Zum Inhalt springen
Unternehmen

Deutschlandweiter Rückruf bei dm und Rossmann wegen „Gesundheitsgefährdung

Die the barefood way GmbH ruft aufgrund einer Überschreitung der gesetzlichen Aflatoxin-Höchstwerte mehrere Sorten ihrer „Bae Bites“-Snacks bundesweit zurück. Die betroffenen Produkte wurden unter anderem bei dm und Rossmann vertrieben. Parallel warnt die Willms Fleisch GmbH vor STEC/VTEC-Keimen in Mettwürsten bei Aldi Süd, während dm Baby-Löffel wegen Erstickungsgefahr zurückruft.

Aflatoxin-Warnung: Warum the barefood way die „Bae Bites“ zurückruft

Aflatoxin-Warnung: Warum the barefood way die „Bae Bites“ zurückruft
Photo: Ruhr Nachrichten
Ein routinemäßiger Lebensmitteltest hat bei einem Rohstoff des österreichischen Herstellers the barefood way GmbH eine Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für Aflatoxine ergeben. Wie Merkur berichtet, führte dies zu einem sofortigen, vorsorglichen Rückruf, da eine potenzielle Gesundheitsgefährdung für die Verbraucher nicht ausgeschlossen werden kann. Die Kommunikation des Rückrufs verlief laut Produktwarnungen chaotisch. Ursprünglich betraf die Warnung lediglich eine einzige Sorte, doch innerhalb kurzer Zeit wurde die Liste der gefährdeten Produkte massiv ausgeweitet. Dies deutet darauf hin, dass die kontaminierte Zutat in einer Vielzahl von Produktlinien verwendet wurde, was den Umfang der Aktion erheblich vergrößert.

Die Liste der betroffenen Produkte und Chargen

Die Liste der betroffenen Produkte und Chargen
Photo: Produktwarnungen
Die betroffenen Snacks wurden deutschlandweit in Drogeriemärkten wie dm und Rossmann verkauft. Kunden sollten ihre Vorräte prüfen und die folgenden Artikel nicht mehr verzehren:
  • „bae BITES CINNAMON ROLL“ (2 x 20g) – Chargen: 25410, 25411, 25412, 25413; MHD: 31.07.26, 31.08.26, 30.09.26
  • bae BITES CREAMY PISTACHIO (2 x 20g) – Chargen: 25218, 25219, 25220; MHD: 31.08.26, 30.09.26
  • bae SOFT HAFERRIEGEL COOKIE DOUGH (40g) – Chargen: CD414, CD415; MHD: 31.08.26, 30.09.26
  • bae Cookie Dough Bite (40g) – Charge: 25702; MHD: 08/2026
  • bae Creamy Nougat (40g) – Charge: 25105; MHD: 08/2026
  • bae Bourbon Vanilla (40g) – Charge: 25802; MHD: 08/2026
  • bae Strawberry Cream (40g) – Charge: 25504; MHD: 08/2026
  • bae Vanilla Matcha (40g) – Charge: 25902; MHD: 08/2026
  • bae Cookie Dough Riegel (40g) – Chargen: CD414, CD415; MHD: 08/2026 – 09/2026
Die Rückgabe ist in den jeweiligen Verkaufsstellen auch ohne Kassenbon möglich, wobei der volle Kaufpreis erstattet wird, wie laut Ruhr Nachrichten mitgeteilt wurde.

Gesundheitsrisiken: Von Leberdystrophie bis Krebs

Rückrufaktion bei Rossmann-Kette: Kräutertee kann Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen
Aflatoxine sind Mykotoxine, also natürliche Gifte, die von bestimmten Schimmelpilzen produziert werden. Das Risiko bei einer Aufnahme ist nicht nur akut, sondern langfristig systemisch. In geringen Konzentrationen oder bei wiederholter Aufnahme wirken diese Stoffe karzinogen. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation stuft Aflatoxine in die Gruppe 1 ein – die höchste Risikokategorie für krebserzeugende Stoffe beim Menschen. Akut können Konzentrationen ab 10 µg/kg Körpergewicht eine hepatotoxische Wirkung entfalten, die zu einer Leberdystrophie führt.

Keime in Mettwürsten: Die Gefahr bei Aldi Süd

Keime in Mettwürsten: Die Gefahr bei Aldi Süd
Photo: WEB.DE
Parallel zum Snack-Rückruf gibt es eine kritische Warnung im Fleischbereich. Die Willms Fleisch GmbH ruft mehrere Sorten ihrer Schinken-Zwiebelmettwurst zurück, da Laboranalysen eine mikrobiologische Verunreinigung mit STEC/VTEC-Erregern festgestellt haben. Diese Bakterien (Shigatoxin-bildende E. coli) sind hochinfektiös; bereits 10 bis 100 Bakterien können eine Erkrankung auslösen. Betroffen sind die Sorten Vespermettwurst, Klassisch und Paprika (je 200 Gramm), die bei Aldi Süd in Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Teilen von Nordrhein-Westfalen vertrieben wurden. Die betroffenen Verbrauchsdaten liegen zwischen dem 18.06. und 24.06.2026. Das Risiko ist hier deutlich akuter als bei den Aflatoxinen. Laut WEB.DE können STEC/VTEC-Erreger schwere Durchfallerkrankungen verursachen. Besonders gefährdet sind Kinder unter sechs Jahren, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle kann sich ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) entwickeln, das Nieren und Blutgefäße schädigt und oft eine Dialyse erforderlich macht.

Sicherheitsmangel bei dm-Babylöffeln

Zusätzlich zu den Lebensmittelwarnungen ruft die Drogeriekette dm bundesweit Esslernlöffel der Eigenmarke „babylove“ zurück. Hier liegt kein chemisches oder biologisches Risiko vor, sondern ein mechanischer Defekt: Es können sich kleine Teile vom Löffel ablösen, was für Babys und Kleinkinder eine akute Erstickungsgefahr darstellt. Betroffen sind die Chargen 2521 und 2532. Da die Codierung auf den Produkten selbst nicht sichtbar ist, rät dm dazu, die Löffel unabhängig von der Charge nicht mehr zu verwenden und sie in einer Filiale gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben. Diese Häufung von Rückrufen bei führenden Drogerie- und Lebensmittelketten unterstreicht die Bedeutung strenger Qualitätskontrollen in der Lieferkette. Während die Mettwurst-Kontamination ein akutes medizinisches Risiko darstellt, zeigt der Fall der „Bae Bites“, wie ein einziger kontaminierter Rohstoff eine gesamte Produktpalette über mehrere Sorten hinweg kompromittieren kann.

Find more reporting in our Unternehmen section.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.