Im August 2026 senkten landesweit 21,1 Prozent der US-Hausverkäufer ihre Angebotspreise, wie aktuelle Daten von Redfin zeigen. Damit erreicht der Anteil der Preisreduzierungen den höchsten Stand für diesen Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2022, während Hypothekenzinsen über der Marke von sieben Prozent verharren.
Colorado führt den US-weiten Trend bei Preissenkungen an
Die Dynamik auf dem US-Immobilienmarkt verschiebt sich spürbar zugunsten der Käufer, doch das hohe Zinsniveau bremst die Nachfrage aus. Im August 2026 verzeichnete Colorado den bundesweit höchsten Anteil an Immobilien mit Preissenkungen. Nach Angaben des in Denver ansässigen Immobilienmaklers Cooper Thayer mussten im besagten Monat 32 Prozent der dortigen Inserate im Preis reduziert werden, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von etwa 26 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Denver, wo im August 36 Prozent der Verkäufer ihre Preisforderungen nach unten korrigierten. Thayer, der als Sprecher der Colorado Association of REALTORS tätig ist, verweist auf eine wachsende Kluft zwischen den Vorstellungen der Verkäufer und den finanziellen Möglichkeiten der Kaufinteressenten.
Wir haben die größte Diskrepanz zwischen den Erwartungen von Verkäufern und Käufern überhaupt, sagte Cooper Thayer.
Die Situation unterscheidet sich fundamental von der rasanten Preissteigerung während der Pandemie. Viele Eigentümer, die in den Jahren 2021 oder 2022 zu Höchstpreisen eingestiegen sind, müssen laut Thayer erst akzeptieren, dass schnelle Gewinnspannen vorerst der Vergangenheit angehören.
Hypothekenzinsen über sieben Prozent drücken auf die Erschwinglichkeit
Obwohl der Anteil von Verkäufern, die ihre Preise anpassen, im nationalen Vergleich auf 21,1 Prozent in den vier Wochen bis zum 20. September 2026 gestiegen ist, bleibt der Markt für viele Kaufinteressenten schwer zugänglich. Nach Angaben von Freddie Mac kletterte der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek zum 1. Oktober 2026 auf 7,28 Prozent.
Zusätzliche geopolitische Spannungen, darunter der Iran-Krieg, treiben die weltweiten Renditen von Staatsanleihen in die Höhe und verteuern die Kreditkosten weiter.
Danielle Hale erklärte: „Die Wohndaten vom September zeigen, dass Käufer an Marktmacht gewinnen, aber höhere Hypothekenzinsen begrenzen, in welchem Maße sie diese nutzen können.
Gleichzeitig sank der Bestand an verkauften Häusern unter Vertrag im Jahresvergleich um 4,1 Prozent.

Regionale Unterschiede bei Preisnachlässen und Bestandsentwicklungen
Nicht alle Regionen spüren die Abkühlung im gleichen Maße. Während in einigen Bundesstaaten Angebotspreise stark fallen, halten sich andere Märkte stabil.
| Metropolregion | Anteil der Inserate mit Preissenkung | Median-Verkaufspreis (August 2026) |
|---|---|---|
| Denver, CO | 30,9 % | $619,909 |
| Indianapolis, IN | 29,9 % | $259,828 |
| San Antonio, TX | 26,8 % | $264,825 |
| Dallas, TX | 26,1 % | $448,703 |
| Austin, TX | 25,9 % | $549,636 |
Auf der anderen Seite verzeichnen stark nachgefragte Zentren wie San Francisco weiterhin einen Verkäufermarkt. Dort senken laut Redfin weniger als zehn Prozent der Verkäufer ihre Preise, gestützt durch die starke Nachfrage von gut bezahlten Technologie- und KI-Arbeitern. Ähnlich restriktiv präsentieren sich die Märkte in Newark mit 12,2 Prozent, Chicago mit 13,3 Prozent, New York mit 13,6 Prozent und Miami mit 13,7 Prozent.
Preiskapitulation und Strategien von Verkäufern im aktuellen Marktumfeld
Immobilienexperten beobachten, dass viele Verkäufer angesichts des erhöhten Drucks ihre Herangehensweise ändern. Eigentümer, die aufgrund von beruflichen Ortswechseln, Ehescheidungen oder Nachlassregelungen zwingend verkaufen müssen, sind auf Preissenkungen angewiesen, da Häuser deutlich länger auf dem Markt verweilen.
Redfin-Seniorökonom Asad Khan weist darauf hin, dass viele Eigentümer infolge der zögerlichen Nachfrage ihre Objekte ganz vom Markt nehmen, anstatt zu niedrigeren Konditionen zu verkaufen. Wer hingegen inseriert, tut gut daran, von Beginn an realistische Preise anzusetzen.
Asad Khan sagte, viele würden schließlich ihre Preise senken, da sie sich mit der Realität arrangieren: „Die Hypothekenzinsen liegen über 7 Prozent, die Wirtschaft ist ungewiss, und viele Häuser verweilen lange auf dem Markt.
Käufer, die in der Lage sind, die hohen Finanzierungskosten zu tragen oder auf Barzahlungen zurückzugreifen, können von den veränderten Rahmenbedingungen profitieren. Michael Reher, Assistenzprofessor für Finanzen an der Rady School of Management der UC San Diego, betont dazu gegenüber Fortune, dass Perioden der Illiquidität oft die besten Gelegenheiten für Barkäufer bieten.