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Bombendrohung in Konstanz: Entwarnung nach Untersuchung des verdächtigen Gegenstands

Am frühen Sonntagmorgen, den 14. Juni 2026, löste eine anonyme Bombendrohung einen großangelegten Polizeieinsatz beim 24-Stunden-Flohmarkt in Konstanz aus. Nach der Evakuierung und der Untersuchung einer verdächtigen Tasche durch den LKA Baden-Württemberg gab die Polizei gegen Mittag Entwarnung, nachdem die vermeintliche Gefahr nach umfassender Prüfung ausgeschlossen werden konnte.

Anonymer Anruf und Evakuierung des Flohmarktgeländes

Die Ruhe am Bodensee wurde am frühen Morgen durch eine gezielte Bedrohung unterbrochen. Gegen 2 Uhr rief ein bislang unbekannter Hinweisgeber bei der Polizei in Konstanz an und warnte in mehreren Telefonaten vor Bomben auf dem Gelände des 24-Stunden-Flohmarkts. Die Drohungen bezogen sich insbesondere auf die Bereiche Kleinvenedig und die Hafenstraße.

Anonymer Anruf und Evakuierung des Flohmarktgeländes
Photo: WEB.DE

Die Sicherheitsbehörden reagierten unmittelbar auf die Meldung. Wie der SÜDKURIER berichtete, wurde das gesamte Gelände evakuiert und geräumt. Dies betraf einen Veranstaltungsort, der traditionell zehntausende Besucher anzieht und über 700 Verkaufsstände umfasst. Der Flohmarkt ist ein fester Bestandteil der regionalen Eventkultur und zeichnet sich durch seine grenzüberschreitende Bedeutung aus, da er regelmäßig Besucher aus Deutschland und der angrenzenden Schweiz anzieht.

Anonymer Anruf und Evakuierung des Flohmarktgeländes
Photo: tagesschau.de

Polizeikräfte sperrten die betroffenen Gebiete ab und führten systematische Durchsuchungen mit Sprengstoffspürhunden durch. Während der Einsatz im Gange war, rief die Polizei die Bevölkerung dazu auf, den Bereich zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte strikt Folge zu leisten. Trotz der Evakuierung betonten die Behörden bereits in den frühen Morgenstunden, dass nach derzeitigem Lagebild keine konkrete Gefahr für die Bevölkerung bestehe.

Es hat jemand angerufen und von einer Bombendrohung gesprochen.

Tatjana Deggelmann, Polizeisprecherin, via SÜDKURIER

Einsatz des LKA und Fund des verdächtigen Gegenstands

Der Fokus der Ermittlungen verlagerte sich am Vormittag auf die Identifizierung eines konkreten Objekts. Gegen 9:30 Uhr bestätigten die Behörden, dass eine verdächtige Tasche gefunden worden war. Die genaue Position des Fundes wurde von der Polizei nicht bekannt gegeben, doch die Tasche wurde umgehend einer intensiven Untersuchung unterzogen.

Einsatz des LKA und Fund des verdächtigen Gegenstands
Photo: Südkurier

Der Entschärfungsdienst des LKA Baden-Württemberg wurde hinzugezogen, um die Tasche zu prüfen. Die Hinzuziehung spezialisierter Entschärfungseinheiten des Landeskriminalamts folgt festen Sicherheitsrichtlinien für den Umgang mit einer unklaren Bedrohungslage. Diese Experten sind darauf spezialisiert, verdächtige Objekte unter kontrollierten Bedingungen zu analysieren, um eine Gefährdung durch Sprengstoffe zweifelsfrei auszuschließen.

Erst nach der technischen Untersuchung konnte die Situation entkräftet werden. Laut Informationen des SWR konnte der Entschärfungsdienst des LKA die Gefahr sicher ausschließen.

Nach umfassender Überprüfung und Abklärung konnte die vermeintliche Gefahrenlage ausgeschlossen werden.

Die Polizei, via SWR

Mit der offiziellen Entwarnung gegen 12:15 Uhr wurde das Flohmarktgelände wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Die polizeilichen Ermittlungen zur Identifizierung des anonymen Hinweisgebers dauern jedoch an.

Beeinträchtigungen im Schienen- und Schiffsverkehr

Die Bombendrohung hatte weitreichende Folgen für die Infrastruktur der Stadt Konstanz. Neben dem Flohmarkt war auch der Bahnhof Konstanz von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen. Die Sperrung des Hafens und des Bahnhofs traf den zentralen Verkehrsknotenpunkt der Region. Da die Anbindung an das Schienennetz und die Schifffahrt für die regionale Mobilität am Bodensee essenziell ist, führt eine solche Lage zu erheblichen logistischen Herausforderungen für die Verkehrsbetriebe.

Beeinträchtigungen im Schienen- und Schiffsverkehr

Die Deutsche Bahn musste den Betrieb massiv einschränken, wobei Züge am Morgen vorübergehend erst in Radolfzell starteten. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet, um die Lücke zu schließen, bis die Gleise und der Bahnhof wieder freigegeben werden konnten.

Auch der maritime Verkehr am Bodensee kam zeitweise zum Erliegen. Wie tagesschau.de mitteilte, wurde der Hafen Konstanz gesperrt, sodass keine Schiffe ein- oder ausfahren konnten. Die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) meldeten eine zeitweise Unterbrechung der Verbindungen.

  • 15:00 Uhr: Der Katamaran zwischen Friedrichshafen und Konstanz nahm den planmäßigen Betrieb wieder auf.
  • 16:00 Uhr: Die Schifffahrt auf dem Bodensee konnte laut BSB wieder vollständig nach Fahrplan erfolgen.
  • Bahnhof: Der Schienenersatzverkehr wurde beendet, nachdem der Bahnhof wieder freigegeben worden war.

Status der polizeilichen Ermittlungen

Obwohl die unmittelbare Gefahr gebannt ist, bleibt der Vorfall ein polizeiliches Ermittlungsverfahren. Die Frage, wer die Telefonate in der Nacht auf Sonntag tätigte und welches Motiv hinter der Drohung steckte, ist derzeit Gegenstand der Untersuchungen. Die gezielte Evakuierung eines so hochfrequentierten Gebiets wie des grenzüberschreitenden Flohmarkts zwischen Konstanz und Kreuzlingen deutet auf eine ernstzunehmende Störung der öffentlichen Ordnung hin.

In Deutschland können solche Vorfälle als Missbrauch von Notrufen oder als Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gewertet werden. Solche Delikte sind strafrechtlich relevant, insbesondere wenn sie großflächige Evakuierungen und kostspielige Einsatzkräfte für Polizei und Rettungsdienste nach sich ziehen. Die Behörden arbeiten daran, den Hergang der „unklaren Bedrohungslage“ lückenlos aufzuklären.

Bis zum Abschluss der Ermittlungen bleibt die Situation für die lokale Sicherheit ein sensibles Thema, insbesondere da die Ermittler versuchen, die digitale Spur der Anrufe zu rekonstruieren, um den anonymen Anrufer zu lokalisieren und zur Rechenschaft zu ziehen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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