Das US-Verteidigungsministerium plant die bevorstehende Vollstreckung des Todesurteils gegen den früheren Armeepsychiater Nidal Hasan auf dem Stützpunkt Fort Hood am 3. Dezember 2026. Das Vorhaben einer Live-Übertragung im Internet stößt national wie international auf heftige Kritik und fundamentale rechtliche Bedenken.
Das Todesurteil gegen Nidal Hasan in Fort Hood
Die Hinrichtung des früheren US-Major Nidal Hasan soll am 3. Dezember 2026 auf dem Militärgelände Fort Hood im US-Bundesstaat Texas stattfinden, wie das Pentagon bestätigte. Die Vollstreckung per Erschießungskommando ist für 13:00 Uhr Ortszeit anberaumt. Damals hatte der Armeepsychiater das Feuer in einem medizinischen und truppeninternen Zentrum eröffnet und 13 Menschen getötet sowie 32 weitere Personen zum Teil schwer verletzt.
Nach den strengen Vorgaben des US-Militärrechts bedarf jede Hinrichtung durch ein Erschießungskommando der ausdrücklichen Genehmigung des US-Präsidenten. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, hat Präsident Donald Trump diesen Schritt auf Empfehlung von Verteidigungsminister Pete Hegseth gebilligt.
Die geplante Live-Übertragung und weltweite Empörung
Besonders die Ankündigung, die Hinrichtung live für die Öffentlichkeit zu übertragen, hat eine Welle internationaler und innenpolitischer Entrüstung ausgelöst. Verteidigungsminister Hegseth verteidigte das Vorgehen in Medienauftritten und betonte, die Maßnahme solle öffentlich gemacht werden, damit die Bevölkerung die Konsequenzen solcher Taten begreife. Hegseth erklärte gegenüber der Öffentlichkeit: „Wir werden dafür sorgen, dass die Leute es sich ansehen können, dass es öffentlich ist. Denn die Leute müssen verstehen, dass es für diese Art von Dingen ernsthafte Konsequenzen gibt.
Der Vatikan und der Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz verurteilten den Schritt als barbarische Zurschaustellung, während das UN-Menschenrechtsbüro betonte, eine solche Übertragung komme einer öffentlichen Hinrichtung gleich und verstoße gegen absolute Folterverbote. Auch der Papst verwies auf die Unzulässigkeit der Todesstrafe.

Experten weisen darauf hin, dass öffentliche Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten seit knapp neunzig Jahren der Vergangenheit angehören. Die letzte hochkarätige öffentliche Hinrichtung war demnach die Erhängung des jungen Rainey Bethea im August 1936 im kentuckyischen Owensboro, bei der damals schätzungsweise 20.000 Schaulustige anwesend waren. Seitdem wurden US-Hinrichtungen strikt unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. Amnesty International dokumentierte im Jahr 2025 weltweit mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen, davon elf im Iran und sechs im von den Taliban kontrollierten Afghanistan. Kritiker wie die UN-Menschenrechtsorganisation warnten, eine Live-Übertragung sei faktisch mit einer öffentlichen Hinrichtung gleichzusetzen und verstoße gegen internationale Rechtsstandards.
Geteilte Reaktionen unter Gesetzgebern und Hinterbliebenen
Auch innerhalb der US-Politik formierte sich breiter Widerstand gegen das geplante Streaming. Der prominente demokratische Abgeordnete Adam Smith, ranghöchster Demokrat im Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses, bezeichnete das Vorhaben als erniedrigend und als Spott auf das amerikanische Rechtssystem. Der demokratische Senator Chris Murphy aus Connecticut nahrhaft das Wort medieval
(mittelalterlich) zur Beschreibung des Plans. Republikanische Mandatsträger äußerten ebenfalls tiefe Bedenken. Der republikanische Abgeordnete Austin Scott aus Georgia schrieb auf der Plattform X, er unterstütze zwar das Todesurteil, doch das Live-Streaming von Hinrichtungen sei eine Methode von Dschihadisten, und Amerika stehe für Besseres. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina verglich die Methode mit den Gepflogenheiten in Unterdrückungsdiktaturen wie Iran und Afghanistan, und der republikanische Senator John Curtis warnte vor einem blutigen Spektakel. Vizepräsident JD Vance äußerte vor Journalisten Skepsis, ob das Vorhaben letztlich tatsächlich umgesetzt werde, und kündigte an, er selbst werde es sich nicht ansehen. Demgegenüber äußerten Geistliche wie der Baptistenpastor Robert Jeffress Unterstützung für den Plan, während andere Stimmen aus der Bevölkerung wie George Stratton Jr., dessen gleichnamiger Sohn das Attentat überlebte, die Vollstreckung angesichts der Opfer nach so vielen Jahren als überfällig bezeichneten.
Unter den Opfern und deren Familien ruft die bevorstehende Vollstreckung gemischte Gefühle hervor. Alonzo Lunsford, ein damals im Zentrum in Fort Hood siebenmal angeschossener Überlebender, begrüßte zwar die rechtliche Ahndung durch Präsident Trump und plant die Teilnahme vor Ort, kritisierte jedoch die geplante öffentliche Zugänglichkeit im Internet. Lunsford sagte gegenüber Reportern: „Ich möchte nicht, dass das als Spektakel angesehen wird, wie eine Pay-Per-View-Veranstaltung oder wie ein Besuch bei einem Basketballturnier.
Rechtliche Hürden und die globale Haltung gegen die Todesstrafe
Unklar bleibt vorerst, ob die Verteidigung von Nidal Hasan den Vollstreckungsprozess durch Zivilklagen und Anträge vor Bundesgerichten weiter verzögern wird. Rechtsspezialisten wie die Juristin Deborah Denno von der Fordham University verweisen darauf, dass eine Ausstrahlung möglicherweise zwar mehr Transparenz schaffen könnte, das Vorhaben jedoch vor dem Hintergrund jüngster Pannen bei Todesspritzen neue Fragen aufwirft. Gleichzeitig positionierten sich religiöse und internationale Instanzen klar gegen den Schritt. Der Vatikan und der amerikanische katholische Bischofskonferenzvorsitzende verurteilten die Entscheidung als barbarische Förderung einer Kultur des Todes, die den moralischen Kompass des Landes belaste.
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