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Daniela Klette: Ex-RAF-Terroristin erhält 13 Jahre für Raubüberfälle

Daniela Klette, eine 67-jährige ehemalige RAF-Terroristin, wurde am Mittwoch, den 27. Mai 2026, vom Landgericht Verden zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Verurteilung erfolgte wegen einer Serie von schweren Raubüberfällen und Verstößen gegen das Waffengesetz zwischen 1999 und 2016, mit denen Klette ihr Leben im Untergrund finanzierte.

Das Urteil markiert das Ende eines Prozesses, der seit März 2025 in einer umfunktionierten Reithalle in Eitze geführt wurde. Während die Verteidigung auf einen Freispruch plädierte und die Beweislast bestritt, sah das Gericht die Beweise als erdrückend an. Die Strafe von 13 Jahren liegt dabei nahe an den geforderten 15 Jahren der Staatsanwaltschaft. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung betrachteten Klette und ihre Komplizen Burkhard Garweg sowie Ernst-Volker Staub die Raubüberfälle nach der Selbstauflösung der RAF im Jahr 1998 schlicht als ihre „Arbeit“ und dauerhafte Einnahmequelle.

Die Logistik des Untergrunds: Millionenraub und Goldvorräte

Über fast zwei Jahrzehnte hinweg agierte das Trio „arbeitsteilig und extrem konspirativ“. Die Täter überfielen maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Im Laufe des Verfahrens wurden fünf Taten nicht weiterverfolgt, sodass es letztlich um acht Überfälle ging, bei denen insgesamt mehr als zwei Millionen Euro erbeutet wurden. Ein konkretes Beispiel hierfür war der Überfall auf einen Geldtransporter am 6. Juni 2015 in Stuhr, bei dem die Täter auf das Fahrzeug schossen. Wie buten un binnen berichtet, lehnte das Gericht den Vorwurf des versuchten Mordes in diesem Fall jedoch ab.

Die Logistik des Untergrunds: Millionenraub und Goldvorräte
cluster (priority): buten un binnen

Die materielle Absicherung für dieses Leben im Verborgenen war beträchtlich.

  • Bargeld: 143.000 Euro in bar sowie weitere mehrere hunderttausend Euro.
  • Edelmetalle: Goldbarren und mehr als ein Kilogramm pures Gold.
  • Bewaffnung: Munition verschiedener Kaliber sowie Waffen wie eine Kalaschnikow und eine Panzerfaust.

Dieser Reichtum erlaubte es Klette, über Jahrzehnte hinweg mit falschen Papieren zu leben, ins Ausland zu reisen und sogar am Berliner Karneval der Kulturen teilzunehmen, wie BILD ausführte.

Der Schatten der RAF: Kommende Prozesse in Frankfurt

Die aktuellen 13 Jahre Haft sind für Klette vermutlich erst der Anfang ihrer juristischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Zwar ist ihre Mitgliedschaft in der RAF mittlerweile verjährt, doch die Bundesanwaltschaft wirft ihr die Mittäterschaft an drei spezifischen Anschlägen zwischen 1990 und 1993 vor. Hierüber muss nun der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main entscheiden.

Der Schatten der RAF: Kommende Prozesse in Frankfurt
cluster (priority): BILD

Die Vorwürfe, die laut

Datum/Zeitraum Tatort / Ereignis Auswirkung / Schaden
1990 Deutsche Bank, Eschborn VW-Golf mit 45 kg Sprengstoff (zündete nicht)
ca. 1991 US-Botschaft, Bonn Mindestens 250 Schüsse; keine Verletzten
März 1993 JVA Weiterstadt, Hessen Zerstörung des Gebäudes; 63 Millionen Euro Schaden

Während die Verteidigung die Verwertbarkeit der DNA-Spuren sowie die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Zweifel zieht, bleibt die historische Dimension dieser Taten ein zentraler Punkt der kommenden Verfahren.

Flucht und Ideologie: Die fehlenden Komplizen

Ein markantes Element des Falls ist das Schicksal von Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub. Während Klette im Gefängnis sitzt, sind ihre beiden Weggefährten weiterhin auf der Flucht. Die Festnahme von Klette im Februar 2024 löste eine Kettenreaktion aus, bei der Garweg nur knapp entkam. Er lebte offenbar auf einem Bauwagenplatz im Berliner Stadtteil Friedrichshain, konnte sich jedoch absetzen, nachdem Klette ihn per Handy gewarnt hatte.

13 Jahre Haft für ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette

Das LKA Niedersachsen beschreibt die Fahndung nach den beiden als „sehr engmaschig“, gibt jedoch zu, dass es aktuell keine „heiße Spur“ gebe. Trotz einer vierstelligen Zahl abgearbeiteter Hinweise und einer ausgesetzten Belohnung bleiben Garweg und Staub im Untergrund. Garweg meldete sich im Dezember 2024 jedoch mit einem Brief an die taz aus der Anonymität zurück.

Die Verurteilung Klettes löste im Gerichtssaal heftige Reaktionen aus. Unter den rund 50 Zuschauern befanden sich etwa dreißig Unterstützer aus der linksextremen Szene, darunter auch der wegen Mordes verurteilte RAF-Terrorist Karl-Heinz Dellwo. Als das Urteil verkündet wurde, brach Unruhe aus.

Flucht und Ideologie: Die fehlenden Komplizen
cluster (priority): Spiegel

Diese Rufe und die Buh-Rufe gegen das Urteil verdeutlichen, dass die ideologische Spaltung, die die RAF einst befeuerte, in bestimmten Kreisen bis heute fortbesteht. Für den Rechtsstaat bedeutet das Urteil in Verden zwar eine partielle Genugtuung für die Opfer der Raubüberfälle, doch die vollständige Aufarbeitung der Taten aus den 1990er Jahren steht noch aus – sofern die flüchtigen Komplizen jemals gefasst werden.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Oberlandesgericht Frankfurt die Anklage bezüglich der RAF-Anschläge zulässt und ob die Ermittlungen gegen Garweg und Staub einen Durchbruch erzielen. Bis dahin bleibt Klette eine Symbolfigur für eine Generation, die den Untergrund nicht nur als Versteck, sondern als Lebensentwurf organisierte.

<!– /wp:paragraph Die Vorwürfe, die laut Bundesanwaltschaft die Mittäterschaft an drei spezifischen Anschlägen zwischen 1990 und 1993 vor.

Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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