Nach starken Vorgaben von Nvidia richtet sich der Blick an den Finanzmärkten auf Broadcom, Dell und Palo Alto Networks.
Die Berichtssaison im Halbleiter- und Technologiesektor hält das Momentum nach den jüngsten Impulsen von Nvidia hoch. Wie Wallstreet-Online berichtet, stehen nun weitere Schwergewichte wie Broadcom, Dell Technologies und Palo Alto Networks im Fokus der Anleger, während Cybersecurity-Werte zunehmend als Profiteure des KI-Booms wahrgenommen werden.
Dell profitiert als Serverhersteller vom KI-Infrastrukturboom
Zu den großen Profiteuren der KI-Infrastruktur gehören Serverhersteller wie Dell Technologies, deren Aktienkurs in den vergangenen 12 Monaten um 256 Prozent zulegen konnte. Laut Wallstreet-Online gelang es dem Unternehmen, frühere Unsicherheiten bezüglich der Margen im Servergeschäft durch eine erfolgreiche Margenexpansion zu adressieren. Davon profitierten laut dem Bericht auch Mitbewerber wie Hewlett Packard Enterprises und Super Micro Computer.
Der starke Kursanstieg hat jedoch zu einer Unternehmensbewertung geführt, die deutlich über der historischen Norm liegt. Für das Jahr 2026 steht ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGVe) von 24,6 zu Buche, was mehr als dem Doppielten des Fünfjahresdurchschnitts von 11,7 entspricht. Dies zeigt laut Wallstreet-Online, dass Dell mittlerweile primär als Zulieferer der KI-Branche und nicht mehr nur als PC-Hersteller bewertet wird.
Umsatzerwartungen und Herausforderungen im PC-Geschäft bei Dell
Für das anstehende Quartal rechnet der Markt im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 29,78 Milliarden US-Dollar mit einem deutlichen Umsatzplus auf 44,51 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 49,5 Prozent entspricht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) soll sich demnach von 2,32 auf 4,92 US-Dollar mehr als verdoppeln. Am Optionsmarkt zeigt sich laut Wallstreet-Online ein vorsichtiger Optimismus: 55,9 Prozent der am kommenden Freitag verfallenden Optionskontrakte entfallen auf die Call-Seite, während Put-Kontrakte 44,1 Prozent ausmachen. Die eingepreiste Kursreaktion liegt bei bis zu 12,1 Prozent.

Demgegenüber dürfte das traditionelle PC-Geschäft unter Margen- und Absatzdruck stehen. Steigende Preise für Arbeits- und Massenspeicher zwingen Hersteller zu Preisanpassungen, was Endverbraucher belasten kann. Sollte diese Schwäche zu stark ausfallen, könnte sie das starke Servergeschäft überschatten.
Cybersecurity-Werte im Fokus: Palo Alto Networks nach CyberArk-Übernahme
Neben Hardware-Anbietern rücken Cybersecurity-Unternehmen verstärkt in den Mittelpunkt. Während Fortinet und Crowdstrike zuletzt starke Zahlen lieferten, steht nun Palo Alto Networks im Fokus. Das Unternehmen hatte sich im Februar für 25 Milliarden US-Dollar CyberArk einverleibt und muss laut Wallstreet-Online nun eine erfolgreiche Integration sowie weitere Synergieeffekte unter Beweis stellen.

Beim Umsatz wird ein massiver Sprung von 2,54 auf 3,35 Milliarden US-Dollar erwartet, was einem Plus von 31,9 Prozent und der größten prozentualen Steigerung seit mehr als fünf Jahren entsprechen würde. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie wird hingegen nur ein geringfügiger Anstieg von 0,95 auf 0,98 US-Dollar prognostiziert. Angesichts eines KGVe für 2026 von fast 90 und eines unvorteilhaften Kurs-Gewinnwachstumsverhältnisses von 5,16 birgt dies erhebliches Überraschungs- und Enttäuschungspotenzial. Vorsichtige Optionshändler sichern sich daher ab: Put-Optionen dominieren mit 65,2 Prozent gegenüber Call-Kontrakten, und es wird mit einer Kursreaktion von bis zu 10,4 Prozent gerechnet, während die Aktie zuletzt dreimal in Folge gefallen ist.