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Unterhaltung

Die kanadische Schriftstellerin Anne Carson hat den Nobelpreis für Literatur im Jahr 2026 in Stockholm erhalten

Die kanadische Schriftstellerin Anne Carson hat am 8. Oktober 2026 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Die schwedische Akademie zeichnete die 76-jährige Klassizistin und Dichterin in Stockholm für ihr kühnes und einfallsreiches Schaffen aus, das neue Formen für die Gegenwartsliteratur schuf.

Die Bekanntgabe in Stockholm und das Leben in Reykjavík

Als der Sekretär der schwedischen Akademie den Namen der diesjährigen Preisträgerin verkündete, befand sich Anne Carson in ihrer Küche in Reykjavík. Die mit umgerechnet etwa 1,2 Millionen US-Dollar oder 12 Millionen schwedischen Kronen dotierte Auszeichnung erreichte die Dichterin im Nordwesten Islands, wo sie das Rauschen des Windes hörte und sich nach eigenen Angaben gerade darauf vorbereitete, den Boden zu wischen.

Ihr Ehemann Robert Currie beantwortete die anrufenden Telefone, während Carson zunächst zögerte, das Gespräch anzunehmen. Auf die Nachricht reagierte sie gewohnt schlicht. Unabsichtlich, so würde ich es bezeichnen, sagte sie im Gespräch mit dem Nobelpreiskomitee über die Art ihres literarischen Schaffens.

according to Ingrid Carlberg

Ein Werk zwischen Antike und moderner Form

Die Auszeichnung würdigt ein Œuvre, das sich über Jahrzehnte hinweg konventionellen Genre-Grenzen entzog. Die schwedische Akademie begründete den Preis mit den Worten, Carson habe in einem spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue literarische Formen begründet. Ihre Texte verknüpfen Lyrik, Prosa und essayistische Reflexionen, oft durchdrungen von antiken griechischen Motiven.

Bereits mit ihrem frühen Werk Eros the Bittersweet aus dem Jahr 1986, das aus ihrer Doktorarbeit über Sappho hervorging, untersuchte sie das Begehren als eine Kraft, die aus Sehnsucht und Mangel entspringt. Spätere Veröffentlichungen wie Autobiography of Red und das als Buchobjekt gestaltete Nox zementierten ihren Ruf als eine der profiliertesten Stimmen der zeitgenössischen Literatur.

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Reaktionen im kanadischen Literaturbetrieb und sprunghafte Nachfrage

In ihrer Heimat löste die Nachricht sofort ein massives Echo aus. Premierminister Mark Carney gratulierte der in Toronto geborenen Autorin zu einer außergewöhnlichen Leistung. Dennoch merkten Weggefährten und Verleger an, dass das kanadische Publikum einige Zeit benötigte, um die Bedeutung der Autorin voll zu erfassen.

Die Auszeichnung führte innerhalb weniger Stunden zu einem historischen Ansturm auf Bibliotheken und Buchhandlungen in ganz Kanada. Der Ottawa Public Library zufolge stiegen die Vormerkungen für Carson-Titel von zuvor 14 auf knapp tausend an. Ähnliche Zuwächse verzeichneten Bibliotheken in Calgary sowie Verlage und unabhängige Buchhandlungen.

Die kanadische Schriftstellerin Anne Carson hat den Nobelpreis für Literatur im Jahr 2026 in Stockholm erhalten
Foto: The Guardian

Spendenpläne und der Blick auf die Antike

Befragt nach der Verwendung des Preisgeldes erklärte die Autorin, sie denke vor allem darüber nach, das Geld abzugeben. Sie erwähnte dabei ihre Unterstützung für Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen sowie den Plan, einem Freund beim Hausbau zu helfen.

Für die Zukunft ihres Schreibens bleibt Carson ihrer Linie treu. Auf die Frage nach Ratschlägen für angehende Autoren gab sie eine schlichte Richtlinie aus: Beginne in der Mitte. Das ist die einzige Regel, die ich habe, erklärte sie im Gespräch mit den Veranstaltern des Preises.

href="http://www.youtube.com/watch?v=ksH3FIs0eJs" class="lQkvvf">www.youtube.com/watch?v=ksH3FIs0eJs Posted on X 10/8/26 9:23 PM

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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