Eine in PLOS Medicine veröffentlichte Studie mit fast 100.000 Erwachsenen zeigt, dass die REM-Schlafphase mit einem verringerten Risiko für 83 Erkrankungen einhergeht. Forscher analysierten Daten des UK Biobank-Projekts aus einer einwöchigen Tracking-Phase und einer medianen Nachbeobachtungszeit von fast neun Jahren.
Studie untersucht Zusammenhang zwischen Schlafphasen und Krankheitsrisiken
Eine neue Untersuchung beleuchtet die genauen Zusammenhänge zwischen der Schlafdauer, den einzelnen Schlafphasen und dem langfristigen Krankheitsrisiko. Das Projekt, das in der Fachzeitschrift PLOS Medicine veröffentlicht wurde, analysierte reale Daten von 95.559 Erwachsenen aus dem Vereinigten Königreich mit einem Durchschnittsalter von 56,2 Jahren. Die Auswertung basiert auf Angaben aus dem UK Biobank-Datenbankprojekt.
Im Gegensatz zu früheren Erhebungen, die sich meist auf ungenaue Selbstauskünfte der Probanden verließen, trugen die Teilnehmer in der aktuellen Untersuchung eine Woche lang am Handgelenk getragene Tracker. Diese Geräte erlaubten es den Forschern unter der Leitung eines Teams aus der Capital Medical University in China, nicht nur die reine Schlafdauer zu erfassen, sondern auch die Architektur des Schlafs über die Nacht zu bestimmen.
Bedeutung der REM-Phase und des Tiefschlafs für die Gesundheit
Im Mittelpunkt der Auswertung stand die Rapid-Eye-Movement-Phase, kurz REM-Schlaf. In dieser intensiv geträumten Phase ähnelt die Gehirnaktivität stark dem Wachzustand; Experten schreiben ihr eine wichtige Funktion für Lernprozesse und die Gehirnentwicklung zu. Die Forscher dokumentierten insgesamt 156 Krankheitsinzidenzen, die mit unterschiedlichen Mustern im Schlafverhalten in Verbindung standen.
Das Forscherteam erklärte in einer in PLOS Medicine veröffentlichten Arbeit via Sciencealert, konkret seien ein größerer Anteil an REM-Schlaf und Tiefschlaf mit einem geringeren Risiko für 83 beziehungsweise 7 Erkrankungen verbunden gewesen, während eine größere Schlafunregelmäßigkeit und eine erhöhte Wachzeit nach dem Einschlafen mit erhöhten Risiken für 3 beziehungsweise 6 Erkrankungen einhergegangen seien.
Konkret zeigte sich bei einem höheren Anteil an REM-Schlaf ein verringerter Risiko-Wert für Dutzende Leiden, darunter Herzinsuffizienz, Alzheimer, Hypotonie und Vorhofflimmern. Ein erhöhter Tiefschlafanteil war demgegenüber mit einem niedrigeren Risiko für sieben spezifische Erkrankungen verbunden, wozu Typ-2-Diabetes und Parkinson gehören.
Schlaf-Goldener-Schnitt und Risikofaktoren bei unregelmässigen Mustern
Die Analysen ergaben zudem, dass eine nächtliche Gesamtdauer von sechs bis acht Stunden eine Art „sweet spot“ darstellt, bei dem das Risiko für zahlreiche Erkrankungen am geringsten ist. Wer dagegen regelmässig weniger als fünf Stunden pro Nacht schlief, wies ein erhöhtes Risiko für 37 Krankheiten im Vergleich zu der Gruppe mit sechs bis acht Stunden Schlaf auf.

Umgekehrt verdeutlichten die Daten auch die negativen Folgen von Störungen in der Schlafarchitektur. Ein höherer Anteil an leichtem Schlaf korrelierte zum Teil mit einem gesteigerten Risiko für eine schwere depressive Episode, während eine erhöhte Aufwachzeit nach dem Einschlafen (WASO) sowie generelle Unregelmässigkeiten im Rhythmus mit erhöhten Risiken für insgesamt sechs beziehungsweise drei weitere Gesundheitsbeschwerden einhergingen.
Praktische Einordnung und Empfehlungen für den Alltag
Mediziner weisen darauf hin, dass die Ergebnisse zwar keine unmittelbare Kausalität beweisen, aber wichtige Hinweise für die Gesundheitsförderung liefern.

Die Autoren der Studie unterstreichen abschliessend, dass sowohl die zeitliche Länge als auch die innere Struktur des Schlafs entscheidende Faktoren für die langfristige Prävention darstellen.
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