydn Brooks, Chief Executive der Supply-Chain-Sicherheitsgruppe Risk Ledger, eine Verschiebung des Marktes. Sollten öffentliche Stellen nicht mehr zahlen dürfen, würden Kriminelle aggressiv auf den weniger regulierten privaten Sektor ausweichen.

Die Verschiebung der Täterstruktur 2026

Die Landschaft der Angreifer hat sich im Jahr 2026 weiter professionalisiert. Haydn Brooks beschreibt das aktuelle Umfeld als ein hoch entwickeltes, unternehmensähnliches Ökosystem, in dem Ransomware-Gruppen wie B2B-Unternehmen agieren, um die Rückgabe von Daten zu gewährleisten und so ihre „Reputation“ zu wahren.”

Aktuelle Daten aus dem zweiten Quartal 2026 belegen eine Verschiebung in der Hierarchie der Gangs. Während Gruppen wie Qilin, DragonForce und das Coinbase Cartel an Boden verloren haben, übernahm die Gruppe The Gentlemen die Führung bei der Anzahl der namentlich genannten Opfer. Zudem beendete die Gruppe Deadlock nach elfmonatigem Schweigen ihre Inaktivität.

Die Gesamtzahl der Angriffe bleibt auf einem hohen Niveau. Im zweiten Quartal 2026 posteten Ransomware-Gruppen 2.252 Opfer.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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