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Technik und Wissenschaft

Bundeskriminalamt: Phishing-Schäden in Österreich heuer bei 19 Millionen Euro

Phishing-Betrüger haben in Österreich heuer bereits einen Schaden von 19 Millionen Euro angerichtet. Zwar ist die Zahl der gemeldeten Fälle von 7.000 im Vorjahr auf aktuell 5.000 gesunken, doch Kriminelle agieren laut dem Bundeskriminalamt zunehmend professioneller und nutzen besonders auslaufende Zertifikate der ID-Austria aus.

Die Betrugsmaschen im Internet entwickeln sich rasant weiter. Wie Andreas Holzer, der Leiter des Bundeskriminalamts, zum Start der Kampagne „10 Tage gegen Phishingsagte, arbeiten die Täter gezielt mit Angst und Druck, um Passwörter auszuspähen und Konten zu plündern.

Gefälschte ID-Austria-Mails und neue Trainingscenter

Besonders beliebt ist derzeit eine Masche rund um die angeblich notwendige Verlängerung der ID-Austria. Rund 300.000 Zertifikate verlieren zeitnah ihre Gültigkeit, was Kriminelle für Phishing-SMS und gefälschte E-Mails ausnutzen. Laut dem Bundeskriminalamt haben sich bereits 100 Opfer gemeldet, wobei der Schaden bei dieser speziellen Methode bei 500.000 Euro liegt.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) betonte, dass die Aufklärung im Bereich Cybercrime trotz aller Professionalisierung enorm schwierig bleibe. Als Reaktion wurden in Oberösterreich, Kärnten und dem Burgenland eigene Cybercrime-Trainingscenter geschaffen, während in Tirol in Kürze eines eröffnet wird. Die restlichen Bundesländer folgen laut dem Innenminister im Jahr 2027.

Beteiligung von Banken und Unternehmen

An der am Freitag präsentierten Aktion „10 Tage gegen Phishing“ nehmen rund 60 Unternehmen teil, darunter 25 Banken. „Wir nehmen den Anstieg der Schadenssumme sehr ernst. Banken müssen ihre Systeme immer wieder anpassen und testen, sagte Eva Landrichtinger, Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Bank und Versicherung. Gleichzeitig brauche es einen stärkeren Raum für Finanzbildung in der Bevölkerung.”

Nach Angaben von Martin Kocher, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), wurden im Vorjahr über 5,6 Milliarden Zahlungen in Österreich abwickelt. Lediglich 0,006 Prozent hatten einen betrügerischen Hintergrund – das entspricht jedoch immer noch 350.000 Transaktionen. In 83 Prozent der Schadensfälle wurden die Opfer demnach dazu gebracht, selbst Überweisungen vorzunehmen.

Tipps vom Experten gegen den Enkeltrick

Auch Partner wie die Post und die ÖBB beteiligen sich an der Aufklärung. Barbara Potisk-Eibensteiner, Finanzvorständin der Post, warnte, dass Kriminelle gezielt das Vertrauen in bekannte Marken ausnutzen, indem sie sich mit gefälschten Nachrichten als Post ausgeben. Bei den ÖBB werden eigens Test-Mails verschickt, um die Reaktionen der Mitarbeiter zu prüfen.

Die meisten Meldungen über Betrugsmaschen laufen über die Plattform „Watchlist Internet. Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation ÖIAT, zählte allein im laufenden Jahr 20.000 Meldungen von Menschen aus Österreich.

Es macht Sinn, sich ein Familienpasswort auszumachen.

Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation ÖIAT

Diese Maßnahme dient laut Jungwirth dazu, die Identität von Angehörigen in Notfällen sicher zu überprüfen und so die Gefahr von betrügerischen Forderungen effektiv zu minimieren.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.