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Unternehmen

BMW stoppt Abfindungsprogramm nach massivem Ansturm

BMW hat sein freiwilliges Abfindungsprogramm für rund 40.000 Angestellte in Deutschland nach weniger als drei Wochen vorzeitig gestoppt, weil ein unerwarteter Ansturm das interne Personalportal an die Belastungsgrenze brachte und das für den Konzernumbau vorgesehene Budget rasch ausschöpfte.

Hinter dem harten Sparkurs steht akuter wirtschaftlicher Druck, da erodierende Margen einen milliardenschweren Konzernumbau erzwingen. Der Automobilkonzern stoppte das Portal für Neueintragungen im Oktober 2026, nachdem sich rund 5.000 Beschäftigte für ein vorzeitiges Ausscheiden gemeldet hatten. Das Angebot richtete sich an die indirekten Bereiche wie die Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung am Standort München und im Forschungs- und Innovationszentrum FIZ, während die direkte Fahrzeugproduktion in den Werken explizit ausgenommen blieb.

Server unter Last und das Ende nach drei Wochen

Die Freischaltung des internen Berechnungsportals löste im Intranet einen massiven Zugriff aus, unter dessen Last die Server-Infrastruktur zeitweise zusammenbrach laut Berichten über das Portal. Zwischen 40.000 und 50.000 Angestellte in Deutschland kamen für das Freiwilligenprogramm prinzipiell infrage. Ein Unternehmenssprecher bestätigte das große Interesse der Belegschaft an den Offerten.

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Da das vorgesehene Programmziel nach Angaben aus Konzernkreisen und Berichten des Handelsblatts erreicht war, stoppte BMW weitere Anmeldungen und schloss das Portal. Zugleich setzte der Konzern im selben Zeitraum seine Aktienrückkäufe fort. Laut einer veröffentlichten Zwischenmeldung erwarb das Unternehmen vom 12. bis 18. Oktober insgesamt 245.796 Stammaktien, wobei für die dritte Tranche ein Gesamtumfang von 9.145.127 Stammaktien im Betrag von 532.147.668,28 Euro genannt wurde.

Gewinne sinken und die Organisation in München ist zu groß

Hinter dem harten Sparkurs steht ein akuter wirtschaftlicher Druck, der den Konzern zu einem umfassenden Umbau zwingt. Im Sommer senkte der Konzern seine Gewinnprognose deutlich; im zweiten Quartal fiel der Vorsteuergewinn um 35,1 Prozent auf 1,697 Millionen beziehungsweise 1,697 Milliarden Euro, während die operative Marge im Automobilgeschäft auf 1 bis 3 Prozent absackte wie Analysen zum Geschäftsverlauf zeigen. Milan Nedeljković, der den Vorstandsvorsitz von Oliver Zipse übernimmt, begründete den Schritt mit überdimensionierten Strukturen während einer internen Bestandsaufnahme. Die Organisation in München ist einfach zu groß geworden, wird die Ausrichtung des Vorstands beschrieben im Rahmen des Programms Code Win.

BMW stoppt Abfindungsprogramm nach massivem Ansturm
Foto: Sueddeutsche

Die Höhe der Abfindungen richtet sich nach Faktoren wie Alter, aktuellem Gehalt und Betriebszugehörigkeit.

Finanzielle Fallstricke im goldenen Käfig der Autokonzerne

Trotz verlockender Bruttosummen mahnen Finanzexperten und Unternehmensberater zur Vorsicht bei der Annahme solcher Aufhebungsverträge. Jochen Carle, ein Unternehmensberater und früherer über 30 Jahre bei Daimler tätiger Branchenkenner, spricht vom goldenen Käfig der Autokonzerne im Gespräch mit kununu News. Daten von kununu zeigen, dass Teamleiter bei BMW im Schnitt 97.500 Euro angeben, während Abteilungsleiter auf 114.500 Euro kommen, während ein Wechsel in ein anderes Unternehmen oft zu spürbaren Gehaltseinbußen führt.

Hinzu kommt die steuerliche Belastung: Von einer Abfindung in Höhe von bis zu 650.000 Euro bleiben nach Steuern etwa 365.000 Euro übrig. Michael Huber, Deutschland-Chef des Ruhestandsplaners VZ VermögensZentrum, weist zudem darauf hin, dass eine solche Summe ohne zusätzliche Vorsorgetöpfe für einen regulären Ruhestand sorgfältig kalkuliert sein will gegenüber dem Medium.

Arbeitsplätze sinken und die Batterien starten in Shenyang

Bis Ende 2027 will das Management weltweit rund 8.000 Arbeitsplätze abbauen nach offiziellen Konzernangaben. Das Abfindungsprogramm soll zunächst einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, ab dem Jahr 2028 jedoch jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro generieren wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Angesichts des starken Interesses könnte das Abbauziel sogar früher erreicht werden als geplant.

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Foto: InvestmentWeek

Parallel dazu treibt der Konzern operative Maßnahmen wie die Fortführung des Aktienrückkaufprogramms 2025/2027 und den Start der Serienproduktion von Gen6-Hochvoltbatterien in Shenyang am 15. Oktober voran wie am Standort Shenyang gemeldet wurde. Bis Mitte November sollen die Interessierten erfahren, ob BMW einem Aufhebungsvertrag zustimmt, während die Personalabteilung die Anträge prüft.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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