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Pariser Autosalon 2026 startet mit Rekord und China-Offensive

Der Pariser Autosalon öffnet vom 12. bis 18. Oktober 2026 seine Tore an der Porte de Versailles und erlebt mit über 60 ausstellenden Marken sowie einer Rekordzahl chinesischer Anbieter eine beachtliche Renaissance. Im Zentrum der Messe stehen elektrische Retro-Modelle, neue Kleinwagen und ein intensives Duell zwischen europäischen und fernöstlichen Herstellern.

Pariser Autosalon 2026 startet mit Rekordbeteiligung und starker China-Präsenz

Wenn die Tore der Paris Expo Porte de Versailles am Montag, dem 12. Oktober 2026, für Fachbesucher und Medien öffnen, präsentiert sich die traditionsreiche Automesse in völlig verändertem Gewand. Vor allem chinesische Hersteller nutzen die Seine-Metropole als europäische Bühne und bauen ihre Präsenz massiv aus.

Die Messeleitung setzt in diesem Jahr darauf, dass die europäische Industrie Paroli bieten kann. Felipe Munoz bezeichnete die Veranstaltung als die wahrscheinlich wichtigste Automesse der Region seit Beginn der Pandemie, auf der die europäischen Hersteller zeigen können, dass sie trotz aller Herausforderungen stark und bereit bleiben.

Europäische Hersteller kontern mit Retro-Elektroautos und Konzeptstudien

Europäische Konzerne schlagen in Paris mit emotionalen Konzeptfahrzeugen und elektrischen Neuinterpretationen historischer Ikonen zurück. Angeführt von Renault und den Stellantis-Marken wollen die einheimischen Hersteller beweisen, dass sie im Zeitalter der Elektromobilität konkurrenzfähig bleiben. N TV hebt hervor, dass insbesondere Citroën mit der Neuauflage der legendären Ente im Retro-Design für großes Interesse sorgt. Die legendäre Ente soll als Elektroauto wiederbelebt werden.

Pariser Autosalon 2026 startet mit Rekord und China-Offensive
Foto: Media Stellantis

Parallel dazu feiert das E-Space Concept Weltpremiere, das mit seinen 4,70 Metern Länge an den ersten Espace aus dem Jahr 1984 anknüpft. Auch Dacia bringt wichtige Premieren nach Paris und zeigt unter anderem den elektrischen Kleinwagen Spring auf Basis der neuen Kleinwagenplattform RGEV Small von Renault sowie den Dacia Striker.

Ebenfalls für Aufsehen sorgt Renault mit dem elektrischen Konzeptfahrzeug Renault 8 Gordini Concept, einer elektrischen Neuinterpretation des historischen Vorbilds von 1964. Der nur 1,27 Meter hohe Zweitürer treibt wie das Original die Hinterräder an und leistet 199 kW / 270 PS. Bei Smart debütiert derweil der neue #2 als elektrischer Zweisitzer, der als Nachfolger des früheren Fortwo den Kultfaktor in die Wiege gelegt bekommen hat und von dem Joint-Venture aus Geely und Mercedes-Benz verantwortet wird.

Pariser Autosalon 2026 startet mit Rekord und China-Offensive
Foto: carwow.de

Polo, während Audi den A2 E-Tron erstmals öffentlich auf einer Automesse ausstellt. Mercedes präsentiert diverse Messepremieren wie den neuen GLA, den AMG CLA 45, den GLE, den AMG GT 4-Türer und den elektrischen VLE. BMW und Mini bleiben der Messe an der Seine in diesem Jahr dagegen komplett fern.

Stellantis und Peugeot gestalten interaktive Erlebnisflächen

Der Stellantis-Konzern bespielt die Pariser Hallen mit acht Marken und insgesamt neun Konzeptfahrzeugen. Vom 13. bis 18. Oktober erwartet Besucher ein Programm, das von französischer Handwerkskunst, Rugby und Motorsport bis hin zum GTi-Erbe reicht.

Zum Auftakt am 13. Oktober würdigt Peugeot im Rahmen einer Partnerschaft mit den Meilleurs Ouvriers de France (Beste Handwerker Frankreichs) und den Meilleurs Apprentis de France (Beste Auszubildende Frankreichs) herausragende Handwerkskunst und Kreativität. Dabei wird die zentrale Messestandbühne in eine Kreativwerkstatt verwandelt, in der die renommierte Künstlerin und Meilleure Ouvrière de France Séverine Gamba eine Live-Performance zeigt. An den Folgetagen feiert Peugeot zudem das 30-jährige Jubiläum der Partnerschaft mit dem Rugbyverein Stade Toulousain, wozu auch Spieler wie Antoine Dupont vor Ort erwartet werden.

Pariser Autosalon 2026 startet mit Rekord und China-Offensive
Foto: Auto-Medienportal

Auf technischer Seite bringt der Stellantis-Partner Leapmotor mit einem großen, zweigeschossigen Messestand samt VIP-Bereich gleich zwei Europapremieren nach Paris: das Kompakt-BEV B03 sowie das 5,25 Meter lange Flaggschiff-SUV D19. Letzteres ist mit einem Range-Extender und einer 80,3-Kilowattstunden-Batterie ausgerüstet, die eine WLTP-Reichweite von mehr als 300 Kilometern ermöglichen soll. Parallel feiert der Fiat Grizzly mitsamt Grizzly Fastback seine Europapremiere, während chinesische Marken wie BYD, GAC, XPeng, Geely, Lynk & Co und Zeekr ihre Neuheiten im EREV-, PHEV- und BEV-Segment präsentieren.

Druck auf traditionsreiche Automobilmärkte wächst spürbar

Hinter den glänzenden Premieren steht ein massiver wirtschaftlicher Druck auf die gesamte Branche. MarketScreener Schweiz berichtet, dass eingebrochene Verkaufszahlen in China seit der Pandemie, hohe Elektrifizierungskosten und US-Zölle europäische Hersteller zu tiefgreifenden Sparmaßnahmen zwingen.

Die Europäische Union hat vor zwei Jahren Zölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge verhängt, woraufhin chinesische Hersteller vermehrt auf Plug-in-Hybride und Verbrennermodelle ausweichen. Die Europäer betreiben eine Art doppeltes Spiel, kommentierte Pedro Pacheco, Vizepräsident für Research beim IT-Marktforscher Gartner, gegenüber MarketScreener Schweiz mit Blick auf den regulatorischen Druck und die gleichzeitige Notwendigkeit, im hart umkämpften Markt zu bestehen. François Roudier, Generalsekretär der Internationalen Organisation der Kraftfahrzeughersteller, betonte die Bedeutung der Messe mit den Worten: Jahrelang haben die Menschen Autos gekauft, jetzt müssen die Hersteller sie verkaufen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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